In den Abendstunden wurde das von Studierenden besetzte Casino am IG-Farben Campus durch brutalen Polizeieinsatz geräumt. Rücktritt des Unipräsidenten gefordert!
Chronik Ca. 19.00 Uhr kommt der Unipräsident in das besetzte Gebäude, kündigt die Räumung & Strafverfolgung an. Einer Diskussion stellt er sich nicht. Die Besetzer_innen und zahlreiche Besucher_innen beschließen daraufhin das für den Zeitpunkt angesetzte Seminar zur Diskussion eines emanzipatorischen Bildungsbegriffes gemeinsam zu begehen. Sie ziehen sich mit dem Dozenten Prof. Thomas Sablowski in den Festsaal des Casinos zurück und schließen die Türen.
Schon währendessen drängen behelmte Einsatzkräfte gewaltsam in das Gebäude und nehmen Menschen fest. Kurz darauf stürmen sie auch den Festsaal, wo ca. 200 Leute gemeinsam das Seminar abhalten. Draussen vor dem Gebäude stehen mehrere hundert Studierende und zahlreiche Pressevertreter. Sofort nach dem Eindringen werden die Fenster durch die Polizei verhängt und Teile der anwesenden Pressevertreter_innen bedrängt und im späteren Verlauf unter Anwendung von Gewalt aus dem Saal entfernt. Während das Seminar bis zum Schluss ruhig und sachlich fortgesetzt wird, beginnen die Einsatzkräfte Menschen aus dem Saal zu entfernen – teils durch Tritte & Schläge. Teilweise finden beim heraustragen sexistische Übergriffe statt. Nachdem alle Personen aus dem Gebäude entfernt sind, treiben die Polizisten die restlichen, vor dem Haus befindlichen Menschen brutal vom Campus. Dabei werden mehrere Personen durch Schläge auch auf den Kopf schwer verletzt. Auch außerhalb des Unigeländes spielen sich brutale Szenen ab: Es kommt zu Szenen, die Hetzjagden gleichen, bei denen teils Menschen mit Streifenwagen angefahren und darauffolgend verprügelt werden.
Neben der allseitsbekannten Polizeiwillkür und -brutalität ist der große Skandal an diesem Abend, dass der Unipräsident Müller-Esterl sich nicht zu den inhaltlichen Positionen und den zahlreich besuchte Workshops geäussert hat. Seitens der Unileitung hat es keine Auseinandersetzung mit den Motiven und Positionen des Besetzer_innenplenums gegeben. Stattdessen hat sie ohne Vorankündigung einen Apparat von mehreren Hundertschaften(darunter auch Bundespolizei) eingesetzt, um inhaltliche Konflikte an der Universität einzustampfen. Auch mit den Anwesenden Dozent_innen, die das Gespräch suchten war Müller-Esterl nicht bereit ein Wort zu wechseln. Das Verhalten der Unileitung mit dem Versuch der gezielten Delegitimation studentischen Protests und die Ignoranz der inhaltlichen Auseinandersetzung, die auch heute wieder hunderte Teilnehmer_innen in das Casino gezogen hat, ist nicht tolerierbar. Das Protestplenum ebenso wie der AStA der Uni Frankfurt fordert den unverzüglichen Rücktritt Müller-Esterls.
Auf die Information der Räumung hin haben bereits mehrere Universitäten Solidaritätsaktionen angekündigt.
Weitere Infos folgen in kürze…
die aktuellen Infos und Stellungnahmen gibts am schnellsten unter www.bildungsstreik-ffm.de:




#1 by ffm on December 3, 2009 - 12:09 am
aktueller Bericht der Hessenschau:
http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?key=standard_document_38395763&jmpage=1&type=v&rubrik=36082&jm=3&mediakey=fs/allgemein/20091202_raemung
#2 by Holladiewaldfee on December 3, 2009 - 12:40 am
Liebe Frankfurter!
“…verbarrikadierten sich die Verbliebenen Studenten gemeinsam mit mehreren Professoren und Lehrenden im Festsaal…” ich finde es beachtlich und super, dass sich nicht nur Studenten, sondern auch Professoren für die Forderungen einsetzen. Zur Räumung und den Aktionen danach kann ich nur sagen: Angst. Angst davor, was Studenten erreichen können und wollen. Viel Kraft für die kommenden Tage!
#3 by Patrick@FB04 on December 3, 2009 - 12:47 am
ab Minute 13 ein kurzer Bericht aus dem Heutejournal!!!
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/915828/ZDF-heute-journal-vom-02.-Dezember-2009?setTime=5#/beitrag/video/915828/ZDF-heute-journal-vom-02.-Dezember-2009
Die Polizei ging bei der Demo danach übrigens äußert brutal vor zeigte null Toleranz.
#4 by egal on December 3, 2009 - 12:47 am
Eine Riesensauerei!!
Die Unileitungen und die Verantwortlichen sind offenbar mit ihrem Latein am Ende und antworten deswegen nur noch mit harter Repression. Auch wenns gerade zynisch klingt:
Diese Räumung zeigt auch wie gerechtfertigt euer/unser Protest ist. Wenn es offenbar scheißegal ist ob man sich friedfertig oder nicht verhält, sollte man vielleicht mal über eine strategieänderung nachdenken!
Solidarische Grüße aus Berlin.
#5 by Patrick@FB04 on December 3, 2009 - 1:07 am
Aus meiner Sicht kann das von Frankfurter Seite nicht alles gewesen sein. Hoffentlich war das erst der Anfang!
#6 by b. on December 3, 2009 - 2:07 am
Nicht aufgeben – sie können uns räumen, uns schlagen, uns anzeigen – aber sie kriegen uns nicht kaputt!
Heute (Donnerstag) um 20 Uhr Solidemo in Münster,
Start am Ludgerikreisel vorm Stadthaus 2.
Solidarische Grüße aus Münster
#7 by ffm on December 3, 2009 - 2:20 am
ausführliche Erklärung zur Pressemitteilung:
Erklärung der Besetzer_innen aus dem Casino
Am Mittwoch Abend wurde auf Anordnung des Unipräsidenten Müller-Esterl das von Studierenden und Interessierten besetzte Casino-Gebäude des I.G.-Farben-Campus geräumt.
Dabei kam es zu einem brutalen Polizeieinsatz – die Universität löst den Konflikt um
Sachbeschädigung mit Gewalt gegen Menschen. Allerdings ist nicht bloß der Polizeiansatz
skandalös, sondern auch und vor allem das Verhalten des Präsidiums. Mit dem Argument der
“Sachbeschädigung” soll die Legitimität und Notwendigkeit studentischer Initiative, Kritik
und Praxis aus der Welt geschafft werden. Müller-Esterl und das Präsidium stehen für eine
Politik, die ihre Legitimität allein aus Sachzwangargumenten bezieht. Hinter diesen versteckt sich jedoch strukturelle Gewalt, Ausgrenzung, Ökonomisierung und stummer Zwang. Sie ist die Politik für eine Universität der Gegenaufklärung. Wenn Studierende dem den längst
überfälligen Protest entgegenhalten und sich um eine kollektive Theorie und Praxis kümmern, werden sie mit dem Verweis auf Sachschaden geräumt. Dies unterschlägt den Skandal des herrschenden Bildungssystems. Wir fordern den Rücktritt von Müller-Esterl, der in seiner Funktion eines moderierenden Sachzwangverwalters diese Politik seit dem ersten Tag betreibt.
Die Besetzer_Innen erklären:
· Unser Protest richtet sich gegen die stummen Zwänge, durch die unsere Möglichkeiten zu Selbstbestimmung, Protest und Kritik systematisch beschnitten werden. Die Universitäten waren und sind eine Veranstaltung, die auf die Erfordernisse der
Ökonomie zugeschnitten ist und nur am Rande Räume für andere Zwecke lässt. Diese Räume gilt es auszubauen, anstatt sie abzuschaffen.
· Die hochschulpolitische Landschaft allgemein und das Frankfurter Präsidium im Besonderen bemühen sich um ein Saubermannimage der Universitäten, die unter dem Deckmantel der geistigen Freiheit Sachzwangpolitik betreiben. Die ständige
Aufforderung zum konstruktiven Dialog täuscht darüber hinweg, dass für Kritik und Emanzipation immer gilt: Sie müssen erkämpft und nicht erbettelt werden.
Gesellschaftliche Konflikte und Probleme gehören auf die Tagesordnung von Seminaren und Diskussionen; stattdessen werden sie jedoch systematisch
unterschlagen und ihre Protagonist_Innen zu gemeinwohluntauglichen Verbrechern stilisiert.
· Aus dieser Perspektive sind die entstandenen Sachschäden und die Parolen an den Wänden der „sauberen“ – und vor allen Dingen gesäuberten – Uni ein Ausdruck unserer Gegnerschaft zu Selektion, Stiftungsuni, Karrierezwang und Konkurrenzdruck.
Sie sind kein konstruktiver Beitrag, sondern Ungehorsam. Die Unileitung hat zur Kenntnis zu nehmen, dass ihre Selbstinszenierung als Hüter des universitären Gemeinwohls als Lüge verstanden wurde; dies hat sich am Mittwoch Abend bewarheitet.
· Wir haben das Casino besetzt, um unsere Vorstellungen von gemeinsamer Reflexion und Kritik praktisch werden zu lassen. Ebenso versuchten wir ein hierarchiefreies Zusammenleben ohne Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus und jede
Form von Diskriminierung zu praktizieren. Wir sind keine motivlosen Vandalen, sondern finden den gesellschaftlichen Alltag zuweilen unerträglich und suchen nach Alternativen. Wir wollen dabei nicht verträglich und brav sein, sondern einen
wahrnehmbaren Kontrapunkt setzen, der dem Gegenstand unserer Kritik angemessen ist.
· Das haushaltspolitische Argument, wir würden der Gemeinschaftskasse der Universität und damit uns selbst schaden, ist eine Unverschämtheit, die auf die Verklärung des universitären Betriebs hofft und setzt. Sie tut so, als kämen die Ressourcen der Institution tatsächlich gemeinschaftlichen Zwecken zu Gute. Darüber hinaus ist unklar, ob die astronomischen Summen nicht vor Allem auf durch die Besetzung ausgefallene Mieteinahmen von der Commerzbank zurück zu führen sind. Im Übrigen möchten wir darauf aufmerksam machen, dass unser einwöchiges Workshopprogramm umsonst organisiert und frei zugänglich war. Die Gelder, die eine Hochschule für solch ein Programm eigentlich bereitzustellen hätte, dürften den entstandenen Sachschaden um einiges übersteigen.
· Die Bemalung der Wände im Casino ist kein Ergebnis eines gemeinsamen Beschlusses.
Sie hätte sinnvoller aussehen und mehr als nur Kosten provozieren können; auch ein Teil der Besetzer_Innen steht ihnen ablehnend gegenüber, auch wenn sie mit etwas weißer Farbe zu beheben sind. Die Bemalung der Bilderrahmen im ersten Stock bedauern wir. Ausdrücklich betonen wir aber, dass lediglich die Rahmen der Kunstwerke etwas Farbe abbekommen haben.
· Insgesamt hat sich bedauerlicherweise einmal mehr gezeigt, dass Unileitung und Medien sich nicht für Inhalte, sondern für Skandale interessieren. In diesem Sinne war die Aktion ein provokativer Erfolg: Seit der Rede von „Sachbeschädigungen“ klingeln die Telefone bei uns und die Presse berichtet. Ein paar lächerliche Sachschäden allerdings zum Mittelpunkt der Auseinandersetzung um gesellschaftliche Missstände zu machen, gibt Auskunft über das Niveau der Diskussion und unterschlägt die „Personenschäden“ die das Bildungssystem systematisch produziert.
· Wir sind solidarisch mit den internationalen Protesten und Besetzungen. Sie sind die Reaktion auf ein katastrophales Bildungssystem und eine ungerechte Gesellschaft.
· Die Universität wurde erst am Mittwochmittag in einer Transparent-Aktion der Besetzer_Innen in Norbert Wollheim Universität umbenannt. Diese Erinnerung an einen der engagiertesten Fechter für eine Entschädigung der Zwangsarbeiter_Innen ist
unser konstruktiver Beitrag zum Umgang mit den Gebäuden des I.G.-Farben Campus und seiner Geschichte. Den durchsichtigen Versuch von Müller-Esterl die Räumung des Casinos als einen Akt des Respekts gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus auszugeben, weisen wir als ekelhafte Instrumentalisierung der Nazi-Verbrechen zurück.
Die Erinnerung an den Nationalsozialismus kam und kommt am IG-Farben Campus stets nur auf Druck kritischer Studierender zustande. Wenn dem Präsidium eine kritische Erinnerungspolitik tatsächlich ein Anliegen wäre, würde es z.B. unseren
Namensvorschlag (Nobert Wohlheim Universität) annehmen, anstatt einen geschichtslosen und im schlechtesten Sinne sauberen „Campus Westend“ zu bewerben.
· Öffentliche Aufmerksamkeit verdient vielmehr der bisherige Erfolg, sich Zeit und Raum für unsere Vorhaben zu nehmen. Wenn morgens um acht schon hundert Leute gemeinsam über bildungs- und gesellschaftspolitische Intervention diskutieren und jeden Tag insgesamt fast tausend Menschen in unseren Räumen diskutieren, arbeiten und miteinander leben, dann ist das ein guter Hinweis auf einen Bedarf an einer Auseinandersetzung wie dieser und einem Raum wie diesem. Gleichzeitig verweist dies auch auf die Notwendigkeit, solche Räume zu schaffen und zu erkämpfen. Im Casino haben wir bestimmt nicht den letzten Versuch hierzu unternommen.
· Öffentliche Aufmerksamkeit verdient zudem das brutale Vorgehen der Frankfurter Polizei. Schon während der martialischen Räumung kam es zu sexistischen und gewaltsamen Übergriffen. Eine Spontandemonstration nach der Rämung wurde brutal
verhindert, Student_Innen wurden geschlagen und in mindestens zwei Fällen sogar von Polizeifahrzeugen angefahren. Die Verletzungen waren teilweise so gravierend, dass 6 Demonstrant_Innen mit Platzwunden und sogar Knochenbrüchen im Krankenhaus behandelt werden mußten.
· Nebenbei bemerkt verweist die Besetzung auf das Fehlen selbstverwalteter studentischer Räume am I.G.-Farben-Campus. Selbstverwaltete Räume sollten eigentlich eine Selbstverständlichkeit darstellen. Außerdem haben wir an diesem Campus vielleicht zum ersten Mal einen öffentlichen Raum geschaffen, der von vielen sonst ausgeschlossenen “Universitätsexternen” genutzt wurde, anstatt ihn an Unternehmen zu vermieten.
· Die große Solidarität von Lehrenden, Studierenden und vielen anderen Menschen ist uns ein ausreichendes Indiz für die Legitimität unserer Position. Und eins sei gesagt:
Wir bleiben solidarisch und lassen uns nicht spalten.
· Wir rufen zu weiteren Solidaritätsaktionen auf. Nur als eine solidarische Internationale Bewegungen haben die aktuellen Proteste eine Chance auf Erfolg.
· Wir fordern den Rücktritt von Müller-Esterl, die sofortige Zurücknahme der Anzeigen und ein Studierendenhaus am I.G-Farben-Campus – sofort!
Das Workshopprogramm findet nach wie vor auf dem I.G-Farben Campus statt. Treffpunkt ist ab 8:00 im Foyer des I.G.-Farben Hochhauses.
Am Donnerstag um 18h gibt es vom Cafe KoZ auf dem Bockenheim Campus ausgehend eine Demonstration gegen die Räumung.
#8 by DOminik on December 3, 2009 - 2:45 pm
Von der frein frein uni kommen wir,
unsre bildung ist genau so doof wie wir
mit den knüppeln in den händen könnt ihr keinen streik
beenden, von der frein frein uni kommen wir!
Das ist echt eine unverschämtheit. Rücktrittsgesuch ist in diesem fall (im gegensatz zu anderen städten) durchaus gerechtfertigt.
Bleibt stark!
#9 by Hater on December 3, 2009 - 3:17 pm
Von den Sachbeschädigungen in Höhe von mehreren 100.000 € ist hier natürlich keine Rede. Ausserdem sollte sich Euer Hass gegen die Polizei und nicht gegen die Unileitung richten, die lediglich ihre Einrichtungen schützen will. Davon ab sind viele der Forderungen eh lächerlich! Diplomstudenten wurden z.B. auch zu Folgeprüfungen zwangsangemeldet und hatten maximal 3 Versuche. Da wollen Bachelors bei reduziertem Umfang noch weitere Lockerungen? Dann seid ihr an der Uni echt falsch. Sucht Euch ne FH oder Ausbildung!
#10 by REBELLWiesbaden on December 3, 2009 - 4:22 pm
Polizeigewalt nicht hinnehmen! Uni Präsident Müller-Esterl muss zurücktreten!
In den späten Abendstunden des gestrigen Mittwochs wurde das besetzte Casino auf dem Campus Westend der Universität Frankfurt brutal von der Polizei geräumt. Zur Zeit der Räumung befinden sich ca. 200 BesetzerInnen in den Räumlichkeiten. Die Staatsmacht geht mit Schlägen und Tritten gegen die StudentInnen vor, vereinzelt kommt es zu sexuellen Übergriffen. In und um die Universität werden mehrere Personen teilweise schwer verletzt. Die Frankfurter Polizei ist bekannt für ihr brutales und willkürliches Vorgehen, dies konnte man bei früheren Studentenprotesten, sowie der Nachttanzdemo 2008 sehen.
Skandalös ist das Verhalten des Uni Präsidenten Werner Müller-Esterl in dieser Sache. Die ganzen letzten Tage sah er sich nicht in der Lage sich zu den Positionen der BesetzerInnen zu äussern. Stattdessen bestellte die Unileitung ohne Vorwarnung mehrere Hundertschaften Polizei um das besetzte Gebäude zu räumen. Man gab den BesetzerInnen 10 Minuten Zeit, dann wurde wie geschildert brutal geräumt. Dieser Umgang mit Kritik ist nicht zu tolerieren.
Der Jugendverband REBELL Wiesbaden unterstützt die Forderung der BesetzerInnen und des AstAs: Uni Präsident Müller-Esterls muss zurücktreten!
Unterstützt die BesetzerInnen und macht solche unerhörten Vorgänge öffentlich!
Solidarität ist eine Waffe! Rebellion ist gerechtfertigt!
Jugendverband REBELL Ortsgruppe Wiesbaden
#11 by shrimp on December 3, 2009 - 6:21 pm
Mich würde mal interessieren, was an den Vorwürfen der Sachbeschädigung wirklich dran ist.
Was die Polizei gemacht hat ist auf jeden Fall skandalös, aber Sachbeschädigung wäre ne beschissene Sache, die der sonst in meinen Augen sehr vernünftigen Besetzungswelle schaden würde…
#12 by Student on December 3, 2009 - 7:19 pm
Schwachsinn, ich bin selber Student und was ich im TV gesehen habe wie sie die Mensa da zugerichtet haben und tische und Stühle zertreten, sowie alles vollgemüllt und die Wände angemalt haben. Das ist alles nur peinlich für die elite in Deutschland.
#13 by Olaf on December 3, 2009 - 7:46 pm
Lieber Hater,
inhaltlich ist es nicht richtig, dass DiplomstudentInnen zu Folgeprüfungen zwangsangemeldet wurden und nur drei Versuche hatten. Ich kenne natürlich nicht alle Studienordnungen, aber viele, in denen diese Bedingungen mit Bacheloreinführungen deutlich verschärft wurden.
Zumal sich ja auch die Anzahl der Prüfungen stark vergrößert hat und schon daher die ständige Drohung mit der Exmatrikulation bei Nicht-Bestehen ein Skandal ist.
Grüße
von jemandem der schon vor Jahren im FBR gegen diese Verschlechterungen angegangen ist und großteils an den Profs scheiterte
#14 by Patriot on December 3, 2009 - 9:58 pm
So bedauerlich es klingt, aber die Räumung war ja mal absolut gerechtfertigt. Ich war in dem Gebäude, wollte eigentlich mitdemonstrieren, aber nicht unter der Fahne der Antifa! Und als ich dann sah was bereits nach einem Tag passiert war, war ich erlich gesagt erzürnt aber auch enttäuscht….Warum bekommen wir frankfurter es net hin was vernünftig und ZIVILISIERT zu besetzten? Nach dem schaden der da verursacht wurde, war ne polizeiliche Räumung bedauerlicherweise der beste schritt, denn die randalierer da drinnen, haben jetzt nur eines bewirkt:
Die Uni wird jetzt sparen, darunter auch bei meinem Studiengang…..
#15 by Patrick@FB04 on December 4, 2009 - 12:34 am
Offener Brief von Stefan Gandler an Müller-Esterl
http://bildungsstreik-ffm.de/cms/?p=94
sehr lesenswert
#16 by egal on December 4, 2009 - 1:42 am
Liebe FreundInnen,
mit Wut und Empörung haben wir von der Räumung eurer erkämpften Freiräume erfahren.
Wir möchten hiermit unsere vollste Solidarität mit euch allen und vor allem den angezeigten KommilitonInnen bekunden. Gute Besserung an die Leute, die verletzt wurden.
Wir verurteilen diese Repression aufs Schärfste. Eine Unileitung, die solche Geschütze auffährst ist offenbar mit ihrem Latein am Ende und wird hoffentlich umso mehr von Euch unter Druck gesetzt werden.
Lasst euch diese polizeistaatlichen Übergriffe nicht gefallen!!
Solidarische Grüße von der Bildungsoffensive der katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin(KHSB)
Presse/Öffentlichkeit AG
email: bildungsoffensive.khsb@yahoo.de
info-telefon: 0176-66632310
http://www.bildungsoffensivekhsb.blogsport.de
http://www.unsreunis.de
http://www.khsb.de
http://www.bildungsstreik-berlin.de
http://www.bildungsstreik2009.de
http://www.studivz.de –> Gruppe: Bildungsstreik 2009
http://www.facebook.com –> Gruppe Bildungsoffensive KHSB
http://www.twitter.com –> khsb_brennt
#17 by Peter on December 4, 2009 - 10:48 am
Ich finde es eine Frechheit, was hier abgeht.
Die Räume wurden verwüstet, Sachbeschädigungen im 6-stelligen Eurobereich, und dann beschwert ihr euch, wenn die Unileitung das ganze Räumen lässt?
Seid ihr eigentlich noch ganz dicht?
Ich beführworte friedliche Proteste und Bestzungen, aber was hier abgeht ist wohl mal unter aller Sau…
Man kann Gebäude auch besetzen ohne dabei alles zu zertrümmern…
Das ist einfach nur peinlich was da abgezogen wurde und was hier im Blog passiert.
Von den Besetzenden natürlich kein Wort, dass sie zurecht rausgeworfen wurden.
Ich hoffe, dass die Besetzenden für den entstandenen Schaden aufkommen müssen und wenn sie dafür Jahre lang Kredite abzahlen müssen… So gehts einfach nicht, schließlich wurde in vielen anderen Städten zur Genüge gezeigt, dass es auch ohne Sachbeschädigung funktioniert!
#18 by ffm on December 4, 2009 - 12:17 pm
Um das hier nochmal klarzustellen, natürlich hat es Bemalungen, Schmierereien, wie auch immer man es nennen mag, gegeben, die man als Provokation nicht unbedingt akzeptieren muss. Hierzu gab es auch intensive Diskussionen unter den Besetzer_Innen. Allerdings haben wir uns von mutwilligen Zerstörung von Einrichtungsgegenständen distanziert und diese haben auch nicht in dem Umfang stattgefunden, wie es die Universitätsleitung in den Medien glaubhaft machen will.
Ein Mitarbeiter des Studentenwerks hat uns gegenüber bestätigt, dass die Einstellung des Mensa und Cafeteria-Betriebs allein von der Uni-Leitung ausgeht und nicht von Ihnen, da dies eigentlich problemlos möglich wäre. In Ihren Räumen sei es außer einer beschädigten Tür zu keinen Sachschäden gekommen. Es seien ausschließlich ein paar Getränke, Schokoriegel und Eis entwendet worden. Dies sei zwar nicht schön, aber erzeuge auch keinen Sachschaden im 5- oder 6-stelligen Bereich. Angeblich durch Farbe beschädigte Kunstwerke befinden sich in Ihren Rahmen hinter einer Glasscheibe, also sind nur die Rahmen beschädigt worden, auch das haben wir von Studentenseite bedauert. Außerdem haben sich Studenten auch bereit erklärt die bemalten Wände zu streichen, um die Kosten zu minimieren. Das Präsidium rechtfertigt sein Vorgehen mit einseitige und pauschalisierender Berichterstattung in Bild-Zeitungs-Manier. Die Schadens-Bezifferung wird ständig nach oben korrigiert, in überirdische Verhältnisse. Das hat vermutlich den einzigen Hintergrund, dass man versucht einen Versicherungsfall daraus zu machen, der erst ab einer gewissen Schadenssumme eintritt. Ich war tagelang in diesem Gebäude und bin zwar kein Experte aber für einen 6-stelligen Betrag habe ich hier nicht die Schäden gesehen. Ich habe nichts anderes gemacht, als das was ich sonst auch im universitären Alltag mache, mich inhaltlich und kritisch mit politisch relevanten Themen auseinander zu setzen und bekomme nun eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch und am besten noch wegen Vandalismus? Das Präsidium versucht den gesammten Bildungsstreik zu kriminalisieren und nimmt dabei offenbar keine Rücksicht auf Kollateralschäden unter den Studierenden. Gestern sagte er in einem kurzen “Gespräch” mit ein paar Studierenden zwischen Tür und Angel. “Das Präsidium ist doch nicht verantwortlich, sondern der AStA. Dieser hätte den Vandalismus unterbinden müssen und hat statt dessen die Hände in den Schoß gelegt.” Diese und andere Aussagen vermitteln folgendes Bild: Der Präsident hat seine Universität unter Kontrolle. Der AStA hat seine Student_Innen nicht unter Kontrolle. Etwas unfreiwillig hat hier offenbar dem AStA ganz neue Kompetenzen zugesprochen, denn meines Wissens nach ist dieser kein Kontroll-Organ und schon gar kein Legislativ und Exekutiv-Organ, dass studentische Gesetze aufstellt und deren Einhaltung durchsetzt. Es geht hier nicht um eine Diskussion Vandalisimus ja/nein, sondern um die vollkommene Überforderung des Präsidiums mit dieser Situation. Auch gestern war wieder massives Polizeiaufgebot auf dem Campus, dass die Zugänge zum House of Finance “bewachte” und gegen 16 Uhr wurde der Turm “evakuiert” und abgeschlossen, um eine vermutete Besetzung (die nicht geplant war) zu verhindern. Der ganze Uni-Betrieb wird eher durch eine präsidiale Paranoia, als durch die Protestler_Innen gestört.
Soviel zu meiner Meinung und Einschätzungen
#19 by Jakob on December 7, 2009 - 4:17 pm
Beide Seiten lügen! Mangelnde Reife lässt sich Protestlern und den Polizisten attestieren, enttäuschend, dass die Linken etwas, das jedem gehört, an sich reissen. So finden wir kein Gehör!
#20 by Kris on December 7, 2009 - 11:41 pm
Dokumentation zur Räumung des Casinos. Wirklich sehenwert:
http://www.youtube.com/watch?v=4TKD9WLJMhY
#21 by iphone for free on December 5, 2010 - 9:02 pm
i may not have decided this had been awesome a couple of years ago yet its crazy how age switches the manner you see a good range of ideas, thank you with regard to the posting it is actually enjoyable to see some thing intelligent occasionally instead of the customary nonsense mascarading as a blog on the web