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Studierende manifestieren ihren Protest in Innsbruck – Einigung mit Innsbrucker Universitätsleitung

Am 50. Tag der am 29.10. spontan begonnen Besetzung von Innsbrucks größtem Veranstaltungsraum, der SoWi-Aula, haben sich die Besetzer_innen mit der Innsbrucker Universitätsleitung geeinigt und beschlossen den Protest auf alle Ebenen der Universität und der Gesellschaft auszubreiten.

Im von den Studierenden ausgearbeiten Positionspapier finden sich unter anderem 2 fixe Räume für Studierende, welche heute symbolisch bezogen wurden.

Außerdem wurde ein Budget für alternative Lehrveranstaltungen und Workshops von Seiten des Rektorats zugesichert.

„Uni von Unten“

Gemeinsames Ziel der Universitätsleitung und der Besetzer_innen ist es, eine „Uni von Unten“ zu etablieren:

Aus diesem Grunde werden in Zukunft regelmäßige Plena, sowie Studierendenvollversammlungen, bei denen Vertreter_innen der Uni-Leitung anwesend sind abgehalten werden. Diese Neuerung in Innsbrucks universitärem Leben bringt mehr Mitbestimmungsrecht für alle Studierenden, Lehrenden und Universitätsbediensteten und garantiert Transparenz. So wird es möglich sein, auftretende Probleme an der Wurzel zu packen und auf allen Ebenen zu kommunizieren.

Weiters wird eine Online-Plattform eingerichtet, bei der sich Interessierte mit Ideen, Kritik und Wünschen einbringen können.

Nur so kann gemeinsam die prekäre Lage in Österreichs Bildungssystem, speziell an den Universitäten verändert und nachhaltig gestatltet werden.

Ausweitung der auslaufenden fristen bei Diplomstudiengängen

Ein weiterer bedeutender Erfolg für die Besetzer_innen kann verbucht werden:

Das Rektorat und der Senat bemühen sich, den Abschluss aller Diplomstudiengänge zu ermöglichen und diverse Fristen auszuweiten. Denn, das Auslaufen jener Fristen 2010, stellt zur Zeit für hunderte Studierende ein großes Problem dar – nämlich die Gefahr, ihr Diplomstudium nicht abschließen zu können.

Weiters setzt sich die Uni-Leitung für flexible Anrechnungssysteme ein, die für den Abschluss der jeweiligen Studienrichtungen nötig sind.

Wie weiter vorgegangen wird:

In den vom Rektorat zugebilligten Räumen kann nun der Protest der Angehörigen der Universität noch effizienter fortgesetzt und ausgeweitet werden:

Wir haben mit der Besetzung einen Stein ins Rollen gebracht und öffentliches Interesse erreicht. Dieser Stein ist ein unaufhaltsamer und wird einschneidende Veränderungen bringen. Um die Bewegung nicht stagnieren zu lassen ist es nun an uns, den Protest an der gesamten Universität und in der Gesellschaft auszuweiten.  Durch die Einigung mit der Universitätsleitung haben wir einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gesetzt.  Gemeinsam mit dem Rektorat werden wir für ein besseres Uni-System kämpfen.

Besetzer_innen laden die ÖH-Exekutive ein mit den Studierenden in einen Dialog zu treten.

Die an einer Besserung interessierten Universitätsmitglieder fordern die ÖH-Exekutive, allen voran den ÖH-Vorsitzenden auf, endlich konstruktiv an den Protesten teilzunehmen. Viele Studierende fühlen sich von der ÖH wenig bis gar nicht vertreten. Bester Beweis hierfür sind wohl zum einen die geringe Wahlbeteiligung (ÖH-Wahlen) und die Eigeninitiative, die einzelne, unabhängige Studierende in Innsbruck durch die Besetzung ergriffen haben, weil sie sich von den Studierendenvertreter_innen nicht adäquat repräsentiert fühlen. Allein durch die Basisdemokratische Stimme der Besetzer_innen wurde eine entsprechende  Bildungsdebatte losgetreten, eine Verhandlungsbasis geschaffen und letzten Endes eine Kooperation mit der Uni-Leitung ermöglicht.

In 50 Tagen mehr erreicht als die gesamte ÖH in den letzten Jahren!
Tatsache ist, dass die politisch unabhänigen Besetzer_innen in nur 50 Tagen mehr erreicht haben, als die gesamte ÖH in den letzten Jahren. Reines Interesse an politischer Karriere in den einzelnen Mutterparteien der Fraktionierten ist nicht das Mittel zur Besserung und definitiv nicht zielführend!

Trotzdem sehen wir uns nicht als Gegen-Institution zur ÖH, die ja die legitimierte Stimme der Studierenden ist.  Wir legen den einzelnen Fraktionen aber nahe, ihr (partei)politisches Agieren zu überdenken und für die Anliegen aller Studierenden stark einzutreten.

Entspannt in die Weihnachtsferien:

Dank der neuen Räume können sich alle Studierenden weiter der Bildungsdebatte widmen und wird weiter Druck auf die Politik ausüben.

Weitere Aktionen sind bereits in Planung, ein erstes großes Plenum mit Vertreter_innen der Universitätsleitung wird nach den Weihnachtsferien stattfinden. Der Umzug geht an diesem Wochenende von statten, das SoWimax bleibt bis Montag besetzt!

Abschließende dringliche Forderung an alle Rektorate an den besetzten Universitäten:

Wir fordern die Führungsebenen aller besetzten Universitäten auf dem Innsbrucker Beispiel zu folgen und endlich in einen konstruktiven Dialog mit den Studierenden zu  treten. Denn das eine Ziele, eine Verbesserung der maroden Bildungssysteme herbeizuführen muss ein gemeinsames sein! Aus diesem Grund muss das Potenzial der Besetzer_innen genutzt und nicht durch polizeiliche Räumung zerstört werden!

Wir sind stolz, dass das Rektorat unseren Protest schätzt und in die Innsbrucker Alma Mater integriert und manifestiert hat.

„Euer Agieren ist ein wichtiges, bedeutendes und richtiges Signal. Ich freue mich, dass so viele Studierende an einer tiefgreifenden Bildungs-Debatte interessiert sind!“,  schloss Rektor Töchterle.

Unsere Uni brennt weiter!

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