..in der Anlehnung an die Resolution der Frankfurter BesetzerInnen
1) Freie und unbedingte Bildung
Wir protestieren gegen die gegenwärtige Bildungspolitik. Es geht uns nicht um minimale Nachbesserungen, die uns nur beruhigen sollen. Selbst eine Erweiterung des Bachelor auf vier Jahre oder die Abschaffung von Anwesenheitslisten, löst nicht unsere gegenwärtigen Probleme – all dies wäre nur ein Anfang.
Es geht uns nicht um die Verteidigung von gewachsenen Privilegien, sondern wir wollen statt dessen Bildung für alle. Daher treten wir für eine Hochschule ohne Zäune, Gebühren, Rassismus, Sexismus und Leistungsdruck sowie für den freien Zugang zu Hochschulbildung für alle, unabhängig von der jeweiligen Biographie, ein.
Eine Logik entlang einer so genannten Normbiographie lehnen wir ab.
2) Emanzipation
Bildung heißt für uns nicht, als fremdbestimmtes Objekt, uns Zwecken jenseits unserer Einflusssphäre unterzuordnen. Wir sind Subjekte und nicht Objekte, daher kann Bildung nur eigenständige Reflexion und Kritik bedeuten. Es geht um Bildung nicht um Ausbildung. Scheinheilige Solidaritätsbekundungen und falsche Flickschustereien von Annette Schavan und Co richten sich nicht an uns und ignorieren unsere Forderungen. Sie haben ein verkürztes Verständnis von uns, als nicht richtig funktionierende Objekte der Reform, deshalb scheitern ihre Versuche uns Rückzustellen und vermeidlich Nachzuschustern auch. Ihre Gründe sind nicht unsere und helfen niemandem.
3) Solidarität:
Bildungspolitik heißt für uns nicht Standortpolitik, es ist uns egal wie Deutschland in der internationalen Konkurrenz dasteht. Die miserable Bildungssituation ist ein internationaler Skandal, deshalb kann unser Protest nur international und solidarisch sei.
Nicht egal ist uns jedoch unsere gemeinsame Zukunft. Wir sind nicht hier um unsere eigenen Karrierechancen zu verbessern. Wir wollen keinen Eliteprotest, wir sind solidarisch mit Studierenden an Fachhochschulen und mit den Auszubildenden statt mit ihnen zu konkurrieren!
4) Selbstbestimmung und Teilhabe
An der Hochschule des 21. Jahrhunderts muss wieder Raum und Zeit für ein selbständiges studieren und für ein politisches wie kulturelles studentisches Engagement sein. Wir sind erwachsene Menschen. Diese Infantilisierung unserer ganzen Generation befördert autoritäre Handlungs- und Denkmuster in der Gesellschaft. Wir lehnen daher die gegenwärtige vormundschaftliche und normierende Praxis im Bildungswesen, die sich z.B. in den Anwesenheitslisten manifestiert, ab und fordern statt dessen Selbstbestimmung und die demokratische Teilhabe an Entscheidungen über unsere Zukunft.
Wir werden uns daher beides nehmen müssen!
BesetzerInnen des Audimax der MLU Halle
mehr infos: http://bildungspolitik.bplaced.net/


