Pressemitteilung aus dem besetzten Audimax in Münster


Pressemitteilung

Studierende und SchülerInnen wollen bleiben – Rektorat droht mit Ausübung des Hausrechts und Strafanzeige

04.11.09, Münster. Das Rektorat der Universität Münster hat den Studierenden und SchülerInnen, die sich momentan im Audimax befinden und ihn besetzen, damit gedroht, von seinem “Hausrecht” Gebrauch zu machen. Rektorin Nelles drohte mit Räumung und Strafanzeige. Als Grund gibt das Rektorat den morgigen “Hochschultag” an. An diesem Tag werden 20.000 Schülerinnen und Schüler die Uni Münster besuchen, um sich über die Studienmöglichkeiten zu informieren.

Studierende gründen Arbeitskreise

Die Studierenden, die für freie Bildung und Solidarität kämpfen, haben mittlerweile mehrere Arbeitskreise gebildet. Darunter sind Arbeitsgruppen, die sich mit mit der Mobilisierung weiterer SchülerInnen und Studierende beschäftigen. Andere machen Pressearbeit. Wieder andere arbeiten ein Programm für den morgigen Hochschultag (http://www.hochschultag-ms.de/) aus.

Studierende wollen Hochschultag bereichern

Die Aktiven wollen den Hochschultag mitgestalten. Sie haben dem Rektorat angeboten, kooperativ auf die Wünsche der HochschultagsorganisatorInnen einzugehen. Sie haben beschlossen, die Veranstaltungen, die ab 9.00 Uhr im Audimax stattfinden sollen, auch stattfinden zu lassen und nicht zu blockieren. Sie wünschen sich jedoch auch einen Redeanteil, also eine Modifizierung der Veranstaltungen, so dass sie an dem Hochschultag “ihrer Universität” mitwirken können. Sie wollen nach den Vorträgen jeweils einen 15-minütigen Redeanteil, um die Position der Studierenden darstellen zu können. Die Studierenden wollen die Veranstaltungen also bereichern und haben zugesagt, dass der Audimax, zur Eröffnung des Hochschultags “picco bello” sein werden.

Rektorin droht mit Ausübung des Hausrechts

Das Rektorat hat dieses Angebot bisher abgelehnt. Die Rektorin Nelles hat offen und nachdrücklich damit gedroht, ihr Hausrecht zu nutzen, wenn die Studierenden nicht um 6.00 Uhr morgens verschwunden seien. Die Prorektorin Ravenstein hat dieser Drohung Nachdruck verliehen. Es besteht also akute Räumungsgefahr ab 6.00 Uhr.

BesetzerInnen bitten Bürgerschaft um Solidarität

Die Studierenden rufen die Bürgerschaft Münsters auf, an der Abendgestaltung im Audimax teilzunehmen und durch ihren Besuch die Studierenden zu unterstützen, um eine Räumung zu verhindern.

AStA solidarisiert sich

Der AStA bekundet seine Solidarität und ruft die Studierenden auf, sich an der Besetzug zu beteiligen und die protestierenden Studierenden zu unterstützen. Die Ideen des Bildungsstreik zur Verbesserung der Situation an den Hochschulen und Schulen dürften nicht länger am Widerstand der Hochschul- und Schulleitungen scheitern. SchülerInnen und Studierende bräuchten gute Lernbedingungen und keine Räumungsdrohungen.

Weitere Informationen

Livestream der Studierenden im Audimax

http://www.ustream.tv/channel/muensterbrennt

Homepage der Studierenden

http://www.unsereunis.de/

Pressehandy-Telefonnummer: 01578-4455401

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Nachtrag: Auf Nachfrage durch die Besetzenden haben erste Dozenten zugesagt auf unser Angebot einzugehen, die Veranstaltung in Kooperation stattfinden zu lassen.


  1. #1 by laura r. on November 4, 2009 - 10:44 pm

    irgendwann kommt der punkt, an dem die politik angst bekommt und mit der staatsgewalt räumen lässt. dann müssen wir die besetzungen verteidigen, unbedingt. wie man das erfolgreich bewerkstelligt haben uns die franzosen und griechen gezeigt.

    solidarische grüsse aus der schweiz und viel kraft für morgen. versucht den hörsaal zu verteidigen. und sorgen wir zusammen dafür dass sich die bewegung auch auf andere länder ausbreitet. und auf andere gesellschaftsgruppen. arbeitnehmerverbände müssen sich solidarisch erklären und merken, dass sie im gleichen boot sitzen.

    so wie in frankreich und griechenland, wo es solidaritätsstreiks von arbeiterInnen gab.

    kampf in den schulen – kampf in der fabrik –
    das ist unsere antwort auf eure politik.

  2. #2 by Bill on November 5, 2009 - 7:41 am

    Hmmm, ich war auch von dem Bildungssystem betroffen und würde als Sympathisant bezeichnen. Aber bei Tweets wie “Kommt nackt und bringt Bier mit” frage ich mich, worum es euch wirklich geht! Schade

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