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Wir werden mehr!!!!!! Wir sind gekommen, um zu bleiben
Jetzt gibt es live Musik und immer mehr Menschen kommen. Das was wir machen findet Anklang und Unterstützung. Weiter so! Kommt alle!
P R E S S E M I T T E I L U N G
der Besetzer_innen des Audimax der Universität Potsdam
Trotz Räumungsdrohung: Besetzer_innen wollen Potsdams Audimax zum offenen Forum für Kultur, Diskussion und Demokratie machen.
Seit Mittwoch Nachmittag besetzen dauerhaft mindestens 60 Studierende das Audimax der Universität Potsdam. Nach einer sehr gut besuchten Vollversammlung, auf der Uni-Leitung und Landespolitik durch verschiedene Beschlüsse zur Umsetzung von vielen bereits seit Jahren artikulierten Forderungen und Versprechen aufgefordert wurden, entschieden sich spontan einige der Teilnehmer_innen zum Bleiben. “Dass wir sowohl von unserem Präsidium als auch den Landespolitiker_innen seit Jahren mit Scheinzugeständnissen abgespeist werden, ist nicht nur eine Frechheit, sondern auch verantwortungslos einer ganzen Generation von Studierenden gegenüber. Wo bleibt das Recht auf Master für alle Bachelor-Absolvent_innen? Wo die Verbesserung der Betreuungs- und Studienbedingungen und wo die Demokratie in unseren Hochschulen?” empört sich Meike.
Das besetzte Audimax wurde bisher schon für Workshops, Filme und politische Diskussionen genutzt. Aktuell planen die Protestierenden nicht nur ein umfangreiches öffentliches Kulturprogramm für das Wochenende, sondern auch die möglichst breite und demokratische Einbeziehung der Studierenden in die Formulierung der Forderungen und die Entscheidung über das weitere Vorgehen. “Wir wollen in der kommenden Woche über Aufsteller an allen Standorten sowie über Online-Medien die Probleme und Vorschläge der Studierenden erfragen und unsere Forderungen so kontinuierlich anpassen und ausbauen.” führt Robin aus.
Um so erschrockener zeigen sich die Aktiven von der Räumungsdrohung durch die Uni-Leitung: “Die Kanzlerin, Frau Obst-Hantel, erklärte uns gegenüber, dass die Bereitschaft für einen konstruktiven Dialog nicht mehr gegeben sei, wenn am Montag keine Lehre stattfinden könne. Das Zeichen ist klar, wir müssen nun mit einer Zwangsräumung noch an diesem Wochenende rechnen.” erklärt Vicky.
“Derzeit arbeiten wir an Möglichkeiten zur Kommunikation und Einigung mit den von der Besetzung betroffenen Lehrkräften.”, will Benito betont wissen. Und weist auf die Langfristigkeit der Planungen und die Gesprächsbereitschaft der Demonstrat_innen hin.
Für Samstag Nachmittag und Abend sind verschiedene Kultur-Veranstaltungen geplant (Link siehe unten). Am Sonntag Nachmittag soll es sowohl eine Theateraufführung eines international bekannten Ensembles (Jana Sanskriti) im Audimax geben als auch eine Pressekonferenz mit Vertreter_innen der Landespolitik.
“Dies ist im Übrigen keine Aktion des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA), jedoch freuen wir uns über die Unterstützung durch die Referent_innen”, stellt Jörn klar. Der AStA ist das jährlich gewählte Exekutiv-Organ der verfassten Studierendenschaft und wird gerne von der Uni-Leitung fälschlicherweise mit verschiedenen eigenständigen Protestgruppen gleich gesetzt.
Wir hoffen auf rege Beteiligung und möchten alle Interessierten dazu aufrufen, nicht nur als Gäste zu den Veranstaltungen zu kommen, sondern sich auch aktiv mit in unsere Diskussion und Entscheidungsfindung einzubringen. “Lasst uns das Audimax zum Raum für Kultur, Diskussion und Demokratie machen und kommt vorbei!” schließt Janina mit einem Appell an Studierende, Lehrende, Schüler_innen und alle, denen Bildung nicht egal ist.
Das Veranstaltungsprogramm am Wochenende sowie http://bildungsstreikpotsdam.blogsport.de
Programm für Sonntag, 8.11.
Liebe Leute,
wir laden herzlich zum Genießen und Mitgestalten des Kulturprogramms im besetzten Audimax ein!
Bis jetzt sind folgende Programmpunkte geplant:
mittags: Spiriualität und Gesellschaftswandel (Workshop)
17.00 Uhr: Pressekonferenz
abends: Live-Musik
außerdem: „Wo ist der Bildungsprotest?“ (Seminar)
„Nicht der Rede wert“ (Punk/Bln)
Warmes Essen
Jeder ist willkommen; Bringt euch ein!
Warum wir hier sind
Präambel
Die Studierendenschaft der Uni Potsdam sieht in Anbetracht der gewichtigen Probleme die einzig realistische Möglichkeit zu einer nachhaltigen Lösung dieser Missstände in einer intensiven, konstruktiven, auf Dialog und Respekt aufgebauten Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam. Dabei stellt die Verbindlichkeit von Aussagen eine selbstverständliche und notwendige Grundlage für einen konstruktiven Dialog dar. Wir haben daher einen offenen Katalog aus folgenden Punkten zusammengestellt, der Grundlage einer intensiven Diskussion sein soll.
Wir gehen erst wenn
- eine gemeinsame Position zwischen Universität und Studierendenschaft gegenüber der Landespolitik vertreten wird. Konkrete Forderungen sollen sein:
o gesetzliche Verankerung von studentischer Mitbestimmung im Beirat des MWFK
o die vollständige Ausfinanzierung der brandenburgischen Hochschulen
o die Schaffung von mindestens 250 Stellen im wissenschaftlichen Mittelbau
o die Abschaffung von Studiengebühren jeglicher Art und Kompensation dieser Gebühren durch öffentliche Mittel
- die rechtzeitige und vollständige Ausschöpfung der Sonderfördermittel zur Verbesserung der Betreuungsrelationen beschlossen wird. Dies beinhaltet die Beschränkung der Seminare auf eine vertretbare Größe von maximal 40 Teilnehmern unter der Voraussetzung der Neuschaffung von Seminaren bei überschrittener Teilnehmerzahl.
- die Masterplatzkapazitäten an die Zahl der Bachelor-AbsolventInnen angepasst sind.
- eine neue realistische Workloadberechnung sowie realistische Studienverlaufspläne beschlossen sind.
- der Erhalt aller, aber vor allem bedrohter Studiengänge gesichert ist.
- die Anwesenheitslisten flächendeckend abgeschafft sind.
- der Antrag auf mindestens paritätische Mitbestimmung der Studierendenschaft angenommen wurde.
- das Angebot der psychologischen Betreuung an die zugenommene Nachfrage angepasst ist (siehe 18. Sozialerhebung).
- das Sprachangebot des Sprachenzentrums erweitert und ausfinanziert wird.
- sozial gerechte Arbeitsbedingungen an der Uni Potsdam durchgesetzt sind (Bsp:Lehrbeauftragte)
Es geht weiter
Heute Demo in Berlin und Workshops im besetzten Audimax Potsdam. Macht mit, bringt euch ein!
Gerade treffen wir uns zum Plenum, um das weitere Vorgehen zu planen.
Alle sind jederzeit willkommen! Es geht weiter! Bildung geht uns alle an
update 6.11 potsdam
Besetzung geht weiter:
Zweites Gespräch mit Unileitung:
Heute Mittag, um 14.45 Uhr bat uns die Unileitung zu einem zweiten Gespräch.
Wir stellten erneut unsere Forderungen, auf welche bisher noch nicht eingegangen wurde. Die Unileitung bietet uns zwei Ausweichräume in einem Container, unter der Bedingung der sofortigen Räumung vom Audimax. Sie betont, dass sie den “konstruktiven Dialog” suchen, bestehen aber darauf, dass am Montag alle Lehrveranstaltungen im Audimax stattfinden. Damit steht die Drohung das Audimax am Sonntag oder Montag räumen zu lassen konkret im Raum.
Im Plenum wurde unter anderem beschlossen, dass wir weiterhin ein Alternatives Vorlesungsverzeichnis anbieten, um einen Freiraum für Student_innen und Dozent_innen zu schaffen ihr Ideen zu verwirklichen. Dafür suchen wir noch Menschen, die Lust haben einen Workshop/Vortrag/Film zu zeigen, meldet euch per Mail oder kommt am besten sofort hier vorbei! (Audimax, Haus 8, Neues Palais).
Ausserdem wird ein YouTube Video online gestellt, mit aktuellen Meinungen der Studis zur Situation an der Uni Potsdam (Link folgt).
Hochmodern, wie wir sind, Twittern wir jetzt auch fröhlich vor uns hin: potsdambesetzt. Follow us and stürz the Bildungssystem!
Um 15.30 Uhr ist Plenum, kommt her, bringt euch ein! Vorallem wenn ihr etwas zu kritisieren habt, denn konstruktive Kritik ist besser als kein Dialog.
Wer aus irgendwelchen Gründen verhindert ist und nicht vorbeikommen kann, um 17 Uhr ist nochmal FunkUp Livestream, zu sehen und hören unter: .
Morgen Demo in Berlin!!!!!!
Aktuell:
Morgen um 14 Uhr “Unser Hahn heißt Schavan” Bildungsstreik auch in Berlin. Wir demonstrieren mit.
Treffen der Potsdamer 14 Uhr vor dem dt. hist. Museum.
(Die Demo geht vom Bebelplatz zum Bildungsministerium)
Kommt bitte zahlreich!
Außerdem:
Sonntag abend gibt es performance Theater mit anschließenden musikalischen Einlagen.
Ihr seid alle herzlich willkommen! Jederzeit!
Liebe Streikis, Sympathisierende und vor allem liebe (noch) Unschlüssige
Falls ihr noch nicht wisst, was ihr vom Streik im allgemeinen und von der Besetzung des Audimax der Uni Potsdam im besonderen halten sollt, kommt vorbei!
Jeden Tag um 15:00 Uhr findet ein Info-Plenum für alle statt!
Dabei erklären wir, was bisher passiert ist und welche Forderungen wir vertreten; was die Unileitung dazu sagt und wie die Bildungsproteste bundes- und europaweit aussehen.
Ihr könnt immer und jederzeit eure Fragen loswerden, Ideen einbringen und mitplanen, wie weiter vorgegangen wird.
Wir brauchen Menschen, Ideen, Kreativität – euch!
Pressemitteilung des AStA
UNIVERSITÄT POTSDAM BESETZT
Überfüllte Seminare, völlig unzureichende Finanzierung der Studienplätze, unzumutbare Leistungsanforderungen – diese Studienbedingungen wollen auch wir in Potsdam nicht länger hinnehmen! “Deshalb besetzen wir das Audimax. Wir haben nicht vor uns hier so schnell wieder wegzubewegen”, erklärt Mandy Joachim, Referentin im AStA. Es gab bereits ersten Anlass zur Hoffnung auf konstruktive Gespräche mit der Universitätsleitung. Leider zerschlug sich diese sich sofort wieder. Anstatt die Chance zu nutzen, gemeinsame Forderungen an die Landespolitik zu formulieren, zeigte sich die Universitätsleitung äußerst unkostruktiv. Es ging ihr ausschließlich um Räumung “IHRES” Audimax. “Wir sind sehr enttäuscht, dass die Unileitung unseren
Forderungen, die uns durchaus auch für die Unileitung sinnvoll und erstrebenswert erscheinen, so negativ gegenüber steht”, beschwert sich Daniel Sittler, Referent des AStA. “Es ist auch schlichtweg falsch, die Studierenden, die sich an der Besetzung beteiligen, mit dem AStA gleich zu setzen, wie die Unileitung dies in ihrer Pressemitteilung tut. Auch die konstatierte Bereitschaft zu Gesprächen wird vollkommen unglaubwürdig, wenn man bedenkt, dass die Unileitung sich mit angeblichen Verbesserungen schmückt, obwohl wesentliche Versprechen nach dem Bildungsstreik immer noch nicht umgesetzt sind”, ärgert sich Matthias Wernicke, ein Aktiver des Streikkomitees. Die Dringlichkeit dieser Anliegen ist keinesfalls auf Potsdam beschränkt! Somit erklären wir uns solidarisch mit den BesetzerInnen von Hochschulen in Österreich, Heidelberg, Münster und überall sonst. “Wir haben bereits einiges an Infrastruktur geschaffen, während der nächsten Tage wird es hier thematische Seminare, Infopoints, VoKüs, Filmbeiträge, Musik, Poetry-Slams und Internetzugang geben”, berichtet Daniel Sittler.
Unsere Forderungen:
Am Tag der Besetzung haben SPD und Linke über ihren Koalitionsvertrag für die kommende Legislaturperiode in Brandenburg beraten. Beinahe alle bildungspolitischen Bezüge bzw. deren Fehlen im Koalitionsvertrag lassen befürchten, dass diverse Wahlversprechen beider Parteien uneingelöst bleiben werden: So etwa die Einstellung zusätzlichen Lehrpersonals oder die Abschaffung der „Verwaltungs-Pauschale“ von 51€. Die Vollversammlung der Uni Potsdam hat eine Resolution verabschiedet, die von Universität und Landespolitik die Erfüllung der Forderungen aus dem Bildungsstreik 2009 einfordert:
*Mehr Selbstbestimmung für Studierende
*Verbesserung der Lern- und Lehrbedingungen für Studierende und Dozierende
*Die Demokratisierung des Bildungssystems
*Kostenfreie und gleiche Bildungschancen für alle ohne Selektion und Konkurrenzdruck
*Die öffentliche Ausfinanzierung aller Bildungseinrichtungen
Gespräch mit Unileitung
Heute 12:00 Uhr wurde ein Gespräch mit der Unileitung anberaumt. Allerdings ist dieses Gespräch, nach Aussagen der Unileitung gescheitert. Die BesetzerInnen wollten gemeinsam mit der Unileitung Foderungen an die Landespolitik formulieren. Doch die Unileitung pochte auf Rückgabe “ihres” Audimax und verweigerten den inhaltlichen Diskurs. Es ist irritierend zu sehen, wie eine Unileitung sich Zielen, der Verbesserung der Lehre durch Erhöhung des Lehrperonals und der finanziellen Ausgestaltung der Universität, verwehren kann.
Darüberhinaus möchte ich an dieser Stelle klar machen, dass unsere Foderungen von einer breiten Masse der Studierenden getragen werden. Warum? Die Unileitung spricht in der Öffentlichkeit von “Gesprächsbereitschaft dem AStA und den Studierendenvertretern” gegenüber. Der AStA unterstützt natürlich den Protest und stellt sich klar hinter die Foderungen. Aber ist er in diesem Fall weder alleiniger Adressat für Gespräche noch hat er einen Alleinvertretungsanspruch den Streikenden gegenüber. Es wird den Streikenden nicht gerecht, den AStA als Initiator und alleinigen Vertreter der Foderungen anzusehen.


