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Aula in Basel von Räumung bedroht
Aula von Räumung bedroht
In einem Brief droht das Rektorat an, uns aus der Aula vertreiben zu wollen. Als erster Schritt soll uns heute Mittag die Tonanlage und die Heizung abgedreht werden. Weitere Schritte werden angedroht. Wir verurteilen den Versuch, die Aula zu räumen. Der Vorschlag, ein universitäres Forum einzurichten, ist überflüssig.
Wir haben mit der Besetzung ein Forum geschaffen, in dem sich sämtliche Parteien einbringen können. Heute Mittag um 12 Uhr trifft sich das Plenum, um über unsere nächsten Schritte zu entscheiden.
Was uns aber Mut macht, sind die zwei neuen Universitäten, die zu uns gestossen sind. Wir begrüssen herzlichst Lüneburg und Giessen!
mehr dazu: unsereuni.ch
Basel: Unsere Forderungen
Unsere Forderungen
Für eine kritische Universität und mehr Mitbestimmung der Studierenden an der Ausgestaltung des Bildungsangebots.
Präsenzkontrollen, Module und unreflektiertes Auswendiglernen töten den akademischen Geist der Universität. Studierende sollen gemeinsam mit den Dozierenden unter anderem über die geeignete Form der Leistungsüberprüfung entscheiden können. Auch sollen studentische Seminare in das Vorlesungsverzeichnis aufgenommen und mit Kreditpunkten honoriert werden. Den Worten im Glas der Aulafenster „Der Geist der Wissenschaft lässt sich keine Fesseln anlegen“ soll wieder Bedeutung verliehen werden.
Wir fordern eine Wiedereingliederung des ausgelagerten Personals
(Reinigung, Catering) und angemessene Arbeitsbedingungen, die den ethischen Ansprüchen der Universität entsprechen.
Momentan wird die Uni von externen Reinigungsfirmen betreut. Das Personal ist zwar nach dem GAV angestellt, wird aber dennoch ungenügend entlohnt. Der Lohn beträgt lediglich 16.70 CHF. Das ist an einer Universität nicht angebracht. Ebenfalls müssen die Ferien des gesamten universitären Personals auf mindestens fünf Wochen erhöht werden.
Wir verlangen ein Demokratisierung der Strukturen und vollständige Transparenz, insbesondere bezüglich der Finanzierung von Studiengängen und Forschungsprojekten.
Die Studierenden sollen ein reales Mitbestimmungsrecht bekommen und nicht nur repräsentativen Einsitz in Regenz und Fachschaften. Die Entscheidung über das Angebot an Studiengängen soll nicht bei den VertreterInnen der Privatwirtschaft liegen.
Soziale Hintergründe und finanzielle Verhältnisse sollen kein Grund sein, nicht studieren zu können.
Wir fordern einen Ausbau des Stipendienangebots, den finanziellen Verhältnissen der Studenten und Studentinnen angepasste Preise in der Mensa und das Angebot von Alternativen (bspw. Mikrowellen und Kochgelegenheiten).
Wir wünschen uns Raum, um an der Universität ein unabhängiges und selbstverwaltetes StudentInnen- Café einzurichten. Die Studiengebühren sind abzuschaffen.
Aula in Basel besetzt _ Protestwelle erreicht die Schweiz
Die Aula der Universität Basel ist besetzt!
Im Rahmen der internationalen Aktionswoche unter dem Motto „Our Education Is Not For Sale“ (www.emancipating-education-for-all.org) wurde heute Morgen um 10:00 die Aula des Kollegiengebäudes in Basel besetzt. Bereits in der Nacht auf heute wurden Denkmäler und Brunnen in der ganzen Stadt mit Schärpen geschmückt – ebenfalls Teil unseres Aktionstages! Wir sind eine breite und offene Bewegung von Studierenden verschiedenster Fächer, die alle mit der Situation und Entwicklung der Universität Basel und des gesamten Bildungssystems unzufrieden sind.
Die gegenwärtigen Proteste und Besetzungen an österreichischen und deutschen Universitäten und Hochschulen zeigen, dass die Unzufriedenheit unter StudentInnen gross ist. Viele Studierende setzen sich zur Wehr gegen eine zunehmende Privatisierung des Universitätsbetriebes, gegen eine verstärkte Verschulung des Lehrplans und gegen den Einfluss von VertreterInnen der Privatwirtschaft auf die Ausrichtung der Universitäten.
Die Besetzung der Aula ist kein Endpunkt, steht nicht am Ende einer Entwicklung. Sie soll der Anfang sein für eine studentische Bewegung, die ihre Verantwortung und Mitbestimmung an der Universität zurückfordert. Wir setzen uns für eine demokratische Universität ein, in der die Interessen der Studierenden, Dozierenden und aller MitarbeiterInnen der Universität vertreten
werden.
So wenden wir uns mit unserer Aktion auch direkt gegen die Machtkonzentration im Unirat. Dieses oberste Gremium der Universität Basel besitzt mittlerweile beinahe die gesamte Entscheidungsgewalt. Dies ist umso bedenklicher, als die Mehrheit der Mitglieder VertreterInnen der Privatwirtschaft sind. Die demokratischen Instanzen innerhalb der universitären Struktur hingegen wurden geschwächt und entmachtet.
Unsere Forderungen für eine freie Universität:
•Demokratisierung der Universität und Stärkung der Selbstverwaltung
•Unabhängigkeit von Lehre und Forschung – keine Instrumentalisierung der Hochschulen durch Privatinteressen
•Keine soziale Selektion – Studiengebühren gehören abgeschafft – kein Numerus Clausus
•Eine angemessene Vertretung von Frauen in der Universität
•Faire Löhne für alle im Umfeld der Universität Angestellten – Keine Auslagerung der sozialen Verantwortung
Während der Besetzung werden wir die Aula mit unseren eigenen Ideen beleben. Es werden Workshops und Einführungen in unipolitisch relevante Themen stattfinden, um unsere Forderungen und Kritik gemeinsam zu untersuchen. Die Diskussion zwischen allen Studierenden, Dozierenden und BesucherInnen steht dabei im Zentrum. Gemeinsam wollen wir uns Ziele setzen und Wege finden, wie die Universität „Unsere Uni“ werden kann.
Die Sprayereien heute Abend stammen nicht aus dem unsereuni Bündnis, die Parolen sind nicht mit den Parolen des unsereuni Bündnis identisch.
Wir laden alle Interessierten dazu ein, an der Besetzung und dem Programm teilzunehmen und sich selbst einzubringen, denn Bildungspolitik ist immer auch Gesellschaftspolitik!
Medienschaffende, die sich vor Ort informieren wollen, sind eingeladen, sich am Medien-Infopunkt
vor der Aula zu melden. Weitere Communiqués werden folgen.
Our Education Is Not For Sale – Auch UNSERE UNI nicht!
