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	<title>#unsereuni &#187; Jena</title>
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		<title>Jena vom Freitag: Zwischen Kultursministerkonferenz in Bonn und Podiumsdiskussion in Jena</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Dec 2009 03:23:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jena</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jena]]></category>

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		<description><![CDATA[(von http://jenabrennt.blogspot.com/2009/12/zwischen-kultursministerkonferenz-in.html) Freitag, 11. Dezember 2009 Zwischen Kultursministerkonferenz in Bonn und Podiumsdiskussion in Jena Jena, den 10.12.2009 Der Text ist mit dem Wissen um die Anliegen der Proteste geschrieben und zeigt Parallelen in Argumentationen und Denkstrukturen zwischen der Kultusministerkonferenz und der HRK, die heute gemeinam tagten, und den Teilnehmern der gestrigen Podiumsdiskussion seitens der Universitätsleitung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="date-header"><strong>(von http://jenabrennt.blogspot.com/2009/12/zwischen-kultursministerkonferenz-in.html)</strong></p>
<h2 class="date-header">Freitag, 11. Dezember 2009</h2>
<div class="post hentry"><a name="3603957351425349995"></a></p>
<h3 class="post-title entry-title"><a href="http://jenabrennt.blogspot.com/2009/12/zwischen-kultursministerkonferenz-in.html">Zwischen Kultursministerkonferenz in Bonn und Podiumsdiskussion in Jena</a></h3>
<div class="post-body entry-content"><span style="font-style: italic;">Jena, den 10.12.2009</p>
<p>Der Text ist mit dem Wissen um die Anliegen der Proteste geschrieben und zeigt Parallelen in Argumentationen und Denkstrukturen zwischen der Kultusministerkonferenz und der HRK, die heute gemeinam tagten, und den Teilnehmern der gestrigen Podiumsdiskussion seitens der Universitätsleitung der Friedrich-Schiller-Universität und Vertreter der Thüringer Landesregierung auf. Zu der Podiumsdiskussion hatte das Rektorat geladen, als Reaktion auf die Proteste. Auf der studentischen Seite saßen zwei Menschen für den Bildungsstreik und jeweils ein
<div style="display:none"><a href='http://viagracanadianpharmacys.com/'>viagra canada pharmacy</a></div>
<p> Mensch für die Fachschaften und den Studierendenrat. Somit verfolgt dieser Text zwei Ziele: die Kritik des heute beschlossenen Papieres der KMK und die Kritik der Redebeiträge der Unileitung und des Staatssekretärs auf der Podiumsdiskussion. Ihre Perspektiven sollen anhand der Ideale und Forderungen der Bildungsstreikenden gespiegelt werden.</p>
<p></span><span style="font-style: italic;"> </span><br />
Die Kultusministerkonferenz (KMK) tagte heute gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Bonn. Ergebnis war ein Versuch der Beschwichtigung durch einen Akt des inszenierten Eingehens auf die Forderungen der Proteste mittels eines „Eckpunkt-Papieres“. Ein solches Papier unterzeichnet von HRK und KMK ist zunächst nichts weiter als ein Text, eine Bekundung, eine Empfehlung, kein Versprechen, kein Gesetz. Die Medien schreiben dann gerne hoffnunggebend die neuen Studiengänge „werden“ jetzt reformiert, alles „wird“ jetzt besser, die Großen haben etwas „getan“. So ein Papier wird gern geschrieben, um die Opposition zu beruhigen, und leider hat es in der Vergangenheit auch viel zu oft funktioniert. Das wird dieses Mal nicht der Fall sein, da zu viele Augen wach bleiben werden.</p>
<p><a name="more"></a><span id="more-1532"></span></p>
<p><span style="font-weight: bold;">Demonstrationen und Blockaden in Bonn</span></p>
<p>Nach wochenlangen Besetzungen, Demonstrationen, Aktionen und Diskussionen des Bildungsstreikes wurde heute erneut bundesweit zu einer Demonstration in Bonn mobilisiert. Auf der Demonstration (bzw. den Demonstrationen) im nunmehr kühl-nassen Bonn waren über 7ooo – 1oooo Menschen zusammengekommen – die Presse und die Polizei behaupteten wie so oft, es sei nur die Hälfte gewesen. Studierende, SchülerInnen, Azubis, Erwerbslose, Gewerkschaftler und Lehrende artikulierten ihren Protest gegen schlechte Arbeits-, Lern- und Studienbedingungen, gegen die Ökonomisierung der Bildung, gegen die Entdemokratisierung, gegen den fehlenden Willen, mehr Gelder zur Verfügung zu stellen, eine Begrenzung der selbstbestimmten Aneignung von Wissen und gegen die Schranken des Bildungszugangs.</p>
<p>Busse und Bahnen fuhren aus mindestens 30 Städten nach Bonn, auch aus Jena führ ein Bus. Von Berlin aus, wo zeitgleich heute eine Soli-Demo stattfand, fuhren sogar 20 Busse. Aus Mainz kommend legte am Morgen das Bildungsboot mit 250 StudentInnen am Ufer der Brasser an. Auf der Fahrt über Nacht gab es an Bord workshops und Musik von der Band „Doktorjewski“. Zusammen zogen sie dann zur Universität von Bonn.</p>
<p>Zu Demonstration und kreativem Protest unter dem Namen “Kultusminister nachsitzen!” wurde um 13 Uhr geladen, doch insgesamt waren mindestens drei Demos angemeldet. Die Großdemonstration dauerte über zwei Stunden. Am Nachmittag gab es mehreren Blockaden von Straßen (beide Enden der Ahrstraße, Ausgang des Friedhofs Gotenstraße, Kreuzungen Mittelstraße und Albert-Kahn-Weg). Es gelang mindestens zwei Limousinen mit Ministern darin vom Verkehr abzuschneiden und sie tatsächlich nachsitzen zu lassen. Die Polizei hätte zwar gern, hat aber nicht geräumt. Nach Berichte von Demonstranten kam es seitens der Polizei zu Gewalt durch punktuellen Einsatz von Pfefferspray. Über Twitter kamen Nachrichten aus dem Albert-Kahn-Weg herein, in der Polizisten mit Knüppel „auf alles“ hauten und Tränengas einsetzten. Zum Teil mussten Betroffene danach im Krankenhaus behandelt werden. Am frühen Abend war nicht bekannt, wie schwerwiegend die Verletzungen waren. Ein weiterer Post über Twitter schreibt, dass zwei Demo-Clowns festgenommen wurden. Insgesamt jedoch wurde die Demo von vielen TeilnehmerInnen als ruhig, voll guter Stimmung und durch die vielen Menschen als Erfolg wahrgenommen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Solidarisierungen, Zustimmungen und Vereinnahmungen</span></p>
<p>Die Demonstration wie die ganze Bewegung seit Wochen wird vor allem durch aktive Studierende, SchülerInnen und Auszubildenden getragen. Doch der Solidarisierungen sind gar viele. Professoren und Lehre, Wissenschaftler und Arbeitsrechter, Bürgerrechtler und viele andere Organisationen stimmen zunehmend der Bewegung zu.</p>
<p>Auch die Gewerkschaftsseite hatte zur Demonstration aufgerufen. Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte auf der Kundgebung einen rechtsbindlichen Zugangs zu Masterstudiengängen und sprach sich für ein Bündnis zwischen Lehrenden und Studierenden auf. Außerdem sprechen sich die GEW schon lange für mehr Zeit für Bildung, gegen Verschulung und Verdichtung von Studiengängen, individuelle Förderung aller SchülerInnen, mehr Lehrende und gerechtere Arbeitsbedingungen aus. Die ersten Zugeständnisse von HRK und KMK wertet die GEW als ersten Teilerfolg des Bildungsstreikes. Auch verdi hatte durch Aktionen und logistische Hilfe die Demonstrationen unterstützt, sie sehen die Forderungen der Protestierenden wenig ernst genommen. Verdi tritt für Abschaffung von Studiengebühren und gegen eine Ökonomisierung der Hochschulen und Studienziele ein.</p>
<p>Attac Deutschland und die globalisierungskritische Jugendbewegung Noya unterstützen die Demonstration in Bonn. Der wissenschaftliche Beirat sprach seine Solidarität mit dem Bildungsstreik aus. ["Der Bologna-Prozess und die damit verbundene Ökonomisierung von Bildung sind eindeutig gescheitert. Nun muss ein neuer Gestaltungsprozess beginnen, bei dem die demokratische Teilhabe aller Beteiligten gewährleistet ist. Deshalb sind wir bei den Protesten heute dabei", sagte Max Bank, Vertreter von Noya im bundesweiten Attac-Koordinierungskreis.]</p>
<p>Doch bei aller Zustimmung muss man aufpassen, wer welche Punkte des Protestes unterstützt, versucht sich die Bewegung zu Nutze zu machen und nach ihrem Bild zu formen. Gerade die großen Parteien, die Medien und Landes- sowie Bundesregierung aber auch die HRK und Institutionen wie die HRK, das CHE oder INSM drehen die Forderungen nach besserer Bildung in ihrer eigenen Begrifflichkeit und ihren eigenen neoliberalen Denkmustern herum.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Konservative und neoliberale Perspektiven auf den Protest</span></p>
<p>Aus konservativen und (neo)liberalen Kreisen werden die Proteste begrüßt, da aus ihrer Perspektive  die Bildung des menschlichen Geistes Zeit, weniger Druck und höhere Flexibilität, jedoch steht ihr Ziel absolut konträr zu einem zentralen Kritikpunkt der Streikbewegung: Der menschliche Geist, ein gebildeter Kopf wird von ihnen vor allem als Chance gesehen im globalen Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte zu bestehen. Bildung und Wissenschaft werden verstanden als eine Produktivkraft. Von daher werden aktuellen Regierungen, aber auch viele Rektoren wohl kaum jemals für eine Verlängerung des Bachelors eintreten, des Bachelors, dessen Name für lange Zeit noch negativ schwingen wird, der nicht einmal in der Wirtschaft anerkannt wird und der an sich schon paradox als Berufsabschluss und Wissenschaftsvorbereitung angelegt ist.</p>
<p>So appellierte z.B. die FDP an die KMK, die Proteste nicht leichtfertig als Klamauk abzutun. Doch lehne sie „weltfremde Maximalforderungen“ ab und schafft es in ihrem begrenzten Denken nicht, gesellschaftliche Strukturen auch nur zu hinterfragen. Außerdem schlägt auch die FDP eine „Entschlackung“ der Studiengänge als Lösung des Drucks im Studium vor. „Entschlackung“ scheint das große Wort der Reformvorschläge von Politikern von FDP, CDU und SPD aber auch von Rektoren und anderen &#8216;Experten&#8217; zu sein. Sie argumentieren, das Problem sei nicht die Kürze der Zeit sondern das Gleichbleiben der Inhalte der vormals zwei Jahre längeren Studiengänge. Eine treffende Antwort darauf, wurde auf der &#8216;Vollversammlung&#8217; an der FSU am 25.11.2009 von einem Studenten auf eine enstprechende Äußerung von Mario Voigt (CDU), dem amtierenden Vorsitzenden des Thüringer Landtagsausschusses für Bildung, Wissenschaft und Forschung, entgegnet: „Bitte nicht noch weniger Inhalte!“</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Bildung und Wissenschaft im globalen Wettbewerb</span></p>
<p>Margret Wintermantel, die Präsidentin der HRK und damit sicher gut mit Rektor Klaus Dicke bekannt, sprach offen aus, was das Ziel von besseren Studienbedingungen sei: „Es geht hier um die Zukunftsfähigkeit des Landes. Wir sind daran interessiert, dass die Studenten ein qualitätsvolles Studium absolvieren können.“ Eine Fixierung auf Konkurrenz zwischen Hochschulen und internationalen Wettbewerbs scheint auch im Rektorat der FSU Jena ein Ausgangspunkt ihrer Meinungen und Entscheidungen zu sein. Studiengebühren befürworte der Prorektor für Lehre und Struktur Kurt-Dieter Koschmieder zwar nicht direkt, aber sie brächten doch einen erheblichen finanziellen Vorteil gegenüber anderen Universitäten, so sagte er zum einen im Pressegespräch am Dienstag (mit dem Zusatz, dies nicht unbedingt so groß in der Presse haben zu wollen).</p>
<p>Ein Hinweis auf dem Blick von Rektor Dicke gibt auch einem Text von 2004 mit dem Titel „Die Universität im globalen Wettbewerb“. Ein Mehr an Investitionen in Wissenschaft und Forschung wird gefordert, um den „Aufbau und Erhalt der globalen Wettbewerbsfähigkeit der Universität“ zu forcieren. Auf harrsche Kritik seitens des Bildungsstreikes müsste wohl folgende Passage stoßen: „Gerade Deutschland ist auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, Globalisierung als Chance zu begreifen. Das gilt auch und gerade für die Universität, von der eine Neubesinnung auf ihren Geist, d.h. auf ihre Produktiv- und Wettbewerbskräfte zu fordern ist.“</p>
<p>Den Protestierenden geht es nicht um eine Zukunftsfähigkeit des Landes im Sinne eines erfolgreichen Bestehens und Durchsetzen in einem globalen wirtschaftlichen Wettbewerb, als vielmehr um den menschlichen Geist als solchen und als Grund für eine gerechtere, lebensfreundlichere Welt und um Werte wie Demokratie und Gleichberechtigung an sich.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Praktische Kritik erwünscht aber bitte keine Gesellschaftskritik</span></p>
<p>Die praktischen Vorschläge des Protestes könnten sie gut gebrauchen, sagen die Vertreter der vergangenen Hochschulreformen, die immer wieder beteuern, dass sie doch nichts tun könnten, die Bologna-Reform musste nun einmal umgesetzt werden. Auch die Unileitung Jena sieht sich als Versuchskaninchen, die Auflagen der Politik zur Umsetzung des Bachelor-/Master-Systems aber zugleich keine Vorgaben, Konzepte und Erfahrungsberichte hätten- vielleicht griff man daher so gerne zurück vo Empfehlungen von Bertelsmann (CHE) und INSM. Ja und selbst wenn diese Machtlosigkeit so ist, wo waren denn die Rektoren und was hat denn die HRK gemacht bis und seit 1999, als der Bologna-Prozess auf Papier gebracht wurde. Dieses Papier war eine Verabredung von europäischen Regierungen und ist nicht (!) einmal rechtlich bindend. Und die HRK stimmte in den Chor der internationalen Flexibilität und Effektivierung der Wissenschaft mit ein und erhob die Bologna-Prozess zum Götzen der modernen Bildung. Umso besser, sagen sie, wenn sie von den Studierenden die „Empirie“ bekämen, die sie zur Evaluierung und besseren Akkreditierung von Studiengängen, und um die Bologna-Reform zu einem Erfolg zu führen (O-Ton Rektor Klaus Dicke), brauchen.</p>
<p>Auch Margaret Wintermantel sprach nach der KMK ihr Angebot zum Dialog mit den Studenten mit den selben Implikationen aus: „Wir brauchen auch die Erfahrungen der Studenten.“ Es zählt ihnen scheinbar weniger die demokratische Mitbestimmung aller Beteiligten als vielmehr die Nutzung der studentischen Erfahrung zur Umsetzung der Reform, die nach den Behauptungen auch seitens der Unileitung auf der Podiumsdiskussion gestern als das Ziel der Universiät ansehen, obgleich sie selbst als einen Grund für die Umsetzungsschwierigkeiten ihre eigene zu geringe Überzeugungskraft und die zu kleine „Flamme für die Reform“ (Pressegespräch am Dienstag) bei den Beteiligten der Hochschule nannten. Doch eine demokratische Diskussion aller Beteiligten, nicht nur der Professoren und einzelner Studentenverterter, hätte wohlmöglich die Ablehnung der Bologna-Ziele führen können.</p>
<p>Wenn es also um nützliche Kritikpunkte geht, dann sind sie ihnen willkommen. Doch diese „weltfremden“ Gedanken des Protestes kann man in konservativen und neoliberalen Kreisen nicht gebrauchen. Es sei keine Aufgabe der Hochschulen, Gesellschaftskritik zu betreiben, so Rektor Dicke gestern auf der Podiumsdiskussion. Man hört schon, wie die Argumentation weiter geht: Das sei Sache der Politik. Politik müsse natürlich in den Gremien ablaufen, Protest sei zwar nicht verkehrt, doch die Arbeit sollten schon die gewählten, die „demokratisch legitimierten Vertreter“ übernehmen. „So sprechen Sie doch mit den Vertretern, kommen Sie herein in die Gremien, holen Sie sich ein Amt, dann unterhalte ich mich auch mit Ihnen.“ So ungefähr könnte man zugespitzt das Demokratieverständnis beschreiben, welches leider auch vehement von FSU-Rektor Klaus Dicke und dem Thüringer Wissenschaftsstaatsekretär Thomas Deufel auf der gestrigen Podiumsdiskussion vertraten. Neue Formen der Demokratie, wie sie die Protestierenden anregen und fordern, seien nicht effizient oder effektiv, man müsse zielorientiert arbeiten, da könne man nun mal nicht alle einbeziehen. Überhaupt seien ja an allen Prozessen studentische Vertreter beteiligt gewesen (ja 3 oder 4).</p>
<p>Sogar Klaus Dicke gab auf der Podiumsdiskussion zu, dass er und die Streikenden ein vollkommen unterschiedliches, miteinander unvereinbares Demokratieverständnis hätten. Demokratisch legitimiert sind nach dem Herrn Dicke nur gewählte Vertreter, alle anderen werden als politische Stimme nicht anerkannt. Ein solch begrenztes Vorstellungsvermögen in Sachen Demokratie erwartet man von einem Politikwissenschaftler mit guten Kenntnissen in politischer Ideengeschichte nicht. Doch zu so einer Haltung kommt man wohl, wenn man in so undemokratischen Gremien wie dem Rektorat oder der HRK an der Spitze sitzt. Es bringe doch nichts, sich über Demokratie zu unterhalten, so auch Staatssekretär Deufel. Und dann – wieder Herr Dicke – noch diese ganze Kapitalismuskritik, man könne nicht erst den ganzen Kapitalismus abschaffen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Doch zurück zu KMK und HRK – den „demokratischen“ Gremien</span></p>
<p>In der Überschrift der heutigen Pressemitteilung der HRK hieß es „Kultusministerium und Hochschulrektorenkonferenz handeln zusammen!“ Gemeinsam sind wir stark, scheint das Motto zu sein, denn eine Protestbewegung ist noch stärker. Gemeinsam trete man dafür ein, dass nicht mehr als eine Prüfung pro Modul durchgeführt werde, dass es ein „realistisches und vertretbares Maß“ an Belastung für Studierenden gebe, dass Prüfungsleistungen unter Hochschulen anerkannt würden und dass das Studium flexibilisiert werde. Außerdem wolle man versuchen, die 10 % des BIP für Bildung zu erreichen.</p>
<p>Abgesehen von der fehlenden Verbindlichkeit des Papieres: Die Punkte, über die sich KMK und HRK in ihrem Tagunssaal geeinigt haben, umfassen weder wesentliche bundesweit artikulierten Forderungen und Vorschläge, noch kann man sich mit den einzelnen Punkten so leicht zufrieden geben.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Kritik am Reformpapier der KMK und HRK</span></p>
<p>Die festgehaltene Verminderung von Prüfungen ist an sich stark zu begrüßen. Statt Prüfungen sollten wissenschaftliche Arbeiten wie Referate, Diskussionen, Essays, Forschungen und Forschungsberichte sowie längere Schriften Grundlage des Studiums sein. Doch fehlt im Papier leider die Bewertung bestimmter Prüfungsarten. Eine Forderung des Jenaer Bildungsstreikes z.B. ist die Abschaffung von Multiple-Choice-Klausuren, die nicht eigenständiges Denken und Anwenden fordern sondern nur die Fähigkeit, auswendig zu lernen, noch ein bisschen logisches Denken und Kreuzschen setzen.</p>
<p>Des Weiteren sollen die starren Regelungen zu dem 6-semestrigen Bachelor zugunsten einer „durchgängigeren“ und „flexibleren“ Gestaltung des Studiums zum Master verändert werden. Die Gesamtzahl von 10 Semestern solle jedoch bleiben. So wird der strikten Zeitzwang eines Studiums, reproduziert. Es gibt unzählige Gründe, warum Menschen länger als fünf Jahre für ein Studium brauchen oder wollen. Man erinnere nochmals daran, dass bis in die 6oer Jahre nicht einmal Regelstudienzeiten in Hochschulen in Deutschland existierten. Damals wie in den vergangenen Jahren der schrittweisen Begrenzung der Studiendauer waren es wirtschaftliche Interessen und zum Teil auch finanzielle Situationen, die zu den gesetzlichen Veränderungen motivierten.</p>
<p>Die Zulassung zum Masterstudium kann nach dem Bekunden der KMK heute weiterhin von den Hochschulen „zur Qualitätssicherung“ oder aus Kapazitätsgründen beschränkt werden. Wenn denn eine wissenschaftliche Ausbildung die „Qualität“ der Lehre gefährdet, sollte man da lieber nicht anders herum denken, nämlich wie die Bedingungen von Arbeitsverhältnissen und die Zahl der Lehrenden vergrößert werden kann. Doch leider zeigen sich Politiker selten kreativ bezüglich der Konzeption der Gesellschaft und der Verteilung von Geldern. Also weiterhin für die meisten ein minderqualitatives Bachelor-Studium.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Studiengebühren, Ökonomisierung – keine Themen</span></p>
<p>Über die Abschaffung von Studiengebühren hatte man heute auf der KMK gar nicht erst gesprochen, zumindest nicht in Pressemitteilungen, dem Papier oder Interviews. Was sollen sie auch sagen? In ihrer Wahrnehmung von und Bedeutungszuschreibung des internationalien Wettbewerbs, um Macht, um Profit und Rendite, um Medaillien und um wissenschaftliche &#8216;Leistung&#8217; sind Studiengebühren vorteilverschaffende Instrumente.</p>
<p>Der ein oder andere Sozialdemokrat wie auch Wissenschaftsstaatssekretär Thomas Deufel, der auf der gestrigen Podiumsdiskussion Langzeitstudiengebühren rechtfertigte, sieht in Langzeitstudiengebühren einen Akt sozialer Gerechtigkeit, da es ja die Besserverdienenden sind, die studieren. Ähnlich argumentiert wird von manchen auch gerne in Bezug auf Studiengebühren allgemein. Es ist fast ein ehrenwerter gesellschaftsgerechter Gedanke, wäre da nicht die Realität: Selbst für viele der mittelmäßig &#8216;wohlständischen&#8217; Familien sind Studiengebühren eine starke Belastung bis eine Hürde, und für StudentInnen ohne elterliche Unterstützung und für die vielen Geringverdienern machen die Kosten das Studieren nahezu unmöglich.</p>
<p>Kritik an der Ökonomisierung der Hochschulen – zunehmender Einfluss der Wirtschaft auf die Forschung, Abhängigkeit von Drittmitteln, unternehmens- und marktähnliche Konzeption von Hochschulen und Wissenschaft (Stichworte: Hochschulrat, Dienstleistung, Service, Nachfrage und Angebot, internationale Konkurrenz, Ranking, Verwertbarkeit von Wissenschaft, usw.) &#8211; scheint bei der KMK und der HRK kaum anzukommen oder verstanden zu werden. Äußerungen zu dieser Problematik gab es von ihnen heute keine.</p>
<p>Rektor Dicke selbst versuchte auf der Podiumsdiskussion auch die Vorwürfe der Unterstützung einer Ökonomisierung zurückzuweisen. Nach ihm finde ein Einfluss der Wirtschaft allein in der Auftragsforschung statt, Drittmittel per se seien kein Problem, sondern eine Notwendigkeit und eine Hilfe, und im Unirat würden ja nur zwei Vertreter aus der Wirtschaft sitzen (was zwar stimmt: aber dass es ausgerechnet ein ehemaliger Vorstandsvorsitzende von Carl Zeiss und ein Vorstandsmitglied von Siemens sein muss&#8230;). Auf die von den BesetzerInnen formulierten Kritik am Universitäts als undemokratischen Gremium (keine Studenten und Dozenten mit Stimmrecht) und als Instrument der Beschneidung der Autonomie wegen der 2/3 Besetzung durch Externe, entgegnete Klaus Dicke, der Rat entscheide ohnehin nichts. Zwar ist der Unirat tatsächlich mit wenigen Kompetenzen bestückt, doch sein Einfluss Management, Personalfragen und Grundfragen, sollte nicht unterschätzt werden.</p>
<p>Auf Seiten der Streikenden wurde aud der Podiumsdiskussion zudem kritisiert, dass man die Hochschule zunehmend als Unternehmen und Wissenschaft als Markt betrachtet und organisiert, was man an Worten und Konzeptionen wie Wissenschaftsmarkt, Bedarf und Nachfrage und Qualitätsmanagement bemerken könne. Daraufhin entgegnete Klaus Dicke mitten im Wort zuversichtlich und energisch, er sei immer gegen das Qualitätsmanagement gewesen. Ein Blick in seine Gedanken bezüglich der Qualitässteuerung gewährt die Podiumsdiskussion 2006 der HRK zum Thema, wo sich zeigt, dass die Behauptung wohl so nicht ganz richtig ist</p>
<p>„Wir haben eine ganze Reihe von Verfahren und Beurteilungsmaßstäben [...], die man anwenden kann. [...] wo es angewendet wird? Das ist die Mittelverteilung in der Forschung; das ist aber auch jedes einzelne Berufungsverfahren. Als Element der Qualitätssteuerung würde ich die Berufungsverfahren immer an erster Stelle nennen.“ Qualitätsmessung (Evaluierung) findet zumeist quantitativ statt, doch wenn Gelderverteilung und Stellenbesetzung von Mengen an Publikationen, Zitationen, positiven Bewertungen abhängen, erhöht sich sowohl objektiv als auch subjektiv der Druck auf Lehrende und Forschende. Das ist seit Jahren bekannt, zumindest in den Instituten. Über die Akkreditierung von Studiengängen gibt der Beitrag einen weiteren interessanten Hinweis:</p>
<p>„[...] wir müssen uns gerade in den Spitzenbereichen daran orientieren, was an neuen Fächern und neuen Fächerkombinationen auf dem Markt angeboten werden kann. Da müssen wir uns an den Standards orientieren, die nun eben der Berufsmarkt abfragt. Auch der ist weitgehend ein europäischer.“ Wenn das die primären Handlungsmaximen der Unileitung zu sein, fragt man sich, wie sie nur zu dem Schluss kommen können, Einfluss könne die Wirtschaft nur durch Auftragsforschungen nehmen.</p>
<p>Nicht nur diese sensiblen Prozesse der Ökonomisierung werden auch durch HRK und Regierungen kaum reflektiert. Weitere zentrale Themen der Bildungsstreikbewegung wie Abschaffung von prekären Arbeitsverhältnissen und geringen Bezahlungen, oder die Ausweitung der demokratischen Mitbestimmung von Studierenden und Angestellten WissenschaftlerInnen, sind anscheinend bei der KMK und der HRK kaum der Rede wert.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Was dieser Tag brachte</span></p>
<p>In einem fulminanten Satz aus der heutigen Pressemitteilung der HRK zeigen die &#8216;Entscheidungsträger&#8217; ihre &#8216;Gutmütigkeit&#8217; und ihr demokratisches Verständnis: „Kultusministerkonferenz und Hochschulrektorenkonferenz haben damit Kritikpunkte der Studierenden zum Bologna-Prozess aufgenommen und Entscheidungen getroffen. Sie sind der Auffassung, dass es an der Zeit ist, wieder zu einem geregelten Studienbetrieb überzugehen.“ Dieser Satz sagt wohl nochmals auf das Deutlichste, wie demokratisch unsere „demokratisch gewählten Vertreter“ so sind. Wir haben doch getan, was ihr wolltet, jetzt seid wieder still. Nein, das werden wir nicht! Denn zu Vieles fehlt und getan wurde heute nichts.</p>
<p>Naja, was sagt uns dieser Tag? Der Bildungsstreik zeigt auf jeden Fall Wirkung, als Erfolg kann man dieses Papier zwar nicht direkt verbuchen, dazu muss mehr passieren. Aber indirekt sind diese Reaktionen dennoch ein Erfolg. Zeigt doch dieses Beschwichtigungspapier, dass die Kultusminister und die Rektoren Angst haben. Angst, dass die Bewegung noch stärker wird, dass sie noch energischer auf die Behebung der gesellschaftliche und kulturelle Ursachen der Probleme pocht. Vielleicht auch haben sie Angst, dass sich die Studierenden und die SchülerInnen weiterhin mit ihren Lehrern und DozentInnen verbünden oder gar, wie heute auf der Demonstration bereits geschehen, mit Arbeitern und Erwerbslosen. Doch diesen Prozess wird niemand mehr aufhalten können. Die Dozierenden und LehrerInnen brauchen sich nicht mehr mit ihrer Kritik verstecken, dazu haben sie mittlerweile zu viele, die ihnen den Rücken stärken werden.</p>
<p>Bundesbildungsministerin Annette Schavan lädt übrigens zu einem Bologna-Gipfel im April ein. Bis dahin könnte sogar dieses Papiere umgesetzt und weitere Schritte gegangen werden. Die Inhalte der Protestierenden müssen weiterhin klar formuliert und artikuliert werden, die Gedanken und Ideen müssen noch mehr in der Öffentlichkeit verbreitet und diskutiert werden und die politischen Prozesse wachsam beobachtet und deutlich kommentiert werden. April ist wohl eine gute Zeit, um die Bildungskritik erneut auf die Straße zu tragen, denn die heute auf Papier geschriebenen Stoßrichtungen sind nicht genug und bei der Unileitung Jena stößt man bei manchen Anliegen wohl weiterhin auf Granit. Mit kleinen Zugeständnissen kann man sich nicht zufrieden geben, wenn die Probleme an der Wurzel (radix – radikal) zu packen sind.</p>
<p>KMK-Vorsitzende Henry Tesch (CDU) und HRK-Vorsitzende Margaret Wintermantel betonten ähnlich den sich offen zeigenden führenden Amtsträger der gestrigen Jenaer Podiumsdiskussion die Notwendigkeit für Zusammenarbeit mit den Studierenden und bekundeten ihren Glaube daran, „gemeinsame tragfähige Lösungen“ zu finden. Die Bildungsstreikbewegung muss nun sehr aufpassen, dass die &#8216;emsigen&#8217; Leitorgane von Bund, Land und Hochschule nicht wieder nur mit wenigen StudentInnen aus den Gremien arbeiten und weiterhin eine viel zu herausragende Rolle spielen. Es gilt den Dialog zwischen Studierenden und zwischen Studierenden und Dozierenden zu forcieren, ein Dialog der nicht durch Gremienzugehörigkeit begrenzt sein darf. Die Energie des Protestes muss in eine positive Kraft der Aktionen, Diskussionen und Gedanken umgewandelt werden. Wir können die Arbeit nicht mehr länger „denen da oben“ überlassen, ihre Verbindungen zu Seilschaften und ihre geteilten Weltbilder werden kaum das Denken und Verstehen ermöglichen, was von Protestierenden seit Jahren artikuliert wird.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Quellen: </span></p>
<p><a href="http://www.hrk.de/95_5235.php">HRK Pressemitteilung 10.12.</a></p>
<p><a href="http://www.focus.de/wissen/campus/kultusministerkonferenz-reform-der-reform-beschlossen_aid_462009.html">Focus am 10.12.</a></p>
<p><a href="http://www.radio-utopie.de/2009/12/10/demonstrativer-bildungsstreik-zu-gast-im-bonner-winter/#more-10423">Radio-Utopie über die KMK am 10.12.</a></p>
<p><a href="http://www.fdp-fraktion.de/webcom/show_websiteprog.php?wc_c=649&amp;wc_lkm=84&amp;wc_id=13149&amp;bis=">FDP Pressemitteilung 10.12.</a></p>
<p><a href="http://gew.de/GEW_Jetzt_freien_Zugang_zum_Master_fuer_alle_sichern.html">GEW Pressemitteilung 10.12.</a></p>
<p><a href="http://kurzlink.de/Wiss_Beirat">Solidaritätserklärung des Wissenschaftlichen Beirates von Attac</a></p>
<p><a href="http://www.bildungsstreik.net/kultusministerinnen-nachsitzen/">Aufruf zur Demonstration in Bonn zur Kultusministerkonferenz</a></p>
<p><a href="http://astamuenster.wordpress.com/2009/12/10/groser-zuspruch-fur-demo-gegen-kultusministerkonferenz-in-bonn/">Ein Bericht von der Demo</a></p>
<p><a href="http://www.kmk-nachsitzen.de/">Seite zur KMK-Demo in Bonn</a></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/strassenstriche">Fotos von der Demo</a></p>
<p>Klaus Dicke: „Die Universität im globalen Wettbewerb“ im <a href="http://doku.gew-thueringen.de/GEW/FileResources.nsf/%280%29/D8C1F816A6604492C1256FC5003406CE/$FILE/Reader_2004.pdf">GEW-Reader zur 13. Landeshochschulkonferenz</a>. Thüringer Hochschulen im Strudel der Finanzmisere. Erfurt 2005. S. 29-33.</p>
<p>Klaus Dicke: Redebeiträge zur Podiumsdiskussion „Von der Qualitätssicherung der Lehre zur Qualitätsentwicklung als Prinzip der Hochschulsteuerung – eine Standortbestimmung“. In: HRK &#8211; Beiträge zur Hochschulpolitik 12/2007<a href="http://www.google.de/url?q=http://www.hrk.de/de/projekte_und_initiativen/4331.php&amp;ei=Ft4hS9_nN8fK_gbl28itCg&amp;sa=X&amp;oi=nshc&amp;resnum=1&amp;ct=result&amp;cd=1&amp;ved=0CAgQzgQoAA&amp;usg=AFQjCNEt9gQRfG1ljTR1s-im4TtF_Oai5w">Qualitätsorientierte Hochschulsteuerung und externe Standards</a>. Beiträge zu einer Veranstaltung des Projekts Qualitätssicherung der Hochschulrektorenkonferenz am 2./3.11.2006 in Bonn.</div>
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		<title>Jena von Freitag: Über das Zustandekommen und die Kritik an der Form der Podiumsdiskussion (von http://jenabrennt.blogspot.com/)</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Dec 2009 03:13:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jena</dc:creator>
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		<guid isPermaLink="false">http://www.unsereunis.de/?p=1524</guid>
		<description><![CDATA[Über das Zustandekommen und die Kritik an der Form der Podiumsdiskussion
Am Mittwoch den 9. 12. 2009 wurde am Mittag eine Podiumsdiskussion zwischen Universitätsleitung, Regierungsvertreter und studentischen VertreterInnen abgehalten. Auslöser waren die Proteste gegen aktuelle Bildungspolitik und Bildungssysteme, welche in den letzten Wochen auf bundes- und weltweiten Demonstrationen und durch Besetzungen von Hörsälen und Schulen geäußert wurden. Noch Anfang Dezember sind nach einem Monat ca. 70 Hochschulen bundesweit durch Studierende besetzt.



Zunächst Hörsaal 1 dann HS 4 und 5 waren im Anschluss an die Demonstration vom 17.11. mit über 3000 Menschen besetzt wurden. In der zweiten Woche sprachen sowohl die Unileitung als auch die Streikenden ihre prinzipielle Redebereitschaft aus. Der Rektor hatte um ein Gespräch gebeten, doch das Plenum des besetzten Hörsaals entschied, zum einen nicht im Stillen sondern in der Öffentlichkeit miteinander zu reden und zum anderen die Runde zu gleichen Teilen (jeweils drei Vertreter) zu besetzen. Der Rektor lehnte diese Bedingungen jedoch ab.



]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="date-header"><strong>(von http://jenabrennt.blogspot.com/)</strong></p>
<h2 class="date-header">Freitag, 11. Dezember 2009</h2>
<div class="post hentry"><a name="4018280288566906895"></a></p>
<h3 class="post-title entry-title"><a href="http://jenabrennt.blogspot.com/2009/12/uber-das-zustandekommen-und-die-kritik.html">Über das Zustandekommen und die Kritik an der Form der Podiumsdiskussion</a></h3>
<div class="post-body entry-content">Am Mittwoch den 9. 12. 2009 wurde am Mittag eine Podiumsdiskussion zwischen Universitätsleitung, Regierungsvertreter und studentischen VertreterInnen abgehalten. Auslöser waren die Proteste gegen aktuelle Bildungspolitik und Bildungssysteme, welche in den letzten Wochen auf bundes- und weltweiten Demonstrationen und durch Besetzungen von Hörsälen und Schulen geäußert wurden. Noch Anfang Dezember sind nach einem Monat ca. 70 Hochschulen bundesweit durch Studierende besetzt.</p>
<p>Zunächst Hörsaal 1 dann HS 4 und 5 waren im Anschluss an die Demonstration vom 17.11. mit über 3000 Menschen besetzt wurden. In der zweiten Woche sprachen sowohl die Unileitung als auch die Streikenden ihre prinzipielle Redebereitschaft aus. Der Rektor hatte um ein Gespräch gebeten, doch das Plenum des besetzten Hörsaals entschied, zum einen nicht im Stillen sondern in der Öffentlichkeit miteinander zu reden und zum anderen die Runde zu gleichen Teilen (jeweils drei Vertreter) zu besetzen. Der Rektor lehnte diese Bedingungen jedoch ab.</p>
<p>Anfang der dritten Woche drehte Rektor Dicke die Positionen auf den Kopf und sagte, er diskutiere nur mit uns, wenn wir bis Donnerstag den Hörsaal verlassen würden. Da dies gar kein guter Tausch ist, wurde ein Gespräch durch die BesetzerInnen abgelehnt und für einen späteren Zeitpunkt ins Auge gefasst. Die von der Unileitung in der <a href="http://www.uni-jena.de/Mitteilungen/PM091202_Streik.html">Pressemitteilung vom 02.12.</a> so behauptete fehlende Gesprächsbereitschaft entspricht nicht den Tatsachen. Eine <a href="http://jenabrennt.blogspot.com/2009/12/universitatsleitung-versucht-mit.html">Gegendarstellung  vom 03.12.</a> legt dies dar.</p>
<p><span id="more-1524"></span><a name="more"></a></p>
<p>Dann lud die Unileitung selbst zu einer Podiumsdiskussion ein. Für das Podium wurde folgende Besetzung vorgeschlagen: statt der geforderten drei BesetzerInnen nur noch eine Person, und jeweils ein/e VertreterIn für die Fachschaften und den Stura. Auf Seiten der Unileitung sollten nunmehr zwei Vertreter auf dem Podium sowie der Staatssekretär Thomas Deufel sitzen. Anfang der vierten Woche überbrachten, um mit den missverständnisfördernden Dreieckskommunikationen über den Stura zu brechen, zwei VertreterInnen an den Rektor persönlich die Botschaft, dass wir nur an der Podiumsdiskussion teilnehmen würden, wenn drei Personen für den Bildungsstreik auf dem Podium säßen. Der Rektor lehnte dies unter Verweis auf eine unpraktikable Größe des Podiums ab, er bewilligte jedoch zwei Gesandte.</p>
<p>Das Plenum am Montag abend hat in einer fünfstündigen Diskussion versucht die schwierige Frage zu entscheiden, wie man mit diesen Umständen umgeht, gerade vor dem Hintergrund, dass die Protestierenden seitens der Unileitung nicht als eine legitimierte Stimme anerkannt waren, obwohl es hunderte Unterschriften, zahlreiche Zustimmungen und tausende Menschen auf den Straßen gab. Zudem wurde am Montag bekannt, dass die Diskussion am Mittag und nicht am zentralen Abbe-Campus stattfinden solle. Einig waren sich die Teilnehmenden des Plenums darin, dass die Podiumsdiskussion weder Lösungen bringen werde noch eine Verständigung im Sinne von Aushandlung der Forderungen Gegenstand sein könne. Die Diskussionen der letzten Wochen hatten eine Verschiebung im Fokus von Protest, Forderung an Amtsträger und Gremien mit anschließenden Abwarten hin zu einer Verwirklichung von Demokratie auf der Ebene der Betroffenen, den Dozierenden und Lehrenden. Da die Unileitung weder die wesentlichen Kompetenzen für die angestrebten Verändeurungen der Studienordnungen oder der demokratischen Struktur der Hochschule innehat noch innehaben sollte, war unklar, worüber man überhaupt sprechen solle. Einig waren sich die Streikenden auch, dass eine Podiumsdiskussion an sich äußerst undemokratisch und keine gute Grundlage für eine Diskussion auf Augenhöhe ist.</p>
<p>Man kann sagen, dass am Ende die meisten mit einem zwiegespaltenen Gefühl sich für die Teilnahme an der Diskussion aussprachen. Die ebenfalls diskutierte Variante, eine informative Erklärung, welche die Ablehnung eines Teilnehmens kommunizieren sollte, zu verlesen, wurde auch von Vielen begrüßt doch zugunsten einer entgegenkommenderen, versöhnlicheren Entscheidung verworfen.</p>
<p>Da die letztliche Entscheidung über die Teilnahme an der Podiumsdiskussion nicht von allen mitgetragen werden konnte, außer dass sie sich ihres Vetos enthielten, wurde eine Erklärung per Handzettel in das Publikum gereicht. In dieser Erklärung wurde die Kritik an der Form von Podiumsdiskussionen im Allgemeinen und an dieser ganz konkreten kommuniziert. Die Kritik wurde auch von den Teilnahmebefürwortern geteilt. Dieser Akt zeigt zum einen erneut die Heterogenität der Bildungsstreikbewegung, was deutlich unsere Stärke ist, und zum anderen macht der Text den im besetzten Hörsaal stattgefundenden Diskurs transparent.</p>
<p>Trotz des nicht sehr zentralen Ortes (Döbereiner Hörsaal) und der ungünstigen Mittagszeit, fanden sich über 200 Menschen, größtenteils Studierende im Hörsaal ein. Dozierende waren spürbar wenige anwesend, was zum Teil auch durch eine Angst vor Gesichtsverlust durch Teilnahme an solchen Veranstaltungen mit der Unileitung erklärt werden kann – dies war uns gegenüber im Vorfeld von Dozierenden als Begründung für eine Nichtteilnahme gegeben worden.</p>
<p>Schlussendlich waren die Bildungsstreikenden durch Tobi Krone und Kirsten Limbecker vertreten. Für den Studierendenrat saß der Hochschulpolitische Referent Jörg Hänold und für die Fachschaften Matthias Haberland. Von der Unileitung waren Rektor Klaus Dicke und der Prorektor für Lehre und Struktur Kurt-Dieter Koschmieder Sprecher auf dem Podium. Zudem war der seit fünf Wochen amtierende Thüringische Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung Thomas Deufel (SPD), welcher zuvor Professor an der Universität Jena war, geladen. Geleitet wurde die Diskussion durch Francis &#8230;, die beim Stura der Uni die Redeleitung führt.</p>
<p>Was die BesetzerInnen im Vorfeld an Erwartungen und Kritikpunkten dieser Podiumsdiskussion diskutiert hatten erwies sich im Nachhinein als richtig. Ein Gespräch oder eine Diskussion konnte unter den strukturellen Bedingungen einer Podiumsdiskussion nicht möglich werden. In der zur Verfügung stehenden guten Stunde waren die Redebeiträge auf zwei bis vier Ausführungen beschränkt. Außer einem Kritisieren vorher geäußerter Meinungen und Darstellen der eigenen Argumente konnten kaum bis gar nicht Gegendarstellungen gegeben, Reaktionen geäußert oder auch nur im entferntesten Debatten geführt werden.</p>
<p>Ein konkretes Thema war nicht vorgegeben, weswegen die PodiumsteilnehmerInnen viele Themen des Bildungsstreiks ansprachen, jedoch eben nicht mehr als in einem groben Anreißen. Die Redeleitung gab nach einer ersten Runde von Statements, welche überwiegend zur Bologna-Reform, deren Umsetzung und den daraus resultierenden Studienbedingungen abgegeben wurden, eine Frage zu den Möglichkeiten der Verbesserung der Demokratie an der Hochschule, welche die zweite Rederunde eröffnete. Die zweite Frage wurde zur Lösung der Finanzierungsproblematik gestellt, deren &#8216;Beantwortung&#8217; hin zur Problematik der Ökonomisierung der Hochschule führte.</p>
<p>Nach diesen Podiumsrunden gab es die Möglichkeit für das Auditorium, Fragen zu stellen und Kommentare zu geben. Leider waren wegen der zeitlichen Beschränkung und der Intention einer Fragerunde, die zu weiteren Redeminuten seitens der Unileitung führte, nur vier Beiträge möglich. Eine starke Kritik sprach eine Studentin aus dem Publikum in einem der vier Redebeiträge, geteiltvom gestrigen Plenum und vielen BesucherInnen an der Begrüßung durch die Redeleitung aus. Während die Unileitung und der Staatssekretär mit „sehr geehrter“ und vollen Namen vorgestellt wurden, und die studentischen Gremienvertreter wenigstens Vornamen bekamen, wurden die BesetzerInnen nur als solche bezeichnet. Auffällig war das äußere Auftreten insbesondere von Rektor Klaus Dicke und von Staatssekretär Thomas Deufel. Aus ihrer Körperhaltung, ihren seltenen Blicken zu den Sprechenden und ihre Nebengesprächen sprach sowohl eine gewisse Arroganz und ein Desinteresse an der Diskussion und den Gedanken der Studierenden. Beim letzten Redebeitrag aus dem Publikum musste der Sprechende sogar, obwohl es um Herrn Dicke selbst und seine Verbindungen zur CHE und zu Bertelsmann ging, diesen dazu aufgefordern zuzuhören.</p>
<p>Die Diskussion war wie erwartet ergebnislos, nicht nur wegen der Form und der üblichen inhaltsleeren und beschwichtigenden Ausführungen über allgemeine Prozesse und die eigenen Bemühen seitens des Regierungsvertreters und der Universitätsleitung. Es kann keine Diskussion über demokratische Formen, grundsätzliche Kritik oder reflexive Fragen geführt werden, wenn die eine Seite sich nicht auf die Gedanken der anderen einlässt und Hinterfragungen und neue Ideen als Spinnereien verachtend abtut.</p>
<p>Eine Kritik an den inhaltlichen Äußerungen der Unileitung sind in dem <a href="http://jenabrennt.blogspot.com/2009/12/zwischen-kultursministerkonferenz-in.html">Artikel zur Kultusministerkonferenz und der Podiumsdiskussion</a> eingebaut.</div>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Jena vom Donnerstag: Stimmen zur gestrigen Podiumsdiskussion mit der Unileitung</title>
		<link>http://www.unsereunis.de/jena/jena-vom-donnerstagstimmen-zur-gestrigen-podiumsdiskussion-mit-der-unileitung/</link>
		<comments>http://www.unsereunis.de/jena/jena-vom-donnerstagstimmen-zur-gestrigen-podiumsdiskussion-mit-der-unileitung/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 12 Dec 2009 03:12:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jena</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jena]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.unsereunis.de/?p=1525</guid>
		<description><![CDATA[Donnerstag, 10. Dezember 2009


Stimmen zur gestrigen Podiumsdiskussion mit der Unileitung
Ein Bericht unsererseits über die gestrige Podiumsdiskussion wird noch kommen, genug Interessantes ist ans Licht gekommen...



Eine Videoaufnahme von der Podiumsdiskussion, zumindest die erste Stunde wird noch heute nacht auf youtube*edit: vimeo* erscheinen. Weitere Aufnahmen kommen hoffentlich in ein paar Tagen.



OTZ und TLZ schreiben nichts.




JenaTV sendete heute abend 18 Uhr darüber. Jeder Mensch, der dabei war, wird sagen, dass dieser Bericht (wie beim Sender üblich) mehr als verkürzt war. Von den Streikenden erfährt man quasi nichts über die vielen gesagten Inhalte, Kritikpunkte und Ideen. Stattdessen werden in eigenen Worten die langen inhaltsleeren Ausschweifungen der 'Amtsschimmel' so zusammengefasst, dass die 'Entscheider' wohlwollend, pflichtbewusst und vernünftig erscheinen und doch schon so viel machen, während die BesetzerInnen ja nur den Lehrbetrieb störten.



So schlechten Journalismus traut man sich kaum hierein zu stellen, dennoch:





(von http://jenabrennt.blogspot.com/)
Donnerstag, 10. Dezember 2009


Stimmen zur gestrigen Podiumsdiskussion mit der Unileitung
Ein Bericht unsererseits über die gestrige Podiumsdiskussion wird noch kommen, genug Interessantes ist ans Licht gekommen...



Eine Videoaufnahme von der Podiumsdiskussion, zumindest die erste Stunde wird noch heute nacht auf youtube*edit: vimeo* erscheinen. Weitere Aufnahmen kommen hoffentlich in ein paar Tagen.



OTZ und TLZ schreiben nichts.




JenaTV sendete heute abend 18 Uhr darüber. Jeder Mensch, der dabei war, wird sagen, dass dieser Bericht (wie beim Sender üblich) mehr als verkürzt war. Von den Streikenden erfährt man quasi nichts über die vielen gesagten Inhalte, Kritikpunkte und Ideen. Stattdessen werden in eigenen Worten die langen inhaltsleeren Ausschweifungen der 'Amtsschimmel' so zusammengefasst, dass die 'Entscheider' wohlwollend, pflichtbewusst und vernünftig erscheinen und doch schon so viel machen, während die BesetzerInnen ja nur den Lehrbetrieb störten.



So schlechten Journalismus traut man sich kaum hierein zu stellen, dennoch:







]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="date-header"><strong>(von http://jenabrennt.blogspot.com/2009/12/jenanews-uber-die-podiumsdiskussion.html)</strong></p>
<h2 class="date-header">Donnerstag, 10. Dezember 2009</h2>
<div class="post hentry"><a name="2454560306677846186"></a></p>
<h3 class="post-title entry-title"><a href="http://jenabrennt.blogspot.com/2009/12/jenanews-uber-die-podiumsdiskussion.html">Stimmen zur gestrigen Podiumsdiskussion mit der Unileitung</a></h3>
<div class="post-body entry-content">Ein Bericht unsererseits über die gestrige Podiumsdiskussion wird noch kommen, genug Interessantes ist ans Licht gekommen&#8230;</p>
<p>Eine <span style="font-weight: bold;">Videoaufnahme von der Podiumsdiskussion</span>, zumindest die erste Stunde wird noch heute nacht auf youtube*edit: vimeo* erscheinen. Weitere Aufnahmen kommen hoffentlich in ein paar Tagen.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">OTZ</span> und <span style="font-weight: bold;">TLZ</span> schreiben nichts.</p>
<p><span style="font-weight: bold;">JenaTV</span> sendete heute abend 18 Uhr darüber. Jeder Mensch, der dabei war, wird sagen, dass dieser Bericht (wie beim Sender üblich) mehr als verkürzt war. Von den Streikenden erfährt man quasi nichts über die vielen gesagten Inhalte, Kritikpunkte und Ideen. Stattdessen werden in eigenen Worten die langen inhaltsleeren Ausschweifungen der &#8216;Amtsschimmel&#8217; so zusammengefasst, dass die &#8216;Entscheider&#8217; wohlwollend, pflichtbewusst und vernünftig erscheinen und doch schon so viel machen, während die BesetzerInnen ja nur den Lehrbetrieb störten.</p>
<p>So schlechten Journalismus traut man sich kaum hierein zu stellen, dennoch:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/kTsLn9TL528&amp;hl=en_US&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/kTsLn9TL528&amp;hl=en_US&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><span style="font-weight: bold;"><br />
Campus TV</span> kommt auch noch mit einem Bericht.<br />
Hier mal zwei Artikel: von den Frei(t)räumern und von jenanews.de</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Der <a href="http://freitraum.blogsport.de/2009/12/09/37/">Artikel von den Frei(t)räumern</a>:</span></p>
<p>Grinseköpfe und Arschkriecher</p>
<p><span id="more-1525"></span></p>
<p>9. Dezember 2009</p>
<p>in Allgemein</p>
<p>Heute Mittag fand im Döbereiner Hörsaal eine Podiumsdiskussion mit Vertretern der UniBesetzerInnen, Vertretern der Unileitung (Rektor und Prorektor), Stura, FSR-Vertreter und dem Staatssekretär Thomas Deufel statt. Anlass war die weiterhin bestehende Besetzung und die Forderungen der Bildungsstreikenden. Es beteiligten sich etwa 100 bis 150 Menschen an der Diskussion.</p>
<p>Unileitung und Staatssekretär glänzten darin, jegliche Verantwortung für die verpfuschte Lage abzustreiten. So behauptete Rektor Dicke unter anderem, er habe keine Rolle bei der Umsetzung gespielt. Da stellt sich die Frage was er dann in seiner Zeit bei Bertelsmann und in der HRK gemacht hat. Auch wurde ein gesamtgesellschaftlicher Zusammenhang der Bildungsmisere durch Staatssekretär, Unileitung und FSR-Vertreter immer wieder negiert. In Sachen Beschäftigungsverhältnisse und Ökonomisierung von Bildung scheint die Unileitung ebenfalls ein mehr als merkwürdiges Bild zu haben. So wurde die Kritik an prekären Beschäftigungsverhältnissen (aufbauend auf dem jw Artikel) strikt zurückgewiesen, mit der Behauptung, es gäbe angeblich neueste Beschlüsse dazu. Zum Thema Ökonomisierung und der damit einhergehenden Kritik am Unirat behauptete Dicke, Wirtschaftsvertreter hätten an der Uni keinen Einfluss. Sie würden lediglich für die „kaufmännische Umstrukturierung der Verwaltungsbücher sorgen“. Auch in der Einwerbung von Drittmitteln für „Spitzenforschung“ (also nicht etwa Lehre) sieht Dicke kein Problem. Das diese Drittmittel fast ausschließlich aus der Wirtschaft kommen ist für ihn scheinbar irrelevant.</p>
<p>Weiterhin wurde seitens der Unileitung und des Staatssekretärs immer wieder auf die Geldknappheit hingewiesen, die ja jetzt ohne Verwaltungskostenbeitrag noch schlimmer würde. Dabei wurde auf die Uni Bamberg verwiesen, die ja 20 Millionen(!) Euro mehr hätte, weil sie Studiengebühren erhebt. Sollte das etwa der indirekte Aufruf sein Studiengebühren auch in Thüringen einzuführen? Was Besseres fällt der Unileitung und dem Land wohl nicht ein?</p>
<p>Deufel betonte dann noch, wie toll es sei, dass durch den Bolognaprozes immer mehr Abiturienten studieren. Nur leider vergaß er dabei völlig den fehlenden Wohnraum und die überlasteten Unis. Auch das fehlende Lehrpersonal tauchte in seiner Rede nicht auf. Weiterhin schob er den Anstieg der Studentenzahlen auf den Bolognaprozess. Damit konstatierte er der Bundesregierung außerdem indirekt ein Versagen auf voller Linie. Es musste wohl erst die EU kommen, um die verpfuschte Bildungspolitik zu „korrigieren“ (in wessen Sinn steht auf einem anderen Blatt). Auch behauptete er, wer Bachelor und Master studiert hätte sogar ein Semester mehr als ehemalige Magister-Studierende zur Verfügung. Nur vergisst er dabei, dass der Großteil der Bachelorabsolventen wohl nie ein Masterstudium antreten wird, da weder die Kapazitäten noch die Konsekutivität gegeben ist.</p>
<p>Die Forderung nach mehr Demokratie an den Hochschulen wurde mit Verweis auf die bestehenden Gremien und den ominösen „Bolognatag“ abgetan. Das die bestehenden Gremien zu weiten Teil nicht weisungsberechtigt sind und zudem relativ intransparent arbeiten, scheint der Unileitung entweder nicht bekannt zu sein oder sie sieht darin keinen Grund zur Änderung.</p>
<p>Den auf dem Podium vertretenen BesetzernInnen ist an dieser Stelle kein Vorwurf zu machen. Zwar hatte es im Vorfeld der Diskussion eine Spaltung innerhalb der BesetzerInnen gegeben, so dass einige nur ein schriftliches Statement rumreichten und sich nicht an der Diskussion beteiligten. Grund dafür war, dass die Diskussion nicht unter den gestellten Bedingungen stattfand und dass Dicke (richtigerweise) als illegitimer Ansprechpartner agiert.</p>
<p>Zusammenfassend lässt sich die gesamte Veranstaltung als Farce beschreiben. Die Vertreter der Unileitung und Deufel ergingen sich in Selbstbeweihräucherung, während sie kritische Fragen mit Verweis auf die fehlende Zeit abwürgten oder leere Worthülsen in den Raum warfen. Der Vertreter der Fachschaften übte sich fleißig im Arschkriechen und forderte beispielsweise auf dem institutionellen Weg mit der Uni zusammenzuarbeiten. Außerdem sollten Lösungen nach seiner Aussage schnell und „effizient“ gefunden werden. Des weiteren stellte er die Fachschaftsräte indirekt als einzige legitime Vertretung der Studierenden dar, als könnten sich Studierende nicht selbst organisieren, artikulieren und zu Lösungen kommen.</p>
<p>Die Verweise der BesetzerInnen, dass die Forderungen basisdemokratisch und nicht von oben herab umgesetzt werden müssten, wurden damit abgetan, dass Demokratie und Entscheidungsfindung nun mal in (intransparenten) Gremien stattfindet.</p>
<p>Die Podiumsdiskussion hat ein weiteres Mal gezeigt, dass die Unileitung nicht bereit ist, in direkter, basisdemokratischer Weise mit engagierten Studierenden zusammenzuarbeiten. Stattdessen sollen Probleme wie gehabt in Gremien, die letztendlich nur Empfehlungen aussprechen, totzuquatschen.<br />
Für eine basisdemoratische Umstrukturierung aller Bildungseinrichtungen!</p>
<p>Nie wieder Unirat! Nie wieder Rektor!</p>
<p><span style="font-weight: bold;">Hier der <a href="http://jenanews.de/index.php/nachrichten/politik/52-nachrichten/2847-bildungsstreik-viel-gespraechsbedarf">Artikel von jenanews.de</a></span></p>
<p>Bildungsstreik: Viel Gesprächsbedarf</p>
<p>Donnerstag, 10. Dezember 2009 um 00:01</p>
<p>In Jena haben sich am Mittwochmittag erstmals verschiedene Studierendenvertreter und Vertreter der Universität sowie der Politik in einer öffentlichen Podiumsdiskussion geäußert.</p>
<p>Eine Auseinandersetzung hat kaum stattgefunden. Die Beteiligten
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<p> haben stattdessen den Schwarzen Peter herumgereicht und die Schuld von sich gewiesen. Der Beginn der Veranstaltung weckte Hoffnungen auf einen regen Austausch. Die sieben Redner nahmen, entgegen ihrer Position in der Sache, nicht auf einer bestimmten Seite des Podiums Platz, sondern saßen gemischt durcheinander. So wagte sich Professor Kurt-Dieter Koschmieder, Prorektor für Lehre und Struktur an der Universität, zwischen die Protestierende Kirsten Limbecker und das Stura-Mitglied Jörg Hänold.</p>
<p>Schnell zeigte sich jedoch, dass die Beteiligten kaum miteinander sprachen. Argumente wurden vorgetragen, um im nächsten Moment gleich wieder von der Gegenseite mit einem „Aber“ abgeschmettert zu werden.<br />
Die zwei Studierenden aus dem Kreis der Hörsaalbesetzer bemängelten den gesamten Bologna-Prozess. „Das Ideal einer funktionierenden Bologna-Reform ist eine Seifenblase“, sagte der Protestierende Tobias. Ein Bachelorstudium gebe keinen Freiraum für individuelle Gestaltung und setze die Studenten unter enormen Leistungsdruck. Der neue Wissenschaftsstaatssekretär und ehemaliger Jenaer Professor Thomas Deufel (SPD) gab zu, dass Veränderungen nötig seien. Er verwies auf die ersten bildungspolitischen Maßnahmen der Regierung: Die Verwaltungsgebühr ist seit Dienstag abgeschafft, und ein Erststudium bleibt in Thüringen gebührenfrei. Universitätsrektor Professor Klaus Dicke konnte dem kaum etwas hinzufügen. Er betonte jedoch immer wieder, dass bei der Umsetzung der Bologna-Reform immer studentische Vertreter beteiligt waren. „Diese sind auch heute noch in der Universitätspolitik eingebunden“, sagte er.</p>
<p>Das Stichwort der Mitbestimmung an Hochschulen griffen die studentischen Redner gern auf. Sie sehen zwar durchaus eine studentische Partizipation, doch ohne echte Mitbestimmung. „In den Gremien haben Studenten weder ein Stimm- noch ein Vetorecht“, kritisierte Tobias und seine Mitstreiterin Kirsten fügte hinzu: „Die Universität wird nur noch von ökonomischen Interessen bestimmt.“ Rektor Dicke wies diesen Vorwurf zurück.</p>
<p>Prorektor Koschmieder gab zu, dass es „erhebliche Defizite“ beim Bologna-Prozess gebe. Universität und Studenten haben bei der Umsetzung der Reform nicht gewusst, was Bologna tatsächlich bedeutet. Er forderte darüber hinaus die Regierung indirekt auf, den Universitäten mehr Geld zur Verfügung zu stellen. „In Bayern hat eine Universität durch die Studiengebühren 20 Millionen Euro mehr im Jahr zur Verfügung als wir. Das muss die Regierung ausgleichen.“</p>
<p>Matthias Haberland, ein Vertreter aller Fachschaftsräte an der FSU Jena, mahnte an, nicht zu lange über die Probleme zu sprechen, sondern schnell zu handeln. „Viele Studenten hängen beispielsweise derzeit rechtlich in der Luft, weil es für einige Studiengänge noch keine rechtskräftige Prüfungsordnung gibt“, sagte er.</p>
<p>Gemeinsame Ziele konnten bei der Podiumsdiskussion nicht herausgearbeitet werden. Für einen unbeteiligten Zuhörer blieb bisweilen unklar, welchen Argumenten er Glauben schenken darf. Es soll jedoch weiter diskutiert werden. Professor Dicke begrüßte den Vorschlag der Protestierenden, einen Runden Tisch einzuführen. Genügend Gesprächsstoff ist jedenfalls vorhanden.</p>
<p>Text: Ina Schwanse</p>
<p>Wie gesagt, von uns kommt auch noch etwas&#8230;</p></div>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title></title>
		<link>http://www.unsereunis.de/jena/1345/</link>
		<comments>http://www.unsereunis.de/jena/1345/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 11:45:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jena</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jena]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.unsereunis.de/?p=1345</guid>
		<description><![CDATA[Donnerstag, 3. Dezember 2009

Universitätsleitung versucht mit taktischen Mitteln politische Aktivisten zu diffamieren

In den vergangenen Tagen beobachteten wir von Seiten der Universität eine äußerst undemokratische und unredliche Taktik. Die PR-Stelle der Friedrich Schiller Universität Jena versucht in der Öffentlichkeit die Information zu verbreiten, die BesetzerInnen in Hörsaal 4 würden den Dialog mit der Universitätsleitung meiden, währenddessen die Universität genau diesen Dialog suchen würde. Diese Information ist nicht wahr und wir möchten dies am Beispiel einer aktuell geplanten Podiumsdiskussion aufzeigen.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2 class="date-header">Donnerstag, 3. Dezember 2009</h2>
<p><a name="871948302623391153"></a></p>
<h3 class="post-title entry-title"><a href="http://jenabrennt.blogspot.com/2009/12/universitatsleitung-versucht-mit.html">Universitätsleitung versucht mit taktischen Mitteln politische Aktivisten zu diffamieren</a></h3>
<p>In den vergangenen Tagen beobachteten wir von Seiten der Universität eine äußerst undemokratische und unredliche Taktik. Die PR-Stelle der Friedrich Schiller Universität Jena versucht in der Öffentlichkeit die Information zu verbreiten, die BesetzerInnen in Hörsaal 4 würden den Dialog mit der Universitätsleitung meiden, währenddessen die Universität genau diesen Dialog suchen würde. Diese Information ist nicht wahr und wir möchten dies am Beispiel einer aktuell geplanten Podiumsdiskussion
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<p> aufzeigen.</p>
<p>Am Freitag, 27. November, informierte uns der Studentenrat über die Gesprächsbereitschaft der Universitätsleitung mit uns. Vorgeschlagen wurde ein gemeinsames nicht öffentliches Gespräch, in welchem 3 Vertreter der BesetzerInnen, 3 Vertreter des Studentenrates und 3 Vertreter der Universitätsleitung. Der Studentenrat informierte uns des weiteren, dass durch die Universitätsleitung kein Ultimatum für eine Freigabe des Hörsaales genannt wurde, gleichzeitig entnahmen wir jedoch der Presse, dass die Universitätsleitung behauptete, ein Ultimatum genannt zu haben.</p>
<p>Das Plenum in Hörsaal 4 beschloss am gleichen Tag eine Änderung für die geplanten Gespräche. Wir lehnen nicht öffentliche Debatten hinter verschlossenen Türen ab, genau gegen solche intransparenten und nicht demokratischen Prozesse demonstrieren wir ja aktuell! Wir luden also die Unileitung zu einer Podiumsdiskussion unter Anwesenheit der Öffentlichkeit ein, um über unsere Forderungen zu reden.</p>
<p>Am Dienstag, 1. Dezember, erhielten wir wiederum über den Studentenrat einen erpresserischen Vorschlag zur vorgeschlagenen Podiumsdiskussion: Die Unileitung weigerte sich mit uns in Dialog zu treten, solange wir den Hörsaal besetzt halten. Wir lehnten diesen Vorschlag kategorisch ab. Obwohl die Unileitung in der Öffentlichkeit Gesprächsbereitschaft angezeigt hat, weigerte sie sich mit uns zu reden.</p>
<p>Am gestrigen Tag bekamen wir ein erneutes Angebot seitens der Universität. Wir wurden eingeladen zu einer Podiumsdiskussion mit einem Vertreter der BesetzerInnen, einem Vertreter der Fachschaftsräte und einem Vertreter des Studentenrates. Dem gegenüber sollen 3 Vertreter der Universität Platz nehmen. Die Universität drängt nun auf eine Räumung des Raumes und droht uns mit Strafanzeige und polizeilicher Räumung. Wir bedauern sehr wenn Studierenden, welche sich aktiv für verbesserte Bedingungen an der Hochschule einsetzen, mit strafrechtlicher Verfolgung gedroht wird. Allerdings sind wir an dieses Vorgehen von Rektor Dicke schon aus dem vergangenen Bildungsstreik gewöhnt, in welchem der Rektor Studenten, die sein Büro besetzten, mit Exmatrikulation drohte. Auch bei diesem vergangenen Vorfall log die Universitätsleitung in der Öffentlichkeit und versuchte ihrerseits eine Erpressung seitens der Studenten zu deuten.<br />
<span style="font-weight: bold;"><br />
Wir nehmen explizit Bezug auf falsche Informationen, welche teilweise durch Kommunikationsprobleme auch seitens des Sturas weitergegeben wurden, nach dem die Besetzer nicht gesprächsbereit wären. Diese Aussage ist grundsätzlich falsch.</span></p>
<p>Aus der Presse durften wir gestern entnehmen, dass sich Staatssekretär Deufel heute mit Studierenden in Jena treffen möchte. Wir bedauern sehr, dass dies nicht mit den BesetzerInnen geschieht, da wir bis jetzt keine Information über dieses Treffen erhalten haben. Ganz offensichtlich versuchen Politik und Hochschulleitung die öffentliche Meinung mit falschen Informationen zu beeinflussen.<span style="font-style: italic;"> Wir warnen die Beteiligten ganz ausdrücklich vor Lügen, dies ist kein demokratisches Mittel und wird auf kurze Zeit jedes Mal auffliegen.</span></p>
<p>Langsam haben wir genug von widersprüchlichen Aussagen seitens eines Herrn (Dicke), welcher in den größten, hochschulpolitischen Lobbyverbänden der Republik, sowie als <span style="font-style: italic;">Präsident in der Coimbra-Group sitzt</span>. Noch im vergangenen Sommer erzählte uns Herr Dicke er würde Studiengebühren ablehnen, doch dies scheint angesichts der Vorgehensweise der <span style="font-style: italic;">HRK (Hochschulrektorenkonferenz)</span>,deren <span style="font-style: italic;">Vizepräsident </span>er ist, nur ein Lippenbekenntnis. Die HRK befürwortet u.a. eine stärkere Beteiligung der Hochschulen an der Studierendenauswahl, die Einführung von Studiengebühren und die Exzellenzinitiative der Bundesregierung. Die HRK betreibt eine Reihe von Projekten, u.a. das Bologna-Zentrum und das Projekt Qualitätsmanagement.<br />
Sie hat gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung das gemeinnützige Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) mit Sitz in Gütersloh gegründet, welches für &#8220;Hochschulrankings&#8221; sogar die Daten nahezu aller Studenten bekam und die öffentliche Meinung mittels &#8220;Studien&#8221; und PR-Tatkiken manipuliert, der Fachbereich 3 der Uni Siegen(Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaften) z.B. nimmt seit Juli nicht mehr am CHE-Ranking teil, mit der Begründung, das Verfahren gebe dem rankenden Privatunternehmen die Möglichkeit, das öffentliche Bildungswesen faktisch zu steuern und es demokratischer Kontrolle zu entziehen. Das Ranking fördere die Ungleichheit zwischen Hochschulen. Es fördere (Zitat) &#8220;die Entkopplung von Forschung und Lehre und trägt damit zur Demontage der traditionellen Stärken des deutschen Hochschulsystems bei.&#8221;</p>
<p>Nochmal in Kürze:<br />
Wir wollen kommunizieren<br />
Die Unileitung behauptet zu kommunizieren<br />
Die Unileitung kommuniziert nicht.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen<br />
Die Bildungsstreikenden</p>
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		<title>Erste Angriffe &#8211; Beschneidung der externen Kommunikation &#8211; in Jena braucht es jetzt viele Leute</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 12:27:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>c</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jena]]></category>

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		<description><![CDATA[Bis spät in die Nacht wurde über den gesamten gestrigen Abend hinweg die Streikwoche vorbereitet. Transparente, Aufrufe, Plakate sind entstanden, um u.a. auf den scheinfreien Streiktag am Mittwoch hinzuweisen. Zudem wurde noch sehr spät eine Übersicht mit allen bislang besetzten, geräumten und hergegebenen Hörsälen weltweit angefertigt und an die Wand hinter den Statuen gegenüber vom [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bis spät in die Nacht wurde über den gesamten gestrigen Abend hinweg die<br />
Streikwoche vorbereitet. Transparente, Aufrufe, Plakate sind entstanden, um<br />
u.a. auf den scheinfreien Streiktag am Mittwoch hinzuweisen. Zudem wurde noch<br />
sehr spät eine Übersicht mit allen bislang besetzten, geräumten und<br />
hergegebenen Hörsälen weltweit angefertigt und an die Wand hinter den Statuen<br />
gegenüber vom Hörsaal 4 gehängt. Was schon imposant war mit über 100<br />
Hochschulen.</p>
<p>Vielleicht zu imposant&#8230;</p>
<p>Am Abend bereits wurden alle gehangenen Plakate entfernt.</p>
<p>Zwischen 5 und 8 Uhr morgens muss es gewesen sein, dass alle, alle Transparente,<br />
Plakate, Schilder und eben auch die Städtenamen der besetzten Hochschulen<br />
abgehangen wurden.</p>
<p>Eine Suche nach dem Material ergab Folgendes: Der Hausmeisterassistent hatte uns<br />
zu dem im Keller gelagerten Material geführt und gab dies teilweise uns zurück.<br />
Seine Erklärung war, es hätte eine &#8220;Anweisung&#8221; gegeben, alles abzuhängen.</p>
<p>Das Material ist zum Teil zurück, aber nicht die Blätter mit den Städtenamen,<br />
die sind im Müll. Die äußere Raumgestaltung war von Bedeutung für die weitere<br />
Mobilisierung. Scheinbar hat die Unileitung Angst bekommen, dass noch viel mehr<br />
Studierende erkennen würden, dass Jena bei weitem nicht allein ist. Das Abhängen<br />
ist als ein erster Angriff zu verstehen.</p>
<p><strong>Umso wichtiger: Leute, kommt hier her, mit einer Räumung oder gar einem Aufgeben<br />
aufgrund des Abschneidens unserer Kommunikation nach außen, wäre alles umsonst<br />
gewesen.</strong></p>
<p><strong>Kommt so schnell ihr könnt, um das weitere Vorgehen zu besprechen.</strong></p>
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		<title>Fast 500 Studierende bei Versammlung in Jena</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 15:03:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jena</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jena]]></category>

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		<description><![CDATA[Pressemitteilung: Am Mittwoch Abend versammelten sich in Hörsaal 2 der Friedrich-Schiller-Universität Jena fast 500 Studierende um über die Forderungen der BesetzerInnen zu diskutieren. Zu Beginn stellte Christin Penz, Vorstandmitglied des StuRa, das so genannte Bologna-Papier des Senats der Universität vor. Darin war der Senat auf einige Forderungen des Bildungsstreiks aus dem Sommer diesen Jahres eingegangen. Sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Pressemitteilung:</p>
<p>Am Mittwoch Abend versammelten sich in Hörsaal 2 der Friedrich-Schiller-Universität Jena fast 500 Studierende um über die Forderungen der BesetzerInnen zu diskutieren. Zu Beginn stellte Christin Penz, Vorstandmitglied des StuRa, das so genannte Bologna-Papier des Senats der Universität vor. Darin war der Senat auf einige Forderungen des Bildungsstreiks aus dem Sommer diesen Jahres eingegangen. Sie wies allerdings darauf hin, dass die Punkte des Papiers sehr unkonkret blieben und es vor allem Probleme in der Umsetzung gäbe. Anschließend stellten die BesetzerInnen ihre Forderungen vor und luden die Anwesenden zur Diskussion.<br />
Die anwesenden Studierenden beteiligten sich mit lebhaften Beiträgen an der Debatte. Dabei wurde früh deutlich, dass sich eine große Mehrheit der Anwesenden mit den Forderungen sehr gut identifizieren konnte. In vielen Beiträgen kamen zudem zusätzliche Themen auf, die dann in die Forderungen eingearbeitet wurden. Zum Schluss stellte die Versammlungsleitung die Forderungen zur Abstimmung. Bei diesem Meinungsbild stimmte eine überwältigende Mehrheit für die Anliegen der BesetzerInnen inklusive der Ergänzungen. Die Versammlung beauftragte damit die anwesenden VertreterInnen des Studierendenrates, diese Forderungen als Grundlage für die Verhandlungen in den Gremien der Universität zu nutzen.<br />
Für die BesetzerInnen des Hörsaals 4 der Universität bedeutet der Ablauf der Versammlung eine große Rückendeckung für ihre Aktion. Um ihren Forderungen weiter Nachdruck zu verleihen, führen die BesetzerInnen weiter eine Unterschriftenaktion durch. Schon jetzt haben sich mehrere hundert Studierende der Universität mit ihrer Unterschrift hinter die Anliegen der BesetzerInnen gestellt. Die Unterschriftenlisten liegen im besetzten Hörsaal aus.</p>
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		<title>Erste Woche: Eine Bilanz aus Jena</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 11:14:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jena</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jena]]></category>

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		<description><![CDATA[Pressemitteilung: Seit über einer Woche ist nun auch die Friedrich-Schiller-Universität in Jena von Studierenden besetzt. Ein Teil der DemonstrantInnen hatte nach der Kundgebung im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks am 17.11. den größten Hörsaal der größten Universität Thüringens besetzt. Aus verschiedenen logistischen Gründen sind die BesetzerInnen anschließend in zwei kleinere Hörsäle umgezogen. In diesen Hörsälen bildeten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Pressemitteilung:</p>
<p>Seit über einer Woche ist nun auch die Friedrich-Schiller-Universität in Jena von Studierenden besetzt. Ein Teil der DemonstrantInnen hatte nach der Kundgebung im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks am 17.11. den <span style="color: #000000;"><span style="BACKGROUND: none transparent scroll repeat 0% 0%">größten Hörsaal der größten Universität Thüringens besetzt. Aus </span></span>verschiedenen logistischen Gründen sind die BesetzerInnen anschließend in zwei kleinere Hörsäle umgezogen. In diesen Hörsälen bildeten die BesetzerInnen Arbeitskreise zu Themen, wie Bachelor-Master-System, Finanzierung und Demokratisierung der Hochschulen und erarbeiteten erste Forderungen und Anregungen für eine bessere Bildung. Um über ihre Aktion aufzuklären, veröffentlichten die BesetzerInnen am Wochenende einen offenen Brief. Am Sonntag übergaben Sie einen der Hörsäle symbolisch an die Universitätsleitung, um Bildung möglich zu machen. Allerdings betonten die BesetzerInnen, dass dieses Entgegenkommen von der Reaktion der Universitätsleitung auf die Forderungen des Bildungsstreiks abhängig ist. Denn schon nach dem ersten Bildungsstreik im Sommer sprachen alle Institutionen und Parteien den Studierenden ihre Solidarität, passiert ist seitdem jedoch nichts. Sollte sich nach dem diesjährigen Bildungsstreik eine ähnliche Situation abzeichnen, behalten sich die BesetzerInnen weitere Aktionen vor.</p>
<p><span id="more-1159"></span></p>
<p>Ein Ende der Besetzung ist nicht abzusehen, da die BesetzerInnen weiterhin an ihren Forderungen arbeiten und sich mit den anderen BesetzerInnen auf der ganzen Welt solidarisieren wollen. Seit Montag läuft eine Unterschriftenaktion unter den Studierenden der Universität um den Forderungen der BesetzerInnen Nachdruck zu verleihen. Für heute laden sie alle Studierenden zu einer Diskussion in den Hörsaal 1 der Universität in die Carl-Zeiss-Straße ein. Dort soll ab 20 Uhr über die Forderungen der BesetzerInnen informiert und diskutiert werden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!</p>
<p style="MARGIN-BOTTOM: 0cm">In den vergangenen Tagen kam auch die Kultur nicht zu kurz. Am Montag organisierten die BesetzerInnen ein Improvisationskonzert mit lokalen Musikern, das von zahlreichen Menschen besucht wurde. Gestern fand in Hörsaal 5 ein Poetry Slam statt, zu dem fast 200 BesucherInnen erschienen. Die Teilnehmer sorgten mit Beiträgen &#8211; auch über den Bildungsstreik &#8211; für gute Stimmung und belohnten die Slamer mit lang anhaltendem Applaus. Für die BesetzerInnen gehört Kultur ebenso zum Bildungsstreik wie inhaltliche Arbeit.</p>
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		<title>Jena: Hörsaal 4 besetzt</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 06:20:28 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Jena]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit heute ist auch die Uni in Jena besetzt! Nach zahlreichen Besetzungen in ganz Europa haben heute ca. 500 Studierende mehrere Hörsäle in der größten Uni in Thüringen besetzt. In den nächsten Tagen werden die BesetzerInnen über ihre Forderungen diskutieren und diese an die Öffentlichkeit tragen. Bei der Demonstration im Vorfeld kam es zu einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit heute ist auch die Uni in Jena besetzt! Nach zahlreichen Besetzungen in ganz Europa haben heute ca. 500 Studierende mehrere Hörsäle in der größten Uni in Thüringen besetzt. In den nächsten Tagen werden die BesetzerInnen über ihre Forderungen diskutieren und diese an die Öffentlichkeit tragen.</p>
<p>Bei der Demonstration im Vorfeld kam es zu einem Zwischenfall. Die Polizei verwehrte mehreren Studierenden den Zugang zum Hauptgebäude der Universität. Als die Studierenden zeigten, dass sie den &#8220;Rausschmiss&#8221; aus IHRER Universität nicht akzeptieren würden, setzte die Polizei Pfefferspray gegen die Studierenden ein und hielt einige fest.</p>
<p>Die BesetzerInnen distanzieren sich von Gewalt und werden die Besetzung in friedlicher Art und Weise durchführen.</p>
<p>Alle Studierenden sind aufgerufen die BesetzerInnnen in ihrem Anliegen zu unterstützen! In Hörsaal 4 sind ausreichend Essen/Getränke und Matratzen vorhanden!</p>
<p><a href="http://jenabrennt.blogspot.com/" target="_blank">http://jenabrennt.blogspot.com/</a><br />
<a href="http://twitter.com/Jena_brennt" target="_blank">http://twitter.com/Jena_brennt</a></p>
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		<title>Uni Jena besetzt</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 19:02:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>c</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit heute ist auch die Uni in Jena besetzt! Nach zahlreichen Besetzungen in ganz Europa haben heute ca. 500 Studierende mehrere Hörsäle in der größten Uni in Thüringen besetzt. In den nächsten Tagen werden die BesetzerInnen über ihre Forderungen diskutieren und diese an die Öffentlichkeit tragen. Bei der Demonstration im Vorfeld kam es zu einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit heute ist auch die Uni in Jena besetzt! Nach zahlreichen Besetzungen in ganz Europa haben heute ca. 500 Studierende mehrere Hörsäle in der größten Uni in Thüringen besetzt. In den nächsten Tagen werden die BesetzerInnen über ihre Forderungen diskutieren und diese an die Öffentlichkeit tragen.</p>
<p>Bei der Demonstration im Vorfeld kam es zu einem Zwischenfall. Die Polizei verwehrte mehreren Studierenden den Zugang zum Hauptgebäude der Universität. Als die Studierenden zeigten, dass sie den &#8220;Rausschmiss&#8221; aus IHRER Universität nicht akzeptieren würden, setzte die Polizei Pfefferspray gegen die Studierenden ein und hielt einige fest.</p>
<p>Die BesetzerInnen distanzieren sich von Gewalt und werden die Besetzung in friedlicher Art und Weise durchführen.</p>
<p>Alle Studierenden sind aufgerufen die BesetzerInnnen in ihrem Anliegen zu unterstützen! In Hörsaal 4 sind ausreichend Essen/Getränke und</p>
<p><a href="http://jenabrennt.blogspot.com/">http://jenabrennt.blogspot.com/</a></p>
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