Rektor verpasst Chance zum Dialog in Düsseldorf


Rektor verpasst Chance zum Dialog

Gespräch auf Schloss Mickeln – Presse unerwünscht

Am heutigen Mittwoch dem 16. Dezember hat das Rektorat die Chance auf einen Dialog mit den
seit Wochen protestierenden Studierenden der Heinrich-Heine Universität verpasst. Rund 30
ausgewählte Studierende wurde heute nach Schloss Mickeln eingeladen. „In ungezwungener
Atmosphäre“ solle über „vielfältige Aspekte der Studienorganisation und Studienerfahrung“ (so die
Formulierung in der Einladung) an der der Heine-Universität „diskutiert“ werden.
Gleich zu Beginn machte der Moderator klar, dass „ausdrücklich keine Statements [von Seiten der
Studierenden] erwünscht“ wären, sondern lediglich fragen gestellt werden dürften.
Ebenfalls macht er klar, dass Presse unerwünscht sei, schließlich könnten wir uns sonst nicht frei
äußern.
Schnittchen zur Beruhigung

Mit der Wahl des Ortes, der Teilnehmer, der Gesprächsführung machten Rektor Prof. Dr. Dr. H.
Michael Pieper und der Prorektor für Lehre und Studienqualität, Prof. Dr. Ulrich von Alemann
wieder einmal klar, dass sie an einer Auseinandersetzung mit den Problemen von Studierenden
keinerlei Interesse haben.
Statt dessen wird probiert die Studierenden ruhig zu stellen, in dem die offiziellen Studierenden-
Vertreter mit Belehrungen und Partyservice besänftigt werden.
Offenbar hat der Rektor die Anliegen der Studierenden nicht verstanden. Demokratische Strukturen,
die einen offenen Dialog zwischen allen Statusgruppen eröffnet ist eine der Kernforderungen. Nur
durch einen konstruktiven Prozess des Dialogs mit der Einbeziehung aller Betroffener können die
Missstände die durch die Umstellung auf das Bachelor/Master-System entstanden sind, behoben
werden.
Zeit wird knapp

„Wir werden auch weiterhin für einen solchen Prozess bereit stehen. Dialog ist jedoch nicht, wenn
das Rektorat spricht und die Schäfchen nicken. Aus diesem Grund habe ich die Veranstaltung
verlassen.“, so Carlos Cota Castro einer der Organisatoren des Bildungsstreiks in Düsseldorf.
„Dabei rennt dem Rektorat die Zeit davon, die Studienbedingungen zu verbessern. Im nächsten
Wintersemester wird sich die erste große Welle der ‘Generation Bildungsstreik’ an der Universität
einschreiben. Wenn jetzt schon Hörsäle besetzt werden, was passiert dann erst, wenn Menschen an
die Uni kommen für die Protest etwas völlig normales geworden ist?“
Organisationskreis Bildungsstreik Düsseldorf

  1. #1 by Dr. math. Ulrich Hirth on December 18, 2009 - 1:31 am

    Ich stelle mir gerade vor, wie das wäre,
    wenn ich 23 Jahre jünger gewesen wäre
    und somit im Jahre 2010 statt 1987
    mein 1,2-Abitur mit den Leistungsstudienfächern M/Ph
    gemacht hätte. Ich hätte im Vorfeld des WS 2010/11
    eindringlich an die Führer unseres Landes appelliert,
    diesen Saftladen von Universität noch rechtzeitig
    zu meinem Studienbeginn in Ordnung zu bringen,
    damit die berechtigterweise streikenden Studenten
    ihre Proteste beenden können
    und solche Leute wie z.B. ich ihre Methe-Begabung
    zum Nutzen der Gesellschaft
    an der Uni frei und ungestört entfalten können !

(will not be published)