Allgemeiner Stand


Aus der spontanen Hörsaalbesetzung im Anschluss an die Demonstration vom 17.11. ist
eine strukturierte Protestbewegung geworden.
„Es ist faszinierend, welche Eigendynamik die Aktion entwickelt hat“, so Franz Heger,
Mitglied im Arbeitskreis Presse. „Die Beteiligung ist großartig. Wir leisten richtig viel
inhaltliche Arbeit, das treibt uns an, weiterzumachen.“
Die Studierenden, Schülerinnen und Schüler haben es geschafft, in den vergangenen
Tagen rund um die Uhr Programm zu bieten – von Plena und Arbeitskreisen über
Vorlesungen, Podiumsdiskussionen, Informationsaktionen auf dem Campus und in der
Stadt bis zu kulturellen Veranstaltungen wie Improtheater, Workshops und Konzerten. So
fand beispielsweise ein internationaler Vortrag zum Thema „The Challenges of Education
for Peace and Tolerance towards the ‘Other’“ mit Referenten unter anderem aus Israel und
Ägypten statt. Der Landtagsabgeordnete Johannes Stober erläuterte in einer offenen
Diskussionsrunde den Anwesenden die Spielräume und Einschränkungen, die sich durch
das KIT-Gesetz ergeben. Die Impro-Gruppe „Schmitz’ Katze“ des Unitheaters unterstützte
das kulturelle Rahmenprogramm durch eine offene Probe am Donnerstagabend.
Auch die Dozentinnen und Dozenten des KIT beteiligen sich, beispielsweise mit einer
Podiumsdiskussion von Prof. Schütt und PD Kunze der Fakultät für Geistes- und
Sozialwissenschaften. Die Reichhaltigkeit des Programms zeigt Wirkung. Selbst am
Freitagabend nahmen über 300 Interessierte am Plenum teil.
Trotz des bereits großen Arbeitsaufwandes und Engagements bemühten sich die
Besetzerinnen und Besetzer zusätzlich, die eigentlich in den Hörsälen stattfindenden
Lehrveranstaltungen zu verlegen und konnten so am Freitag für jede Vorlesung einen
Ersatz finden. Leider mussten dennoch zwei Veranstaltungen ausfallen, da einmal der
Dozent nicht erreicht werden konnte und eine Dozentin sich nicht in der Lage sah, ihre
Übung statt mit Tafeln über mehrere Overhead-Projektoren zu halten. Die Verwaltung des
Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) erkennt diese Leistung an und forderte alle
Professorinnen und Professoren auf, sich kooperativ mit den Besetzerinnen und
Besetzern zu verhalten.
Täglich – auch am Wochenende – findet um 18 Uhr im Benz-Hörsaal das Plenum statt, in
dem alle Besetzerinnen und Besetzer gemeinsam diskutieren und Beschlüsse fassen.

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