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Würzburg: Aufruf zur Demo am Sa 23.10.2010

Die Studierendenvertretung und wir, der Bildungsprotest, rufen alle Studierenden auf, diesen Samstag gemeinsam in Würzburg auf die Straße zu gehen. Lasst uns

zusammen mit unseren DozentInnen, ProfessorInnen, DekanInnen und unserem Uni-Präsidenten gegen die jüngsten Sparbeschlüsse der Bayerischen Staatsregierung protestieren!

Treffpunkt: 9:15 Uhr am Residenzplatz

Ziel: 10 Uhr Saalbau Luisengarten

Dort beginnt um diese Uhrzeit der Regionalparteitag der CSU.
Lasst uns der dort versammelten Politprominenz deutlich machen,was wir von dieser Politik halten! – Nichts.
Bringt mit, was Krach macht und malt Banner…

Chronologie:
28.09.2010 Kabinettsbeschluss der Bayer. Staatsregierung zur sofortigen Haushaltssperre
11.10.2010 Artikel in der Süddeutschen “Kahlschlag wie unter Stoiber”
14.10.2010 PM und Offener Brief der bayer. Universitäten und Hochschulen an Ministerpräsident Seehofer
18.10.2010 Stellungnahme der Studierendenvertretung
20.10.2010 Stellungnahme von Universitätspräsident Prof. Dr. Forchel

Hintergundinfos:

Zielvorgaben 2009-13 Uni Würzburg
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Würzburg — was seit dem 11.11. geschah

Mittwoch, 11.11.2009, nachmittags:

Etwa 30-40 Studenten beschließen nach einer Soli-Demo für Österreich spontan, das Audimax zu besetzen.

Donnerstag, 12.11.: Die erste Vollversammlung der Besetzer findet statt. Prof. Dr. Thome wird daran gehindert, seine Vorlesung zu halten. Es kommt zu einem kleinen Handgemenge zwischen Studenten und ihm, da er zum Teil sehr vehement vorging und Studenten auch herumschubste. Der Bayrische Rundfunk ist vor Ort – einen Ausschnitt der Situation zeigt die Tagesschau.

Freitag, 13.11: Erste Arbeitskreise werden gegründet, eine Organisationsstruktur wird geschaffen. Die Arbeit beginnt. Der SprecherInnen-Rat der Uni erklärt sich solidarisch. Mittlerweile hat sich eine ganze Latte solidarisch erklärt.

Samstag, 14.11: AK Mobilisierung nimmt Arbeit auf. SPD-Abgeordneter Volkmar Halbleib erscheint spontan im Audimax und erklärt seine Solidarität. Die geplante Sammel-Live-Schaltung nach Santa Cruz kommt leider nicht zustande. Die Forderungen an die UniLeitung Würzburg werden das erste Mal formuliert. Ebenso wird ein Entwurf der Forderungen an den Bayrischen Landtag entwickelt. Flyeraktionen laufen an. Am späteren Abend wird gejammt – neben Gitarren und Rhythmusinstrumenten hört man auch ein Akkordeon und Querflötenklänge.

Sonntag, 15.11: Die Forderungen an den Bayrischen Landtag werden im Plenum verabschiedet. Die Planungen für den Aktionstag am Dienstag beginnen.

Montag, 16.11: Neue Flyer werden entworfen. Bayern1 berichtet im Mainfrankenstudio über den aktuellen Stand aus dem Audimax.

Dienstag, 17.11.: Studenten trauern um die freie Bildung, die in einem Sarg am Marktplatz aufgebahrt ist. Beileidsbekundungen in Form von Grablichtern sind zahlreich. In der Uni-Hubland finden ebenso Aktionen statt – ein Riesenbanner wird straßennah aufgehängt und eine Bildungsmauer eingerissen. Um 18 Uhr findet eine Infoveranstaltung für Interessenten statt, die regen Zuspruch findet – das Audimax ist brechend voll. Ein Kamerateam vom BR begleitet uns den ganzen Tag, um für das Politmagazin “Kontrovers” zu berichten. Mittlerweile gibt es diverse Workshops im Audimax – Jonglieren, gestalterische Aktivitäten, Kunst etc… Prof.Thome erscheint aus freien Stücken im Audimax und stellt seine Sicht der Dinge klar. Unter anderem fordert er ein radikaleres Vorgehen der Besetzer und erzählt von früher. Der Wissenschaftsminister Heubisch kündigt auf Bayern2 an, dass er am Mittwoch den 25.11. um 08:00 morgens in den Audimax nach Würzburg kommt.

Mittwoch, 18.11.: Der Uni-Kanzler bittet um Gespräch, das wird jetzt alle paar Tage normal sein, zwecks up2daten. Die Nachtruhe im Audimax wird durch drei RCDS-Mitglieder gestört, die früh morgens hereinstürmen und Parolen skandieren. Ulrike Gote, Bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der Grünen besucht das Audimax und erklärt ihre Solidarität.

Donnerstag, 19.11.: Die Arbeitskreise treffen sich um 15 Uhr. Prof. Dr. Heinz Reinders kündigt für morgen eine Vorlesung “Empirische Bildungsforschung” an.

Freitag, 20.11.: Prof.Reinders hält Vorlesung zum Thema “Empirische Bildungsforschung”, da er eine faktenorientierte Argumentation in der aktuellen Diskussion auf beiden Seiten vermisst. Seinem Vortrag nach gibt es keine empirischen Beweise, die eine soziale Selektion durch Studiengebühren aufzeigen.

Samstag, 21.11.: Prof. Bofinger, einer der Wirtschaftsweisen, der auch an der Uni Würzburg lehrt, erscheint spontan im Audimax und unterhält sich mit den Besetzern. Er spricht sich gegen Studiengebühren aus.

Sonntag, 22.11.: Es wird eine Informationsrunde zu juristischen Grundlagen bei der Bekämpfung der Studiengebühren angeboten. Dipl. päd. Andreas Huber bietet einen Lesekreis an, um sich mit dem Ideal von Universitäten zu befasseb. Dies wird anhand von Humboldt, Nietzsche und Adorno versucht. Außerdem fragen Grundschüler, warum wir protestieren. Dazu gibts eine Radiosendung, die im Bayrischen Hörfunk ausgestrahlt wird.

Montag, 23.11: Am Abend tritt der bekannte Liedermacher Hans Söllner im Audimax auf – er unterstützt den Protest uneingeschränkt und appelliert ans Durchhaltevermögen der Besetzer. Ca. 700-1000 Besucher sind vor Ort.

Dienstag, 24.11.: Die Vorbereitungen für den morgigen Besuch des Wissenschaftsministers Heubisch sind in vollem Gange.

Mittwoch, 25.11.: Der Oberbürgermeister der Stadt Würzburg erklärt sich solidarisch mit den Forderungen der Besetzer. Heubisch ist morgens um 8 im Audimax und wird singend empfangen, mehrere Delegationen aus anderen Städten sind vor Ort und unterstützen die Studenten aus Würzburg. Heubisch wird ein bayernweiter Forderungskatalog übergeben, den der AK Vernetzung mit anderen Unis zusammen entwickelt hat. ON-3 Südwild berichtet am Nachmittag aus Würzburg.

Donnerstag, 26.11.: Abends findet eine Lesung im Audimax statt. Es wird außerdem beschlossen, für Samstag abend eine Infoveranstaltung für Professoren und Dozenten der Uni Würzburg und der FH Würzburg-Schweinfurt anzubieten.

Freitag, 27.11: Die Arbeit in den Arbeitskreisen ist mittlerweile weit ausdifferenziert, unter anderem gibt es Arbeitskreise “Mobiliserung”, “Aspo”, “Aktion”, “Langzeitwirkung”, “Vernetzung”, “BaföG”, “Bologna” etc….

Samstag, 28.11: Hans Dönitz, der bei den Studierendenprotesten 1993 mitgewirkt hat, bietet am Sonntag von 10:00 bis 15:00 (Treffpunkt Infostand vor dem Audimax) einen Workshop an zum Thema “Inszenierung von Protest” . Es sollen seine und unsere Erfahrungen über Proteste gesammelt werden, die aktuelle Situation analysiert werden und Perspektiven aufgezeigt werden. Er hat bereits Material dazu vorbereitet und wünscht sich mindestens 10 Teilnehmer.

Sonntag, 29.11.: Auf WG-gesucht.de kann man sich über Wohnmöglichkeiten im Audimax interessieren. Die Liedvorschläge der Uni Gießen finden bei den Besetzern aus Würzburg tolles feedback.

Montag, 30.11.: Für die morgige Demo laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, es sind mittlerweile mindestens 70.000 Flyer gedruckt wurden. Für Mittwoch wird abends eine Inforveranstaltung für Dozenten der Uni und FH angeboten, erneut.

Dienstag, 01.12.: Die Demo startet kurz nach 11 vor der Sanderuni, trotz schlechtem Wetter kommen ca. 3000 Schüler und Studenten und beteiligen sich am Demonstrationszug. Während der Demo drängt Prof. Hochhuth mit Jura-Studenten in den Audimax, um die Situation auszunützen, da lediglich ca. 10 Besetzer während der Demo im Audimax geblieben sind. Er bezeichnet das Vorgehen der Besetzer “leninistisch” und spricht auch von “Bolschewisten”. Abends kommt der Präsident des Bayrischen Lehrer-Verbandes und erklärt sich klar solidarisch mit den Studenten. Er verweist neben den bekannten, strukturellen Problemen des Bolognaprozesses außerdem auf die schlechten Bedingungen für Lehramtstudenten.

Mittwoch, 02.12.: Zu der Infoveranstaltung am Abend kommen ca. 25 Profs. der Uni, von der FH erscheint KEIN EINZIGER.(!)

Donnerstag, 03.12.: Das Plenum beschäftigt sich unter anderem mit dem Brief der LMU München an die Studenten. Abends findet eine Fotoshow im Audimax statt, die musikalisch untermalt ist. Erste Zweitwohnsitze werden offiziell im Audimax angemeldet.

Freitag, 04.12: Mittlerweile sind wir 24 (!) Tage im Audimax. Im Plenum sprechen Gewerkschaftsvertreter und erklären ihre Solidarität. Außerdem geben sie wertvolle Tips zur Vorbereitung und Organisation von Streiks generell. Es wird darüber gesprochen, wie nach einer eventuellen Räumung weiter vorgegangen wird.

Mittlerweile kursieren fast jeden Tag neue Gerüchte über eventuelle Räumungen, die Vertreter der Besetzer stehen in ständigem Kontakt zur Hochschulleitung. Für aktuelle Infos checkt bitte: www.wuerzburg-brennt.de

BS57

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Vollversammlung in Würzburg

Vollversammlung

Was gerade passiert: Das Audimax wird immer voller – der Protest und die Besetzung haben sich langsam herum gesprochen. Seit mehreren Stunden wird nun kontrovers diskutiert. So kamen auch Gegenstimmen aus Studentenreihen, nachdem heute Morgen ein Kritik-Flugblatt kursierte, das für Diskussionen sorgte. So wurde die dürftige Organisation angeprangert, aber auch das Audimax als Protestort und die damit verbundenen Ausfälle.

Durch den wachsenden Zulauf herrscht weitgehender Konsens über die Fortsetzung des Protests. Auch wird weiterhin das Audimax besetzt – gerade durch die Besetzung ist die Aufmerksamkeit überhaupt erst entstanden.

Die Universitätsleitung gibt sich bis jetzt sehr konstruktiv – so wurde eine öffentliche Debatte mit dem Universitätspräsidenten um 18.30 Uhr eingeräumt. Auch das Medieninteresse wächst: Die Tagesschau überträgt heute Abend eine Live-Schaltung in das Audimax. Alle Studierenden und Unterstützer sind also aufgerufen, möglichst zahlreich zu kommen!

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Würzburg, HU Berlin, Hamburg, Hildesheim …

ganze viele neue Besetzungen …. sobald es dazu mehr gibt wird das hier veröffentlicht.

update:

HU Berlin: Audimax der HU Berlin ist besetzt. Plenum um 21 Uhr im Audimax, um weiteres Vorgehen zu besprechen!

Hamburg: “Moin, heute seit ca. 16Uhr wird von ca. 200 Leuten das Audimax, aus Solidarität mit Wien und aufgrund der katastrophalen Situation an den Unis, besetzt gehalten. Arbeitsgruppen finden sich zusammen und beraten über das weitere Vorgehen, Forderungen”

Hildesheim: Hörsaal 1  besetzt | ca. 50 Leude | O-Phase + Plenum JETZT !!!!

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