In Rostock geht es weiter


Seit dem 17.11. ist das Audimax der Universität Rostock nun besetzt.

Es handelt sich hierbei um eine “weiche” Besetzung, was beinhaltet, dass rund um die Uhr Leute im Audimax und im Foyer sind und dort auch übernachten. Allerdings gibt es keine Blockade und Verhinderung der stattfindenden Lehrveranstaltungen. Vor jeder Veranstaltung gibt es eine kurze Ansprache an die Studierenden und Lehrenden, dann ziehen sich die Aktiven ins Foyer zurück und arbeiten dort weiter.

Gestern Abend war ein erneutes Plenum, das jeden Montag Abend stattfindet, und fast 200 Studierende versammelten sich im Audimax.

Der Personalrat der Universität Rostock hat eine Solidaritätserklärung verfasst und Dr.-Ing. Carsten Liesenberg (als Vertreter) hat diese im Audimax verlesen.

“Die Personalräte erklären sich solidarisch mit dem Protest der Studierenden an der Universität Rostock

Nachdrücklich unterstützen die Vertretungen der MitarbeiterInnen der Universität Rostock die Proteste der Studierenden an unserer und anderen Universitäten und Hochschulen gegen die strukturellen Defizite im Bildungssystem, die Unzulänglichkeiten bei der Umsetzung der Ziele des Bologna-Prozesses und unzumutbare Studien-, Lehr- und Forschungsbedingungen unter denen Studenten und MitarbeiterInnen leiden.

Gemeinsam mit den Studierenden fordern wir ein leistungsfähiges, zur kritischen Reflektion befähigendes und am Gemeinwohl orientiertes Bildungssystem ohne soziale Zugangsschranken. Studium, Lehre und Forschung müssen selbstbestimmter und frei vom Druck wirtschaftlicher Interessen werden. Missstände und Fehlentwicklungen bei den Studien- und Arbeitsbedingungen an der Universität sind umgehend zu korrigieren und nachhaltig zu verbessern.

Dafür sind höhere öffentliche Ausgaben für die Bildung nötig. Die finanzielle und personelle Ausstattung unserer Universität muss aus der Mangelverwaltung herausgeführt werden. Wir verlangen von der Landesregierung keine schönen Worte, sondern eine spürbare Aufstockung der Mittel, nicht zuletzt für Studienstipendien. Die Landesregierung muss endlich wahrnehmen, dass schon die gegenwärtige Personalausstattung für einen angemessenen Lehr- und Forschungsbetrieb unzureichend ist.

Gemeinsam mit den Studierenden fordern wir eine umgehende Überarbeitung der gültigen Studien- und Prüfungsordnungen, an denen Beschäftigte und Studierende gleichberechtigt mitwirken.

Wir begrüßen die angemessene Form des Protestes der Studierenden und die Dialogbereitschaft der Universitätsleitung und der Fakultäten. Gemeinsam wollen wir um Verständnis für unsere berechtigten Forderungen in der Bevölkerung und in der Politik werben.

Dr. Sybille Bachmann (Vorsitzende GPR)
Marika Fleischer (Vorsitzende WPR)
Jörg Häfke (Vorsitzender NPR)”

Nach dieser Erklärung berichtete Micha vom internationalen Treffen zum Bildungsstreik in München, zu dem er letztes Wochenende als Rostocker Vertreter gefahren ist.

Außerdem ist der Bildungskeller jetzt eingeweiht und es gibt schon ein buntes Programm für die nächsten Tage. Er befindet sich im Haus 3 auf dem Campus Ulmenstr. und weitere und aktuelle Infos gibt es auf dem Bildungskellerblog:

http://bildungskellerhro.blogsport.de/

Die einzelnen Arbeitsgruppen arbeiten fleißig, würden sich über weitere Unterstützung aber natürlich noch freuen.
Und es sind einige Aktionen für die nächsten Tage geplant:

Neben weiter stattfindenden Flashmobs wird es am 4.12. eine Fahrraddemo geben und abends wird im Club Meli eine Soliparty gefeiert.

Und das Großereignis auf das schon alle gespannt schauen, findet dann am 10.12. statt. Um 14 Uhr startet am Hauptbahnhof Nord eine landesweite Bildungsdemonstration für alle Schüler_innen und Studierenden, aber natürlich auch alle anderen interessierten Menschen.

Mehr Infos gibt es unter:

http://uni-proteste-rostock.blogspot.com/

bstreik-rostock@gmx.de

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