Potsdam 11.11.2009
Unfassbar!
Verhandlungen zwischen Studierenden und Brandenburger Landesregierung
werden fortgesetzt-Unileitung fassungslos
Fast zwei Stunden verhandelten heute Vertreter_innen der Besetzer_innen
des Audimax mit der Brandenburger Wissenschaftsministerin Dr. Martina
Münch (SPD) und dem Präsidium der Universität Potsdam. Hintergrund sind
die andauernden Proteste Studierender an der Universität Potsdam, die
seit dem 04. November auch den größten Hörsaal am Campus Neues Palais
der Universität unter studentische Selbstverwaltung gestellt haben.
Die Studierenden äußern sich über den Verlauf des Gespräches enttäuscht.
Thomas, einer der Ansprechpartner_innen der Besetzer_innen resümiert:
“Wir haben uns auf das heutige Gespräch intensiv vorbereitet und
gezeigt, dass unsere Forderungen realistisch und sozialverträglichsind.
Unsere konstruktiven Argumente zur Verbesserung der Missstände sind
leider an der Blockadehaltung der Universitätsleitung gescheitert. Das
ist Schade, wir haben an einen Dialog geglaubt.”.
Konkret verhandelt wurde über eine grundsätzliche Abschaffung der
Anwesenheitszwangs in Veranstaltungen, einen Verzicht auf zusätzliche
Zulassungsbeschränkungen für Masterstudiengänge neben dem
Bachelor-Abschluss, sowie eine paritätische Beteiligung der Studierenden
in den akademischen Gremien. Die Wissenschaftsministerin griff
moderierend in die Auseinandersetzungen ein. “Wir mussten leider
feststellen, dass die Universitätsleitung nicht ernsthaft dazu bereit
war, über eine Umsetzung der studentischen Forderungen zu diskutieren.
Statt die Bereitschaft für ein Entgegenkommen zu signalisieren, wurde
ausschließlich versucht, unsere Forderungen mit Verweis auf
konstruierte”Sachzwänge” abzuwehren. Als ob es der richtige Weg ist,
progressive Ideen an vorhandene Strukturen anzupassen, als an einer
Verbesserung der Zustände zu arbeiten. Warum weigert sich die
Universitätsleitung so entschieden mit uns gemeinsam die
zugrundeliegenden Probleme anzupacken?” fragt Katja, eine der
Ansprechpartner_innen der Besetzer_innen
Da die Landesregierung nur bis 16:30 Uhr Zeit für das Treffen einräumen
konnte, wurden lediglich drei der studentischen Forderungen an
Universitätsleitung und Landesregierung behandelt. Ministerin Martina
Münch signalisierte jedoch Bereitschaft zu weiteren Gesprächen.
Am Freitag, dem 15. November wird sich der neue Staatssekretär Martin
Gorholt mit Vertreter_innen der Studierenden im besetzten Audimax
treffen. Die Präsidentin der Universität, Prof. Sabine Kunst, zeigte
sich mit den Worten: “Ich fasse es nicht!” entsetzt, doch die
Studierenden äußerten sich zufrieden über die Fortsetzung der
Verhandlungen:
“Ich hoffe, dass die heute gezeigte Kompromissbereitschaft der
Landesregierung die nächsten Gespräche überdauern wird”, so Harry
weiter. Für die Blockadehaltung der Universitätsleitung haben die
Studierenden hingegen wenig Verständnis. “Wir sind heute entgegen
unserer Hoffnungen einer Lösung leider nicht näher gekommen”.
Das Audimax der Universität Potsdam bleibt unter studentischer
Verwaltung, bis konkrete Schritte zur Umsetzung der studentischen
Forderungen vereinbart sind. Sie erhalten nicht nur den Raum für
universitäre Lehre und schaffen ihn neu für eine Auseinandersetzung mit
dem Bildungsbegriff, sondern stellen auch die von ihnen gewählte
Protestform zur Diskussion.
Für eventuelle Nachfragen steht Ihnen
Katja Klebig unter 0176/ 96 757 234 zur Verfügung



#1 by Rudi Dutschke on November 13, 2009 - 2:43 am
Ihr fragt:
“Statt die Bereitschaft für ein Entgegenkommen zu signalisieren, wurde ausschließlich versucht, unsere Forderungen mit Verweis auf konstruierte ”Sachzwänge” abzuwehren. Als ob es der richtige Weg ist, progressive Ideen an vorhandene Strukturen anzupassen, als an einer Verbesserung der Zustände zu arbeiten. Warum weigert sich die Universitätsleitung so entschieden mit uns gemeinsam die zugrundeliegenden Probleme anzupacken?” fragt Katja, eine der Ansprechpartner_innen der Besetzer_innen”
Das zugrundelegende System ist die neoliberale, individualistische Risikogesellschaft des 21. Jhd, indem ihr alle euch befindet. Wenn ihr was in der Uni verändern wollt, müsst ihr das System verändern, in dem die Uni sich befindet: Im Kapitalismus! Eine Systemveränderung schafft ihr nicht über Gespräche mit der herrschenden Klasse, sondern nur mit einer Revolution!
Was ist Revoultion? Das habe ich bereits früher schon gesagt:
http://chris-b-online.de/blog/1348-rudi-dutschke-was-ist-revolution.html
http://www.youtube.com/watch?v=8W-9EIWWXWY