unsereunis.de/potsdam


alle Beiträge aus potsdam

Das Elend der Hochschulleitung im Umgang mit studentischem Protest

Folgende Erklärung wurde der Präsidentin am Freitag morgen beim Anblick der leeren Foyer-Räume in die schweißnassen Händ gedrückt, an die Tür des Präsidiumsgebäudes geheftet und tausendfach in den öffentlichen Campus-Räumen geflyert- dem Präsidium soll sichtbar der Mund offen gestanden haben.

Das Besetzer_innenplenum hatte von etwa sieben Uhr abends bis sechs Uhr morgens im besetzten Foyer debattiert.  Die Präsidentin hatte sich darauf vorbereitet, uns in aller Frühe um 8.45 Uhr unangekündigt im Foyer zur Raumfrage zur Rede zu stellen und mit polizeilicher Räumung zu drohen. Dumm nur, wenn man seine eigenen Kommuniktionskanäle nicht dicht halten kann.
________________________________________

Das Elend der Hochschulleitung Potsdam, den 15.01.2010
Katalog des Versagens

Herr Gorholt! Frau Kunst!
Wir wünschen Ihnen einen abwechslungsreichen Morgen!

Gebetsmühlenartig betonter Dialogbereitschaft des Präsidiums der Universität Potsdam zum Trotz musste im konkreten Umgang mit den Verantwortlichen der Uni vor allem Ignoranz und der Wille zum Aussitzen und Ausweichen gegenüber den Bedürfnissen der Studierenden festgestellt werden. Um nur einige Beispiele zu nennen, die eine andere Einschätzung leider ausschließen:

  1. Das für heute von Ihnen, Herr Staatssekretär Gorholt, angesetzte Gespräch wurde den Besetzer_innen von Seiten der Hochschulleitung nicht angekündigt. Ganz offensichtlich liegt dem die Absicht zugrunde, die Studierenden unvorbereitet oder in möglichst geringer Zahl, in das Gespräch treten zu lassen.
  2. Das im Dezember kommunizierte (mit einem 24-Stunden-Ultimatum verknüpfte) Angebot an die Besetzer_innen, das Audimax-Foyer als Arbeitsraum zur Verfügung gestellt zu bekommen, entpuppte sich als Farce. Die Besetzenden setzten als Zeichen des Entgegenkommens eine Verlegung der Besetzung in die Foyerräume um. Es ist schwer zu erschließen, warum seitens der Uni-Leitung plötzlich Anfang Januar kategorisch behauptet wurde, eine Nutzung der Foyer-Räume sei unmöglich.
  3. Während einer beidseitigen Gesprächsrunde zur Frage der Räume und ihrer Nutzung (Mo, 11.01.’10), sicherten Sie, Frau Präsidentin Kunst zu, den Verhandlungspartner_innen einen Belegplan des Foyers zukommen zu lassen. Das bei uns eingegangene Dokument finden Sie anbei – ein Vergleich mit dem Belegplan, der allen Hochschulangehörigen im Intranet zugänglich und wesentlich ausführlicher ist, macht deutlich, dass dem Präsidium an einem ernsthaften Austausch in keiner Weise gelegen ist.
  4. Der als kontinuierliche Austauschbasis von Uni-Leitung und Studierendenschaft (nicht Besetzenden), geplante sog. „Runde Tisch“ wurde von der Hochschulleitung beständig verzögert und zur Verhandlung der Besetzungsforderungen umzudeuten versucht. Zeitweise forderte sie sogar eine Beteiligung des AStA an den Kosten einer von auch von ihr gewünschten Moderation (Medieninformation der UP vom 17.12.’09). Eine Politik des Aussitzens betrachten wir als Sabotage des gemeinsamen Dialogs.

Die Aufzählung, der auf mehreren Ebenen Gespräche blockierenden Handlungsweisen des Präsidiums, ließe sich fortsetzen. Die ausführlichere Pressemitteilung wird im Laufe des Tages folgen.

Das Plenum der Besetzer_innen fordert die Leitung der Universität Potsdam auf, uns bis Montag, den 18.01.’10 um 9:00 Uhr als Zeichen endlich ernsthafter Dialogbereitschaft, die Schlüssel zum Audimax-Foyer zu übergeben und eine dauerhafte, durchgehende Nutzung durch die bildungspolitisch aktiven Studierenden zuzusichern.

Sollte unserer Forderung nicht entsprochen werden, setzten wir unsere Aktivitäten außerhalb dieser Räumlichkeiten verstärkt fort und werden konsequent und direkt für unsere, seit langem ignorierten Interessen streiten.

Mit kämpferischen Grüßen

Die Besetzer_innen des Audimax-Foyers                    Potsdam, den 15.01.2010

9 Comments

Besetzung geht in campusweiten wilden Protest über

Seit Anbeginn der Besetzung des Auditorium Maximum an der Universität Potsdam am 4. November 2009 versucht die Hochschulleitung die Aktionsform durch fortlaufende Verwicklung der Protestierenden in Raumnutzungsdiskussionen zu entpolitisieren. Diese Spielchen spielen wir nun nicht mehr länger mit, lehnen das Raumangebot der Uni (Raum 0.75 und Räume in Haus 22,  nicht 24/7, sondern zeitlich in den Belegungsplan eingetaktet!) ab und weiten den Protest campusweit und nunmehr standortunabhängig aus.

In den besetzten Räumen der Universität, im Audimax oder im Audimax-Foyer, hat sich die Verhandlungsbereitschaft der Hochschulleitung erschöpft. Für die hoch_schulenübergreifende Protestbewegung in Deutschland, Österreich der Schweiz und der ganzen Welt fassen wir das Ende der Besetzung in Potsdam als Fortschritt und Weiterentwicklung auf.

Wir sind stocksauer und voller politischer Energie!

_____________________________________________

P R E S S E E R K L Ä R U N G

der Besetzer_innen des Audimax-Foyers der Universität Potsdam

15.Januar 2010

Studierende gehen noch einmal auf Leitung der Universität Potsdam zu

- 9 Wochen „Dialogbereitschaft“ ohne Konsequenz -

Studierende der Universität Potsdam zeigen sich enttäuscht über die destruktive Verhandlungsweise der Leitung der Universität gegenüber den Besetzer_innen.

Heute Morgen gaben die Besetzer_innen der Hochschulleitung noch einmal die Möglichkeit, bis Montagmorgen das Angebot zur uneingeschränkten und frei zugänglichen Nutzung der Foyerräume unter dem Audimax umzusetzen. Bisher wurde seitens des Präsidiums oft signalisiert, dass die Problemanalyse der Studierenden in die Qualitätsentwicklung der Lehre an der Universität einbezogen werden soll.

„Außer der Signalisierung von “Bereitschaft“ zu Gesprächen ist hier an der Uni nicht viel passiert. Auf die Forderungen wurde kein bisschen eingegangen und nicht einmal einen ordentlichen Raum zur inhaltlichen Vorbereitung wollte die Unileitung uns stellen, “ kommentiert Christian Budach enttäuscht. „Denn die jetzt genannten Räumlichkeiten sind auf gar keinen Fall in irgendeiner Weise nutzbar oder tragbar für uns, da sie entweder zu klein sind und sich kaum 20 Menschen hineinzwängen lassen oder sie haben eine katastrophale Energiebilanz,.“ so Christian Budach weiter.

Raumangebote gab es in der Vergangenheit schon vermehrt. So sicherte die Unileitung den Besetzer_innen noch vor Weihnachten das Foyer zu, welches dabei zur uneingeschränkten und dauerhaften Verfügung stehen sollte. Dieses Angebot scheint nun nicht mehr zu gelten, obwohl eine grundlegende Veränderung der Situation jetzt im neuen Jahr nicht zu erkennen ist.

„Erst machen sie ein Angebot und dann entpuppt sich dies als Mogelpackung. Was sollen wir davon halten? Die Uni hat ihr Angebot offensichtlich zu keiner Zeit ernst gemeint und wir wären wohl ohnehin nach Weihnachten aus dem Foyer geflogen. Dialog basiert auf gegenseitigem Vertrauen, und genau das hat die Unileitung aufs Spiel gesetzt!“ stellt Lea Hartmetz

Nun bleibt abzuwarten, ob das Präsidium an einer nachhaltigen Verbesserung der Situation interessiert ist.

„Ich erwarte, dass das Präsidium wieder zu uns auf den Weg des respektvollen und fairen Umgangs zurückkehrt. Wir werden uns auf jeden Fall  weiterhin mit vollem Engagement für die Verbesserung der Studienbedingungen einsetzen und auch neue und breitere Formen des Protests suchen, “ erklärt Karl Maximilian Grasnick, Studierender der Universität Potsdam, abschließend.

Bei Rückfragen melden Sie sich unter folgender Nummer 0160 – 950 81 444 (Pressehandy)

No Comments

Besetzer_innen verlagern politische Arbeit in die Foyer-Räume

P R E S S E M I T T E I L U N G
der Besetzer_innen des Audimax der Universität Potsdam

Potsdam, den 5. Januar 2010

Die protestierenden Studierenden beenden nach 9 Wochen die Besetzung des Audimax am Neuen Palais bis spätestens 8.1.2010 und werden die Foyerräume unterhalb des Auditoriums für ihre politische Arbeit und die Weiterentwicklung der studentischen Proteste nutzen.

Im Laufe der Verhandlungen zwischen den Besetzer_innen des Audimax und der Universitätsleitung hatten die Besetzer_innen am 22. Dezember 2009 das Angebot unterbreitet, den Hörsaal freizugeben, sofern die Universitätsleitung zumindest einer allgemeinen Abschaffung der Anwesenheitskontrollen in allen Veranstaltungen für die Öffentlichkeit nachvollziehbar zustimmt. Darüber hinaus sollte sie sich gemeinsam mit den Studierenden für einen entsprechenden Antrag zur Senatssitzung am 14. Januar 2010 einsetzen. Die Präsidentin der Universität Potsdam, Frau Prof. Dr. Sabine Kunst, hatte dieses Angebot zum Teil angenommen und sich in einer Pressemitteilung (303/09) für die endgültige Abschaffung der Anwesenheitspflicht in allen Lehrveranstaltungen ausgesprochen.

„Auf Hochschulebene ist es ein erster politischer Erfolg unserer Protestaktion, wenn das Präsidium offenbar nun selbst nicht mehr hinter den Anwesenheitskontrollen steht. Ein solcher Anwesenheitszwang ist immer noch Praxis und sorgt für einen Studienalltag, der selbstbestimmtes wissenschaftliches Arbeiten unmöglich macht.“, erklärte die Besetzende Nanett Groske. „Die Räume des Foyers nutzen wir deshalb fortan, um weiter inhaltlich daran zu arbeiten, unseren weiterhin ignorierten Forderungen wie die nach einem freien Master-Zugang, einer Ausweitung studentischer Mitbestimmung in universitären Gremien und nach studentischen Freiräumen an allen Universitätsstandorten Nachdruck zu verleihen.“ Auch ist die Nutzung der Foyer-Räume notwendig für die Arbeit der Protestierenden an Forderungen, die auf landespolitischer Ebene umzusetzen sind. Darunter fallen zum Beispiel die Abschaffung der versteckten Studiengebühren, die notwendige Ausfinanzierung wissenschaftlicher Stellen und die Änderung des Landeshochschulgesetzes wie zum Punkt der Zwangsexmatrikulation.
„Wir werden auch im neuen Jahr mit vollem Einsatz weiter alles daran setzen, die unhaltbaren Zustände im derzeitigen Bildungs- und Hochschulwesen zu verbessern.“, fasste der Besetzende Robert Peter zusammen.

Die Entscheidung zur Verlagerung der politischen Arbeit in die Foyer-Räume ergab sich auch aus einem öffentlichen Verhandlungsprozess, in dessen Rahmen bereits am 20.12.09 den Besetzer_innen vorgeschlagen wurde, diese Räume selbstorganisiert nutzen zu können.

Der Besetzende Max Grasnick sagte: „Wir freuen uns über den ersten Erfolg auf Hochschulebene. Es ist toll, dass das Präsidium nun endlich beginnt, sich hinter die auf der Vollversammlung vom 4.11.2009 beschlossenen Forderungen der Studierendenschaft zu stellen“, „- ohne uns dabei in den Rücken zu fallen.“, ergänzt die Besetzende Marion Schaar.

Zum Thema der Perspektiven des Streiks im neuen Jahr erklärte der Besetzende Joseph Salim: „Im Jahr 2010 werden die Proteste inhaltlich vertieft und erweitert. Auch wollen wir eine Vernetzung mit anderen gesellschaftlichen Protesten und sozialen Bewegungen über den akademischen Tellerrand hinaus aufbauen.“

Für Rückfragen melden Sie sich bitte unter: 0160 95081444

1 Comment

Pressemitteilung der Potsdamer Besetzer_innen

Studierende zu Zugeständnissen bereit – Universitätsleitung gefordert

Die Studierendenschaft der Universität Potsdam hat vor etwa zwei Monaten erneut konkrete Forderungen an die Universitätsleitung und die Landespolitik gestellt. Wir als Besetzende sehen uns diesen verpflichtet und werden sie solange mit den dafür notwendigen Mitteln einfordern, bis die Forderungen konkret umgesetzt sind.

Auf Landesebene wurden seitdem zumindest erste Anzeichen von Bewegung in Richtung unserer Ziele sichtbar. Dies erkennen wir an, auch wenn konkrete Veränderungen noch auf sich warten lassen. Wir als Besetzende wollen das Kooperationsangebot der Brandenburger Wissenschaftsministerin, Martina Münch, „gleich zu Beginn des neuen Jahres 2010“ das Gespräch zu suchen und „gemeinsam weiter an Lösungen“ zu arbeiten, wahrnehmen.

Wichtig ist uns, dass der breite Diskussionsprozess der Studierenden wie bisher sichergestellt ist. Die Proteste, Erfahrungen und Erfolge der letzten Wochen haben deutlich gezeigt, dass ein Raum für intensive bildungspolitische Diskussionen notwendig und wirksam ist. Damit die von allen Seiten eingeräumten Probleme im Bildungswesen konstruktiv angegangen werden können und die damit angekündigte Reform der Bologna-Reform gelingen kann, muss den Studierenden auch weiterhin ein geeigneter Raum zur Verfügung stehen.
Wesentlich für die Arbeit der Potsdamer Studierenden ist nun nicht mehr, dass dieser Raum weiterhin das Audimax ist, sondern dass er zentral gelegen, groß genug für breit angelegte Diskussionsrunden und für alle interessierten Studierenden kontinuierlich nutzbar ist.

Wenn der Studierendenschaft der Universität Potsdam bis zum 8. Januar 2010 ein entsprechender Raum zur Verfügung gestellt wird und ab diesem Zeitpunkt für die Studierenden nutzbar ist, dann sind wir als Besetzende bereit, bis zu diesem Datum aus dem Audimax in die adäquate Alternative umzuziehen.

Jetzt ist die Universitätsleitung gefordert! Wir erwarten damit einen ersten konkreten Schritt zur Entspannung der Situation. Wir sehen die Universität in der Pflicht, ihren Studierenden die geforderte Diskussionsplattform zur Verfügung zu stellen.

No Comments

Einladung zum Bundesweiten Bildungsstreik-Kongress in Potsdam vom 18. bis 20.Dezember 2009

Die zweite Protestwelle des Bildungsstreiks 2009 ist in vollem Gange. Wie das Audimax der Universität Potsdam sind noch Dutzende Hörsäle anderer Hochschulen besetzt.

Die Besetzer_innen des Audimax wollen die Gelegenheit nutzen und laden alle Bildungsstreikaktiven und Interessierten zu einem bundesweiten Bildungsstreiktreffen vom 18. bis 20. Dezember 2009 nach Potsdam ein. Hier soll es Zeit und Raum geben, dass sich die Studierenden und Schüler_innen austauschen und gemeinsam eine Perspektive für den Bildungsstreik im kommenden Jahr entwickeln können. „Solche Phasen der Reflexion sind immens wichtig, um in einem größeren Rahmen zu schauen, was wir bisher erreicht haben, welche Forderungen noch nicht erfüllt wurden und welches die nächsten gemeinsamen Schritte sein werden.“ bewertet Claudia Fortunato, Bildungsstreikaktive, die Wichtigkeit des Treffens. „Das gibt auch für alle die Möglichkeit, mal über den Tellerrand hinauszuschauen und die Situationen und Problemlagen in anderen Bundesländern kennenzulernen.“ führt Matthias Wernicke, einer der Besetzer_innen des Audimax, fort.


Das Neue Palais, wo sich die Besetzer_innen seit dem 4. November im Audimax aufhalten, soll der Veranstaltungsort dieses Vernetzungstreffen werden. Eine Nutzungsanfrage an die Universität sei bereits erfolgt, ergänzt Katja Klebig, Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses. „Natürlich hoffen wir, dass die guten Erfahrungen aus den Dialogen mit der Unileitung sich nun fortsetzen werden und die Universität uns die Möglichkeit für diesen Kongress geben wird.“

Mit reger Beteiligung ist zu rechnen. Am letzten Vernetzungstreffen in München vom 27. bis 29.November nahmen knapp 400 Menschen teil, wovon ca. die Hälfte aus München selbst kam. „Logistisch stemmen wir das locker. Jetzt sind noch die letzten organisatorischen Details zu klären, sodass sich beim Vernetzungstreffen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer voll und ganz auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren können.“ freut sich Saskia Hattar, eine der Potsdamer Besetzer_innen.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen sich an den Diskussionen beim bundesweiten Bildungsstreik Vernetzungstreffen vom 18. bis 20.Dezember in Potsdam zu beteiligen.

Nähere Informationen stehen demnächst unter

www.bildungsstreikpotsdam.com

und www.bildungsstreik-kongress-potsdam.de

1 Comment

Solidarität mit den Frankfurter BesetzerInnen

Pressemittleilung der Besetzer_innen des Audimax der Uni Potsdam zur Straßenblockade am 04.12.09

Am frühen Freitag Morgen haben etwa 50 Studierende der Uni und FH Potsdam gegen 8 Uhr den Potsdamer Berufsverkehr an der Breiten Straße vor dem Lustgarten für etwa eine halbe Stunde friedlich blockiert. Die Demonstrierenden begründen ihre Aktionsform konkret mit dem Protest gegen die gewaltsame Räumung der etwa 150 Besetzer_innen des Casinos der Universität Frankfurt am Main an diesem Mittwoch Abend durch Polizeieinsatzkräfte.

Außerdem soll durch die gewaltfreie Straßenblockade ganz allgemein die Kriminalisierung studentischer Anliegen durch polizeiliche Räumungen von mehr als einem Dutzend Uni-Besetzungen in Deutschland und weltweit verurteilt werden. Die Aktion steht im Zusammenhang der sich seit Monaten an Schärfe und Sympathie verbreiternden Bildungsproteste.

„Wir erklären uns solidarisch mit den Besetzer_innen der Universität Frankfurt/Main und aus diesem Grund haben wir uns entschieden, den Berufsverkehr in Potsdam teilweise zu blockieren. Wir wollen so eine breitere Aufmerksamkeit für das Geschehen schaffen. Unsere Anliegen für eine freie Bildung stehen bundesweit und international im gleichen Kontext. Wir halten universitätsübergreifend zusammen!“ erklärt die Studentin Susanne Eckler von der Uni Potsdam.
Der Präsident der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt am Main, Müller-Esterl, hatte am Mittwoch Abend die Besetzung des Casinos durch Polizeikräfte beenden lassen. Bei dem besonders unverhältnismäßigen Einsatz kam es zu Faustschlägen, gebrochenen Fingern und Beschimpfungen. Einige Studierende wurden von Polizeifahrzeugen angefahren und mussten sich im Krankenhaus behandeln lassen.

„Bildungspolitik mit Schlagstock und Pfefferspray zu machen, ist für uns keine legitime Umgangsform. Es ist eine geistlose Unkultur, kritische Diskussionen, wie sie im Moment der Räumung in Frankfurt stattgefunden haben, durch Polizei buchstäblich niederknüppeln zu lassen.“ betonte der Student Ben Titze.

Die Universitätsleitung in Frankfurt hatte die Räumung mit hohen Sachschäden an der Inneneinrichtung durch Vandalismus begründet. Bundesbildungsministerin Anette Schavan hatte die Räumungen diese Woche befürwortet. „Es ist absurd, wenn die Bildungsministerin Graffitis an Uni-Wänden als Gewalt ansieht, rabiate Räumungen wie in Frankfurt aber befürwortet. Unser Protest lässt sich nicht durch Gewalt, sondern nur durch konkrete Fortschritte im Bildungsdiskurs beenden.“, äußerte sich Sebastian Geschonke.

Der Potsdamer Studentin Kathrin Hansen schließt an:„Unmittelbares Ziel unserer Protestform ist nicht, die zahlreichen Berufspendler_innen im Straßenverkehr zu behindern. Mit dieser Aktion des zivilen Ungehorsams wollen wir vielmehr auf unkonventionelle Weise die Öffentlichkeit dafür sensibilisieren, dass für Universitätsleitungen und vor allem die Politik „Dialogbereitschaft“ oftmals nichts als ein Plastikwort ist!“

Im Anschluss an die Straßenblockade kam es zu einer spontan angemeldeten Demonstration über die Lange Brücke am Bildungsministerium zum Brandenburger Landtag. Dabei riefen die Studierenden immer wieder „Wir sind hier, wir sind laut, weil man in Frankfurt Studis haut“.

1 Comment

Potsdam: die FHP ist – seit dem Dienstagnachmittag – besetzt!

Im Zuge der Euphorie der bundesweiten Bildungsstreikdemonstrationen im Rahmen
der internationalen „Global Week of Action“ mit der Maxime „Education is NOT
for $A£€!” am vergangenen Dienstag, dem 17. November 2009, wurde spontan und
friedlich der Hörsaal I der Fachhochschule Potsdam besetzt. Dem Aufruf
„Bildungsbrei aufmischen, gemeinsam auflaufen” folgten circa 2.000
SchülerInnen, StudentInnen, Auszubildende, Lehrende, GewerkschafterInnen und
andere im Bildungssektor Beschäftigte in Potsdam.
Die aktuellen Proteste resultierten auch aus den schon im Sommer 2009
stattgefundenen Bildungsprotestaktionen. Es ist notwendig unseren bisher nicht
erfüllten Forderungen Nachdruck zu verleihen, zu denen unter anderem folgende
Punkte zählen:
- Umstrukturierung von Bachelor/Master in der derzeitigen Form,
- Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen,
- Unabhängigkeit des Bildungssystems von privater Wirtschaft,
- soziale Öffnung der Schulen und Hochschulen,
- mehr Bildung statt Ausbildung.

Wir Studierende und UnterstützerInnen möchten durch die Besetzung einen
Freiraum und eine Plattform für alternative Bildungsangebote, Diskussionen und
Selbstreflexion schaffen. Wir solidarisieren uns mit den weltweiten
gewaltfreien Bildungsprotesten!

___

(verzeiht den verspäteten eintrag, mit den herzen waren wir immer bei euch!)

1 Comment

Keine Beschneidung studentischer Mitbestimmung im akademischen Senat – Massenhafte Partizipation!

Der akademische Senat tagt am morgigen Donnerstag um 9 Uhr im Senatssaal in Haus 9 am Neuen Palais und will eine neue Grundordnung beschließen. Präsidentin Frau Sabine Kunst hat die erklärte Absicht, studentische Mitbestimmung in universitären Gremien zu beschneiden. In Verhandlungsgesprächen mit den Besetzenden des Audimaxes (http://www.youtube.com/watch?v=TKW1tPhAouM)bleibt ihre Auffasung dagegen weiterhin nebuös. Konkrete Sauereien:

1) Die Studiendekane sollen nicht mehr von den Studierenden mitgewählt werden.

2) Die Zahl der studentischen Vertreter in der Kommission für Studium und Lehre (LSK) soll von derzeit 6 auf 2 reduziert werden.

3) Viele LSK-Sitzungen sollen nicht mehr hochschulöffentlich tagen.

Die Senatssitzung ist hochschulöffentlich, das bedeutet, alle Studierenden können die Gelegenheit nutzen, durch massive Präsenz den Verlauf der Beschlussfassung in der Senatssitzung zu beeinflussen.

No Comments

Pressekonferenz heute 12:30!! Nach Gespräch mit Uni- Leitung und Staatssekretär

Nach dem Gespräch mit dem Staatssekretär folgt um 12.30 eine Pressekonferenz. Derzeit argumentieren wir sehr gut, man darf also gespannt auf den Ausgang der heutigen Debatte sein. Zeigt euch solidarisch mit den Besetzern des Audimax Potsdam und kommt in Scharen! Wir müssen jetzt zusammenhalten!

No Comments

____________ P R E S S E M I T T E I L U N G ____________ Der Besetzer_innen des Audimax der Universität Potsdam

Potsdam 11.11.2009

Unfassbar!

Verhandlungen zwischen Studierenden und Brandenburger Landesregierung
werden fortgesetzt-Unileitung fassungslos

Fast zwei Stunden verhandelten heute Vertreter_innen der Besetzer_innen
des Audimax mit der Brandenburger Wissenschaftsministerin Dr. Martina
Münch (SPD) und dem Präsidium der Universität Potsdam. Hintergrund sind
die andauernden Proteste Studierender an der Universität Potsdam, die
seit dem 04. November auch den größten Hörsaal am Campus Neues Palais
der Universität unter studentische Selbstverwaltung gestellt haben.

Die Studierenden äußern sich über den Verlauf des Gespräches enttäuscht.
Thomas, einer der Ansprechpartner_innen der Besetzer_innen resümiert:
“Wir haben uns auf das heutige Gespräch intensiv vorbereitet und
gezeigt, dass unsere Forderungen realistisch und sozialverträglichsind.
Unsere konstruktiven Argumente zur Verbesserung der Missstände sind
leider an der Blockadehaltung der Universitätsleitung gescheitert. Das
ist Schade, wir haben an einen Dialog geglaubt.”.

Konkret verhandelt wurde über eine grundsätzliche Abschaffung der
Anwesenheitszwangs in Veranstaltungen, einen Verzicht auf zusätzliche
Zulassungsbeschränkungen für Masterstudiengänge neben dem
Bachelor-Abschluss, sowie eine paritätische Beteiligung der Studierenden
in den akademischen Gremien. Die Wissenschaftsministerin griff
moderierend in die Auseinandersetzungen ein. “Wir mussten leider
feststellen, dass die Universitätsleitung nicht ernsthaft dazu bereit
war, über eine Umsetzung der studentischen Forderungen zu diskutieren.
Statt die Bereitschaft für ein Entgegenkommen zu signalisieren, wurde
ausschließlich versucht, unsere Forderungen mit Verweis auf
konstruierte”Sachzwänge” abzuwehren. Als ob es der richtige Weg ist,
progressive Ideen an vorhandene Strukturen anzupassen, als an einer
Verbesserung der Zustände zu arbeiten. Warum weigert sich die
Universitätsleitung so entschieden mit uns gemeinsam die
zugrundeliegenden Probleme anzupacken?” fragt Katja, eine der
Ansprechpartner_innen der Besetzer_innen

Da die Landesregierung nur bis 16:30 Uhr Zeit für das Treffen einräumen
konnte, wurden lediglich drei der studentischen Forderungen an
Universitätsleitung und Landesregierung behandelt. Ministerin Martina
Münch signalisierte jedoch Bereitschaft zu weiteren Gesprächen.

Am Freitag, dem 15. November wird sich der neue Staatssekretär Martin
Gorholt mit Vertreter_innen der Studierenden im besetzten Audimax
treffen. Die Präsidentin der Universität, Prof. Sabine Kunst, zeigte
sich mit den Worten: “Ich fasse es nicht!” entsetzt, doch die
Studierenden äußerten sich zufrieden über die Fortsetzung der
Verhandlungen:

“Ich hoffe, dass die heute gezeigte Kompromissbereitschaft der
Landesregierung die nächsten Gespräche überdauern wird”, so Harry
weiter. Für die Blockadehaltung der Universitätsleitung haben die
Studierenden hingegen wenig Verständnis. “Wir sind heute entgegen
unserer Hoffnungen einer Lösung leider nicht näher gekommen”.
Das Audimax der Universität Potsdam bleibt unter studentischer
Verwaltung, bis konkrete Schritte zur Umsetzung der studentischen
Forderungen vereinbart sind. Sie erhalten nicht nur den Raum für
universitäre Lehre und schaffen ihn neu für eine Auseinandersetzung mit
dem Bildungsbegriff, sondern stellen auch die von ihnen gewählte
Protestform zur Diskussion.

Für eventuelle Nachfragen steht Ihnen
Katja Klebig unter 0176/ 96 757 234 zur Verfügung

1 Comment