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Pressemitteilung des Bildungsstreiks Stuttgart

Bestätigung der Hörsaalbesetzung durch Vollversammlung an der Uni Stuttgart
Am Donnerstag, den 26. November 2009 um 13.00Uhr haben sich insgesamt etwa 1350
Studierende zu einer Vollversammlung an der Uni Stuttgart eingefunden. Die
Veranstaltung fand an 2 Standorten, einmal dem Audimax auf dem Campus Stuttgart
Vaihingen mit ca. 850 Anwesenden und im besetzten Tiefenhörsaal auf dem Campus
Stadtmitte mit ca 500 Anwesenden statt.
Nach der Vorstellung des Protests, der Forderungen und neuer Informationen zu der
Überarbeitung des Masterplans von Rektor Ressel, wurde über die Unterstützung des
Streiks und seiner Forderungen abgestimmt. Eine überwätigende Mehrheit auf beiden
Versammlungen stimmte bei der Abstimmung mit „Ja“. Bei insgesamt 21 Gegenstimmen
(17 Vaihingen und 4 Stadtmitte) und 14 Enthaltungen (8 Vaihingen und 6 Stadtmitte)
stellen die streikenden StudentInnen einen unglaublichen Rückhalt in der
Studierendenschaft fest und werden die Besetzung bis auf Weiteres unbegrenzt
fortsetzen. Die Forderungen wollen sie nun gestärkt in Politik, Gesellschaft tragen.
Weiterhin laden die BesetzerInnen alle Auszubildenden, SchülerInnen, Studierenden und
BefürworterInnen unserer Bewegung dazu ein, sich mit uns über unsere Ziele zu
diskutieren und an unseren Veranstaltungen und Aktionen teilzunehmen.

Das streikende Kollektiv

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Uneingeschränkte Solidarität mit den Protesten in Stuttgart

Die besetztenden Studierenden der Uni Regensburg betonen hiermit ihre uneingeschränkte Solidarität mit dem gestrigen Protestzug in Stuttgart, sowie mit den Besetzern der Uni Stuttgart. Es ist erfreulich, dass die Demonstration seitens der Protestierenden friedlich verlaufen ist und der Protestwille unserer Bewegung ungebrochen fortbesteht.

Das Plenum der besetzten Universität Regensburg

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offener Brief der Besetzenden in Stuttgart

Sehr geehrter Herr Prof. Ressel,

Demokratie verwirklichen!

An der Universität muss ein Prozess der Demokratisierung iniziiert werden. Dazu gehören Transparenz, Autonomie der Studierendenschaft und eine gerechte Mitbestimmung. Transparenz ist dahingehend notwendig, dass Prozesse und Beschlüsse des Rektorats für jeden nachvollziehbar sein müssen. So fordern wir konkrete Informationen über den Stand des sogenannten Masterplans, sowie eine Einsicht in die Verwendung der Finanzmittel. Des weiteren fordern wir die Wiedereinführung der Verfassten Studierendenschaft, um die Autonomie der Studierendenschaft wiederherzustellen. Um ein gerechtes Mitspracherecht und die demokratischen Grundlagen der Universität zu wahren, fordern wir die sofortige Abschaffung der Hochschulräte und die Stärkung des Senats als letztes beschlussfassendes Gremium. Der Senat muss alle Teile der Gruppenhochschule angemessen vertreten, dazu fordern wir die drittelparitätische Verteilung der Senatssitze.

Reform des BolognaProzesses

Die BA/MAStudiengänge müssen reformiert werden. Um die Reform der Reform gerecht zu gestalten, müssen die Studierenden in den Reformprozess mit einbezogen werden. Dazu fordern wir die Rücknahme der Modularisierung und die Möglichkeit das Studium frei zu gestalten. Dazu gehört auch die Abschaffung der Anwesenheitspflicht. Unabhängig davon fordern wir den Erhalt des Staatsexamens in nicht modularisierter Form und die rechtliche Zusicherung, alle Veranstaltungen, die laut Prüfungsordnung vorgeschrieben sind,wahrnehmen zu können.

Fairer Zugang zu Bildung

Wir fordern, dass jedem BachelorabsolventIn ein Masterplatz zusteht. Desweiteren sollen die Studierenden nicht durch eine vorgegebene Studiendauer in ihrer Freiheit eingeschränkt werden. Um einen freien und gleichen Zugang zu Bildung zu gewähren, müssen alle Formen der Studiengebühren abgeschafft werden. Die Finanzierung der Universität muss das Land gewährleisten, dazu fordern wir die Aufhebung des sogenannten Solidaritätspaktes und die Einführung einer bedarfsgerechten Finanzierung.

Eine moderne Volluniversität für die Landeshauptstadt

Wir fordern den Erhalt der Universität Stuttgart als Volluniversität. Es darf keine Profilschärfung auf Kosten anderer Fachrichtungen geben. Weitergehend fordern wir die Nichtteilnahme an der Exzellenzinitiative und einen konkreten Zukunftsplan für die Universität Stuttgart unter Einbeziehung der Studierendenschaft

DAS BESETZENDE KOLLEKTIV

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Stuttgart: Pressemitteilung zur Besetzung des Tiefenhörsaals

Stuttgart, 16.11.2009 – AK Bildung

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit heute (16.11.2009) halten 80 Studierende den Tiefenhörsaal der Universität Stuttgart besetzt.
Wir Studierenden wollen damit unsere Unzufriedenheit mit den Studienbedingungen und dem
Bildungssystem im Rahmen des „Bundesweiten Bildungsstreiks“ zum Ausdruck bringen. In der
ganzen BRD sind Hörsäle besetzt, sogar europa­ und weltweit beginnen Studierende gegen die
Zustände im Bildungswesen aufzubegehren.
Seit Jahren sind die Missstände im Bildungswesen der BRD bekannt: Chronische
Unterfinanzierung, Unzureichende personelle Ausstattung, sowie die massiven Probleme die durch
die im Rahmen des Bolognaprozesses eingeführten neuen Bachelor­/Masterstudiengänge entstanden
sind. Bereits im Sommer dieses Jahres beteiligten sich 270.000 Menschen in der ganzen BRD an
Demonstrationen in der Bildungsstreikwoche. Trotz der massenhaften Beteiligung wurden die
Forderungen der Studierenden, Schülerinnen und Schüler, sowie der Auszubildenden von der Politik
nahezu vollständig ignoriert.
Wir machen heute klar, dass wir nicht zu ignorieren sind. Wir solidarisieren uns mit den
Besetzungen und kämpfen für die Verbesserung des Bildungswesens.

Kritik an Studienbedingungen

„Es geht nicht um ein paar kleinere ’Problemchen’ im Bildungswesen, das Bildungssystem als
Ganzes steckt in einer Krise. Die vergangenen Reformen und Umstrukturierungen im
Bildungswesen führten keine Verbesserung der Situation herbei, sondern verschärften
beispielsweise durch Studiengebühren die soziale Selektion. Die Einführung der
Bachelor­/Masterstudiengänge führte zur Verschulung des Studiums, welches in dieser Form ein
wirklich wissenschaftliches Arbeiten und Lernen unmöglich macht. Der Prüfungs­ und Zeitdruck in
diesen Studiengängen hat katastrophale Auswirkungen, viele Studierende ächzen unter der Last der
Prüfungsordnungen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass viele Studien auf die psychisch
katastrophalen Auswirkungen durch die Situation der Studierenden an der Universität eindrücklich
hinweisen. Nicht nur die Einnahme von Antidepressiva, sondern auch der Konsum
leistungssteigernder Mittel wie Ritalin ist verglichen mit nichtstudentischen Altersgenossen
signifikant erhöht. Die psychologischen Beratungsstellen an den Universitäten erhalten vielerorts
massiven Zulauf“, so Ruwen Stricker vom AK Bildung.

Die Studierenden fordern deshalb die Abschaffung der Studiengebühren sowie die sofortige
Umgestaltung des Bachelor­/Mastersystems.

Nicht nur die soziale Ungerechtigkeit im Bildungsswesen und die gescheiterte Reform der
Studiengänge treibt die Studierenden auf die Bar rikaden. Auch die herrschenden finanziellen
Rahmenbedingungen und die daraus resultierenden Folgen bewegen Studierende dazu, sich an den
Besetzungen zu beteiligen:
„Die finanzielle Austrocknung der Universitäten treibt diese in einen ruinösen Wettbewerb um
Gelder aus der Exzellenzinitiative, bei dem die eigentliche Funktion der Universitäten, Wissenschaft
und Forschung in der Breite zu betreiben, immer mehr betriebswirtschaftlichen Überlegungen
geopfert wird. Ökonomisch scheinbar irrelevante Studiengänge geraten zunehmend auf die
Streichlisten, wobei insbesondere die Geisteswissenschaften von dieser Entwicklung betroffen
sind“, so Nils Langer, Student der Luft­und Raumfahrttechnik und aktiv in der Besetzung.

Masterplan weiterhin aktuell

Die finanziell katastrophale Lage der Universität Stuttgart liefert ein deutliches Beispiel für eine
derartige Entwicklung. Im Sommer kamen Pläne des Universitätsrektors Wolfram Ressel in die
Öffentlichkeit, die vorsahen 24 Professuren umzuwidmen, um die Chancen auf Gelder aus der
Exzellenzinitiative zu erhöhen. Insbesondere die Geisteswissenschaften sind durch diese Pläne in
der Substanz bedroht. Die Proteste der Studierenden führte zunächst dazu, dass weitere konkrete
Planungen in Kommisssionen ohne studentische Beteiligung verschoben wurden.
„Bis dato haben wir keinerlei Informationen wie sich die Planungen entwickeln. Wir befürchten
jedoch, dass die neuen Pläne alter Wein in neuen Schläuchen ist. Die drohenden weiteren
finanziellen Kürzungen deuten eindeutig in diese Richtung. Bislang gab es keine Zusicherung von
Seiten des Rektorats. Wir fordern den Rektor dazu auf, endlich Stellung zu beziehen und sich in
unserem Interesse einzusetzen. Als Repräsentant der Universität muss er unsere Interessen auch
gegenüber der Landesregierung offensiv vertreten. Dies bedeutet eine solide staatliche Finanzierung
der Universität, für die das Land aufkommen muss, einzufordern. Diese würde ein Weiterbestehen
der Geisteswissenschaften, wenn nicht gar deren Ausbau ermöglichen“, so Vanessa Gold, die sich
unter anderem in der Initiative Volluniversität engagier t und die Besetzung mitträgt.

Die Studierenden fordern die Aufgabe jeglicher Pläne die zur Streichung von Professorenstellen in
den Geisteswissenschaften und eine solide staatliche Grundausstattung der Hochschulen.

Arbeitskreise der Faveve:
Initiative Volluni, AK Bildung
Kontakt:
0711 – 685 81701
ak­bildung­info@faveve.uni­stuttgart.de

____

gefunden: http://www.faveve.uni-stuttgart.de/ak-bildung/wp/

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Stuttgart ist dabei: Tiefenhörsaal im K2 besetzt

Seit heute mittag ist der Tiefenhörsaal im K2 in Stuttgart besetzt.

weitere Infos folgen. der nächste Termin: 19.00Uhr Plenum!


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