Das Audimax nach wie vor besetzt! Diskursanstoß über Form des Protests


Das Audimax befindet sich nach wie vor in studentischen Händen!
Mittlerweile wurde auch ein Livestream aus dem Audimax eingerichet.

Free video chat by Ustream
Um 9 Uhr, am 5.11.2009 trug sich folgendes im Audimax des Palais zu:
„Es ist grundsätzlich unterstützenswert, dass IHR protestiert. IHR demonstriert für eine bessere Lehre – aber – IHR verbessert sie nicht indem IHR UNSERE Lehre behindert oder gar verhindert.“ (Anmerkung: Aus dem Gedächtnis, sinngemäß zitiert)

Dieser Beitrag soll Grundlage für eine weitergehende Diskussion über Form und Inhalt des Bildungsprotestes darstellen.

„Leute IHR nehmt UNS die Bildung weg!“ – IHR?? UNS?? WIR!!

Warum also wählen wir diese Protestform? Den Forderungen nach freier und konkurrenzloser Bildung ist schon oft und vielfältig Ausdruck verliehen worden. Folgen daraus? So gut wie keine. Senat, Institute und Landespolitik schieben sich die Verantwortung gegenseitig zu, wenn es darum geht
- einen Rechtsanspruch auf einen Masterplatz zu schaffen,
- die Hochschulen hinreichend auszufinanzieren oder
- der nicht nur quantitativ größten, sondern der Interessengruppe überhaupt an den Universitäten ein angemessenes Maß an Mitsprache einzuräumen.

Aktuellster Beweis ist der Rot-Rote Koalitionsvertrag, welcher gegenüber der vergangenen Rot-Schwarzen Legislatur eine Kürzung der Investitionskosten vorsieht (212 Mio./5 Jahre statt 275 Mio./5 Jahre – demgegenüber sind für die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten 280 Mio. Euro vorgesehen…).

Im Hinblick auf die bisherigen Erfolge der Proteste, im Hinblick auf die Blockade, die Gremienmitglieder an Hochschulen oder studentische InteressenvertreterInnen in der Landespolitik erfahren, sehen wir die Zeit gekommen, die Methoden zu ändern, mit denen wir für unsere grundlegenden Rechte eintreten.

Wir möchten nochmals nachdrücklich darauf hinweisen, dass bisherige Proteste trotz begründeter Forderungen kaum Erfolge verzeichneten! Und nicht nur uns stinkt die Situation, schaut Nachrichten, verfolgt das spannende Geschehen an anderen Universitäten Deutschland und auch Österreichs!

Also kommt vorbei und macht EUCH stark für EURE Interessen oder streitet mit den Menschen vor Ort, denn Kritik ist immer produktiv und im Gegensatz zum pauschalen Abbügeln und der Trennung zwischen IHR und UNS.


  1. #1 by Freedom_justice on November 6, 2009 - 10:16 am

    Finde Dich damit ab, dass es nie einen Konsens geben kann, es gibt Gruppen, die gleicher sind als andere. Ich war vor Ort, und die die nicht gekommen sind, haben nichts verpasst. Denn es wurde eine “friedliche”, bildungsbürgerliche Atmosphäre geschaffen, in der die Besetzung nur zum Selbstzweck wurde, ohne einen wirklichen Veränderungsgeist und -willen zu fordern.
    1984 lässt grüßen. Wir dienen mit unserer Art nur dem System, so oder so, amüsieren sich Nelles und die da an der Spitze. Und selbst die Besetzung wurde ziemlich schnell hierarchisch durchorganisiert, die einen sagten plötzlich mehr als die anderen. Und letztlich waren es immer dieselben.

    Wo bleibt die Masse? Denn die Masse macht die Klasse aus, die unter der sozialen Ungerechtigkeit “leidet”, auch wenn sie nicht verhungert und direkt gequält/unterdrückt wird… Wenn Du verstehst, was ich meine…

    schöne Grüße

  2. #2 by Karleen Giesy on December 6, 2010 - 5:27 am

    superlative logbook you’ve pick up

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