Besetzer_innen verlagern politische Arbeit in die Foyer-Räume


P R E S S E M I T T E I L U N G
der Besetzer_innen des Audimax der Universität Potsdam

Potsdam, den 5. Januar 2010

Die protestierenden Studierenden beenden nach 9 Wochen die Besetzung des Audimax am Neuen Palais bis spätestens 8.1.2010 und werden die Foyerräume unterhalb des Auditoriums für ihre politische Arbeit und die Weiterentwicklung der studentischen Proteste nutzen.

Im Laufe der Verhandlungen zwischen den Besetzer_innen des Audimax und der Universitätsleitung hatten die Besetzer_innen am 22. Dezember 2009 das Angebot unterbreitet, den Hörsaal freizugeben, sofern die Universitätsleitung zumindest einer allgemeinen Abschaffung der Anwesenheitskontrollen in allen Veranstaltungen für die Öffentlichkeit nachvollziehbar zustimmt. Darüber hinaus sollte sie sich gemeinsam mit den Studierenden für einen entsprechenden Antrag zur Senatssitzung am 14. Januar 2010 einsetzen. Die Präsidentin der Universität Potsdam, Frau Prof. Dr. Sabine Kunst, hatte dieses Angebot zum Teil angenommen und sich in einer Pressemitteilung (303/09) für die endgültige Abschaffung der Anwesenheitspflicht in allen Lehrveranstaltungen ausgesprochen.

„Auf Hochschulebene ist es ein erster politischer Erfolg unserer Protestaktion, wenn das Präsidium offenbar nun selbst nicht mehr hinter den Anwesenheitskontrollen steht. Ein solcher Anwesenheitszwang ist immer noch Praxis und sorgt für einen Studienalltag, der selbstbestimmtes wissenschaftliches Arbeiten unmöglich macht.“, erklärte die Besetzende Nanett Groske. „Die Räume des Foyers nutzen wir deshalb fortan, um weiter inhaltlich daran zu arbeiten, unseren weiterhin ignorierten Forderungen wie die nach einem freien Master-Zugang, einer Ausweitung studentischer Mitbestimmung in universitären Gremien und nach studentischen Freiräumen an allen Universitätsstandorten Nachdruck zu verleihen.“ Auch ist die Nutzung der Foyer-Räume notwendig für die Arbeit der Protestierenden an Forderungen, die auf landespolitischer Ebene umzusetzen sind. Darunter fallen zum Beispiel die Abschaffung der versteckten Studiengebühren, die notwendige Ausfinanzierung wissenschaftlicher Stellen und die Änderung des Landeshochschulgesetzes wie zum Punkt der Zwangsexmatrikulation.
„Wir werden auch im neuen Jahr mit vollem Einsatz weiter alles daran setzen, die unhaltbaren Zustände im derzeitigen Bildungs- und Hochschulwesen zu verbessern.“, fasste der Besetzende Robert Peter zusammen.

Die Entscheidung zur Verlagerung der politischen Arbeit in die Foyer-Räume ergab sich auch aus einem öffentlichen Verhandlungsprozess, in dessen Rahmen bereits am 20.12.09 den Besetzer_innen vorgeschlagen wurde, diese Räume selbstorganisiert nutzen zu können.

Der Besetzende Max Grasnick sagte: „Wir freuen uns über den ersten Erfolg auf Hochschulebene. Es ist toll, dass das Präsidium nun endlich beginnt, sich hinter die auf der Vollversammlung vom 4.11.2009 beschlossenen Forderungen der Studierendenschaft zu stellen“, „- ohne uns dabei in den Rücken zu fallen.“, ergänzt die Besetzende Marion Schaar.

Zum Thema der Perspektiven des Streiks im neuen Jahr erklärte der Besetzende Joseph Salim: „Im Jahr 2010 werden die Proteste inhaltlich vertieft und erweitert. Auch wollen wir eine Vernetzung mit anderen gesellschaftlichen Protesten und sozialen Bewegungen über den akademischen Tellerrand hinaus aufbauen.“

Für Rückfragen melden Sie sich bitte unter: 0160 95081444

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