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Bayerische Staatsregierung kürzt Studentenwerks-Etat um 23%
Posted by rox in Bamberg, Bayreuth, München, augsburg, erlangen, erlangen-nürnberg, nürnberg, passau, regensburg on February 1, 2010
Die bayerische Staatsregierung plant den Etat des Studentenwerks um 23% zu kürzen, die Mensa-Zuschüsse gar um 35%.
Das ist das Geld mit dem das Studentenwerk Essen in der Mensa oder Cafeteria bezuschusst, mit dem neue Wohnheime gebaut oder das Beratungsangebot des Studentenwerks finanziert werden.
Unterschreibt die Petition an den bayerischen Landtag, um dies zu verhindern und leitet diese Nachricht über eure Verteiler weiter – zeigt, dass keine Studierenden, deutschlandweit, dies unterstützen werden!
Unter diesem Link findet ihr auch weitere Infos sowie den Offenen Brief der Studentenwerke.
Hörsaal 1 in Augsburg geräumt
Nach ziemlich genau fünf Wochen, 35 Tagen, über 50 Sitzungen und vielen vielen Nächten im Hörsaal 1 haben die Protestierenden am Dienstag nach einer Pressekonferenz den besetzten Hörsaal 1 in Augsburg verlassen.
Wir haben viele Tage und Nächte damit verbracht, für bessere und freiere Bildung zu protestieren, konstruktiv zu arbeiten und ins Gespräch zu bringen, was schon viel zu lange nicht genug Beachtung bekommen hat: wie es um unser Bildungssystem tatsächlich steht.
Unsere Arbeit ist getan – vorerst. Nun sind andere an der Reihe, Dinge zu verändern und ihrer Verantwortung nachzukommen. Wir haben unsere Forderungen an den Landtag und unsere Forderungen an die Universität Augsburg veröffentlicht. Wir hatten Vertreter der Politik und des öffentlichen Lebens zur Podiumsdiskussion geladen und wir fanden breite Unterstützung von vielen Seiten. Nun ist es an der Zeit, auf Resultate zu warten.
Wir sind nicht weg. Unser Anliegen, die Sache, wegen der wir uns zusammengefunden haben und den Hörsaal besetzt haben, ist noch immer wichtig. Unser Protest wird weitergehen.
Uns wurde viel Einsicht entgegen gebracht, viel Zustimmung geäußert – und viele Versprechungen wurden gemacht. Das Anliegen einer guten und freien Bildung ist zu wichtig, als dass wir uns mit Lippenbekenntnissen abspeisen lassen würden.
Der Moment, in dem sich herausstellt, dass unser Protest in Vergessenheit geraten sein sollte, dass sich nichts ändern würde, wird der Moment sein, an dem wir wieder hier sein werden.
Pressemitteilung: Bildung wird weiter reduziert – Universität Augsburg lässt Kinderuni ausfallen
Die Studierenden im besetzten Hörsaal 1 der Universität Augsburg bedauern zutiefst die Entscheidung der Universitätsleitung, die Kinderuni am 5.12. derzeit ohne Aussicht auf einen Ersatztermin ausfallen zu lassen. Das am heutigen Abend versammelte Plenum reagierte geschlossen mit Unverständnis.
Zu jedem Zeitpunkt wurde und wird Kooperationsbereitschaft seitens der im Hörsaal anwesenden Studierendenschaft signalisiert und der Universitätsleitung kommuniziert. Warum sich diese überstürzt und ohne nochmalige Rücksprache und Klärungsbemühungen von den bisherigen Absprachen distanziert und zu einem solchen Schritt entschieden hat, ist vor allem nach der stets zuverlässigen Zusammenarbeit absolut unverständlich.
Bereits am zweiten Tag der Besetzung wurden vom Plenum Vertreter bestimmt, die sowohl in der Lage als auch dazu legitimiert sind, nachhaltige Zusagen zu machen und Vereinbarungen zu treffen. Die vom Plenum getroffenen Entscheidungen haben sich stets als zuverlässig und repräsentativ erwiesen. So wurden etwa, nach ausführlicher Diskussion, in Eigeninitiative alternative Raummöglichkeiten für ansonsten entfallende Veranstaltungen geschaffen um eine möglichst ungestörte Lehre weiterhin zu ermöglichen. Darüber hinaus wurde bereits am ersten Tag der Besetzung eine verbindliche Raumordnung beschlossen, in der etwa Angelegenheiten reglementiert werden wie Ordnung im Hörsaal, striktes Rauchverbot und rücksichtsvoller Umgang miteinander.
Von einer durch die Universitätsleitung angedeuteten “nur prinzipiellen Bereitschaft” kann nicht die Rede sein. Vielmehr ist einstimmig beschlossen worden, die Veranstaltung der Kinderuni in voller Länge und mit inhaltlich ungestörter Gestaltung stattfinden zu lassen. Lediglich eine symbolische ‘Präsenzwache’ von etwa 10-20 Studierenden sollte im Hörsaal verbleiben, um die Besetzung ruhig und ohne jegliche Störung aufrecht zu erhalten, während andere Studierende interessierten Eltern die Möglichkeit bieten sollten, sich über die momentane und zukünftige Bildungssituation zu informieren und sich darüber auszutauschen. Auf völliges Unverständnis, vor allem bei den im Plenum zahlreich vertretenen zukünftigen Pädagogen und Lehrern stießen vor allem die vollkommen unbegründeten Andeutungen bezüglich Sicherheitsbedenken.
Hinsichtlich der Sorge von Seiten der Unileitung, dass die technischen Geräte aufgrund der Besetzung nicht ausreichend gewartet werden könnten, ergab sich bei Gesprächen mit dem Gebäudemanagement der Universität, dass seit der aus Studiengebühren finanzierten technischen Neuausstattung des Hörsaals grundsätzlich keine Aussagen zur absoluten Zuverlässigkeit des Equipments getroffen werden könnten. Aus diesem Grund wurde Gebäudemanagement und Universitätsleitung uneingeschränkter Zugang für die technischen Überprüfungen und Vorbereitungen im Zuge der Kinderuni zugesichert.
Die im besetzten Hörsaal 1 für bessere Bildung streikenden Studierenden und Schüler bedauern die mangelnde Bereitschaft zu Kooperation und Kommunikation der Universitätsleitung. Zu jedem Zeitpunkt stand es in der Absicht der Studierenden, die Kinderuni ungestört stattfinden zu lassen – schließlich ist es das Bestreben derzeit Studierender, für künftige Generationen einzutreten und ihnen die Möglichkeit für bessere Bildung zu schaffen.
Pressemitteilung aus Augsburg
Pressemitteilung
Am Dienstag haben in Würzburg Delegierte vieler besetzter bayerischer Universitäten einen vorläufigen gesamtbayerischen Forderungskatalog erstellt. Dieser soll am Mittwoch Wissenschaftsminister Heubisch übergeben werden. Auch Delegierte des besetzen Hörsaals I der Universität Augsburg waren in Würzburg anwesend. Jedoch haben die Augsburger Vertreter diesen Forderungskatalog nicht unterzeichnet.
Wir unterstützen die darin angeführten Punkte voll und ganz. Allerdings ist dieser Katalog nicht umfassend und detailliert genug, um die Missstände des Bildungssystems vollständig lösen zu können.
Wir als Teil des Bildungsstreiks solidarisieren uns mit allen am Bildungssystem Beteiligten. Der in Würzburg formulierte vorläufige Katalog beschränkt sich im Moment jedoch auf die Interessen der Studierenden. Er muss gerade um die Anliegen der Schüler, Lehrer, Dozenten und Lehrstuhlinhaber ergänzt werden.
Um diese Anliegen angemessen formulieren zu können, braucht es Zeit. Sonst würden am Ende dieses Prozesses wieder einmal nur Scheinlösungen stehen, die nur Symptome behandelt und nicht die Ursachen bekämpft hätten.
Deshalb sehen wir uns noch nicht in der Lage, eine vollständig ausformulierte Fassung unserer Forderungen morgen zu überreichen. Es finden sich im Anhang die bisherigen Beschlüsse der Augsburger Studierenden, die aber in der kommenden Zeit noch erweitert werden.
Zudem ist Herr Heubisch nur einer von beiden am Bildungssystem beteiligten Staatsminister. Wir sind interessiert an einer breit angelegten Bildungsdiskussion, weshalb wir in regelmäßigem Kontakt mit verschiedenen am Bildungssystem Beteiligten stehen.
Um all diese Interessen zu bündeln und die längst überfälligen Veränderungen voranzutreiben, ist ein zeitintensiver Diskurs notwendig.
AG Presse
des besetzten Hörsaals der Universität Augsburg.
Augsburg: Pressemitteilung „Bündnis Freie Bildung“
Das „Bündnis freie Bildung“ (Internationales Kulturzentrum Augsburg, Alevitische Gemeinde Augsburg, PiratenPartei Schwaben und Jusos) erklärt mit dem Flashmob zur Eröffnung des Christkindlmarktes, seine Solidarität mit den Schülern und Studenten, welche am Bildungsstreik teilnahmen und den Besetzern des HS1 in der Freien Universität Augsburg. Wir waren schon am Dienstag Teil der mehr als 1000 Schüler und Studenten, welche für bessere Bildung demonstrierten. Einige Zustände in unserem Bildungssystem sind so nicht mehr tragbar: G8, Studiengebühren, die derzeitige Form des Bolognaprozesses, die finanzielle Ausstattung und Raumnot der Schulen und Hochschulen.
Mit dem Banner „Ohh Weihnachtsmann, ohh Weihnachtsmann, mach, dass ich studieren kann“ wollten die anwesenden Studenten Aufmerksamkeit für diese Probleme schaffen um die Politik zum handeln zu bewegen. Mit Gesängen wurde der Flashmob noch ein paar Minuten begleitet um danach die Besucher des Christkindlmarktes nicht weiter zu stören
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Die Aktion des Bündnisses “freie Bildung” auf dem Christkindlsmarkt wird von den Besetzern des Hörsaals 1 der Uni Augsburg befürwortet. Verantwortlich waren hierfür die Teilnehmer der Aktion. Die AG Presse des besetzten Hörsaals möchte klarstellen, dass dies keine Aktion der Besetzer selbst war, sondern eine Solidaritätsaktion des Bündnisses “freie Bildung”
Für die AG Presse des besetzten Hörsaals 1 an der Uni Augsburg
Augsburg: Uni-Hörsaal weiter besetzt – viele übernachten
*Uni-Hörsaal weiter besetzt – viele übernachten*
*Bildungsproteste in Augsburg weiten sich aus: Heute Demonstration in der Innenstadt*
*Die Universität Augsburg bleibt auch weiterhin besetzt: Hunderte von Studenten protestieren seit Dienstag gegen Studiengebühren und die Umstellung auf Bachelor-und Masterstudiengänge. Über 100 Studenten haben auch die Nacht zum Freitag wieder im größten Hörsaal der Uni verbracht. Heute wollen die Besetzer ihre Forderungen auf die Straße bringen: Ab 13 Uhr findet in der Augsburger Innenstadt eine gemeinsame Bildungsdemonstration von Schülern und Studenten statt. *
Vor allem das Vorgehen einiger Schulleitungen im Zuge des Bildungsstreiks am vergangenen Dienstag soll dabei angeprangert werden. An diesem Tag wurden Schulgebäude von innen verschlossen und Verweise angedroht, um Schüler an der Teilnahme an der Protestkundgebung zu hindern. Einige Schüler ließen sich nicht einschüchtern und kletterten aus den Fenstern, um an der Demonstration teilzunehmen.
Bessere Lernbedingungen, kostenfreie Bildung und Verbesserungen der Reformen des achtjährigen Gymnasiums und der Bachelor- und Masterstudiengänge sollen zentrale Inhalte der rund zweistündigen Demonstration sein. Sie beginnt am _*Freitag, 20. November, um 13 Uhr am Königsplatz.*_ “Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt, um den Schulbetrieb nicht zu stören und um auch Lehrern die Teilnahme zu ermöglichen”, so die Organisatoren.
In der Universität harren die Besetzer weiter aus. Schlafsäcke liegen überall, vor dem Hörsaal werden Essen und Getränke bereitgestellt. “Inzwischen haben uns Bäckereien, Firmen und auch Privatpersonen Sachspenden vorbei gebracht”, freut sich Heike, die in Augsburg Sozialwissenschaften studiert und zu den Studenten gehört, die im Hörsaal ausharren. Die Solidarität unter den rund 700 Studenten ist groß.
Am Mittwochabend haben einige von ihnen auf mitgebrachten Kochplatten Chilli con Carne gekocht, 60 Liter. _*Am Donnerstagabend spielten die drei Augsburger Bands „dub à la pub“, „King the Fu“ und „Misuk“ im besetzten Hörsaal, um sich solidarisch mit den Besetzern zu zeigen.*_ Weitere Bands werden in den kommenden Tagen spielen. Auch die Studenten der Hochschule Augsburg haben ein Zeichen gesetzt: Auf ihrem Campus haben sie mit Holzkreuzen einen „Bildungsfriedhof“ errichtet.
Und der Protest soll weitergehen: Über das Wochenende hinaus wollen die Studenten rund um die Uhr im Hörsaal bleiben, als Protest “gegen Leistungsdruck”. “Auch einige Dozenten solidarisieren sich mit uns und schicken ihre Studenten in den besetzten Hörsaal”, weiß Heike. Manche Dozenten halten Vorträge im besetzten Saal, andere schicken ihre Studenten zu den Protesten. Inzwischen besteht zwischen den Augsburger Studenten und Besetzern aus 20 weiteren Universitäten ein reger Austausch – per Internet sind sie verbunden.
Grund für die Besetzung der Augsburger Universität ist die Unzufriedenheit vieler mit den Studienbedingungen. Am wichtigsten ist den Studenten, dass die Studiengebühren von 500 Euro pro Semester abgeschafft werden. “Der Grundgedanke der Protestaktion ist die Chancengleichheit, denn Bildung ist ein Menschenrecht und muss unabhängig von sozialer Herkunft zugänglich sein”, sagt Nico, der seit Dienstag in der Universität sitzt.
Kritik gibt es auch an der Umstellung auf die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge: Die Studienzeit von sechs Semestern sei zu kurz, es fehle Personal und der Leistungsdruck sei viel zu hoch. Am Freitag sollen einheitliche Forderungen beschlossen werden, die dann der Uni-Leitung und der bayerischen Staatsregierung vorgelegt werden.
“Die Kontakte zur Uni-Leitung sind gut”, sagt Nico. Am Freitag soll es weitere Gespräche geben. Ein Unisprecher bestätigte dies: Man hat “größtes Verständnis” für die Proteste, hieß es._* Eine Räumung des besetzten Hörsaals sei nicht geplant, auch wenn sich die Streiks bis in die nächste Woche ziehen sollten. *_
Positiv merkte der Sprecher an, dass sich die Besetzer sogar um alternative Räume für die Vorlesungen kümmern, die normalerweise im besetzten Hörsaal stattfinden.
Die Solidarität der Öffentlichkeit ist groß: Viele positive Rückmeldungen haben die Studenten bereits bekommen – von Parteien, Privatleuten und auch Gastronomen. Brauereien, Pizzerien, ein Kulturzentrum, Bäckereien und viele andere mehr bringen Essen und Getränke für die Besetzer in den Hörsaal.
*Die Studenten bitten um Spenden (Essen, Getränke): *_*uniaugsburgbrennt@googlemail.com*_ *, 01577-5759948 *
*Live-Informationen aus dem besetzten Hörsaal und von der Demonstration gibt es unter *
*http://twitter.com/uniAUXbrennt*
*KONTAKT: *_*uniaugsburgbrennt( b ei) googlemail.com*_ *, 01577-5759948 *
*SONSTIGE INFOS: *_*http://uniaugsburgbrennt.blogspot.com/*_
*Bilder gibt es auf Anfrage! *
Pressemitteilung zur Bildungsdemo am Freitag (20.11, 13Uhr, Königsplatz) in Augsburg
Die Versammlung der Unibesetzer hat für Freitag eine Demonstration in der Augsburger Innenstadt angemeldet. Der Demonstrationszug beginnt am Königsplatz, die Abschlusskundgebung wird auch an diesem Platz stattfinden. Schüler, Studenten, Lehrer und weitere interessierte Teilnehmer finden sich um 13 Uhr am Königsplatz (K&L Ruppert) ein. Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt, um den Schulbetrieb nicht zu stören und um Lehrern die Teilnahme zu ermöglichen.
Die Schüler und Studenten wollen die Repressionen im Zuge des Bildungsstreiks am vergangenen Dienstag den 17.11.09 anprangern. Schüler wurden in ihren Schulgebäuden eingeschlossen und Verweise wurden angedroht um Schüler an der Teilnahme an einer friedlichen und demokratischen Protestkundgebung für ein besseres Bildungssystem zu hindern. Es gab mehrere Solidaritätsbekundungen ausgehend von Lehrpersonal der Augsburger Schulen, Schüler waren gezwungen aus Fenstern zu klettern um am Demonstrationszug teilzunehmen.
Die Forderungen der Demonstranten schließen sich inhaltlich an die der Demonstration vom Dienstag an. Bessere Lehrbedingungen, kostenfreie Bildung und Aufarbeitung der missglückten Reformen um Konsequenzen daraus zu ziehen, sind zentrale Inhalte der Demonstration. Studenten erklären sich solidarisch mit den Schülern, da es sich um ein Bildungssystem und ein gemeinsames Problem handelt, welches auch nur gemeinsam gelöst werden kann und muss, deshalb sind die Schüler herzlich eingeladen, am Plenum im Hörsaal I der Universität Augsburg teilzunehmen.
Von der AG Schule
Augsburger Schüler beteiligen sich am Bildungsprotest der Studenten! Rund 600 Studenten und Schüler besetzen die Universität Augsburg
Pressemitteilung 18.11. 15:30 Uhr
*Augsburger Schüler beteiligen sich am Bildungsprotest der Studenten!*
*Rund 600 Studenten und Schüler besetzen die Universität Augsburg*
Augsburg. Seit Dienstag ist der Hörsaal 1 der Universität Augsburg fest in Hand von 600 Protestierenden. Auch nach dem ersten Tag der Besetzung finden sich unter den Gegner des derzeitigen Bildungssystems auch weiterhin eine Anzahl von Schülern, die ihren eigenen Arbeitskreis gebildet haben.
In den Plenarsitzungen, die zwar größtenteils von Studenten getragen werden, kommen dennoch die Anliegen der Schülerschaft zur Sprache. Die anwesenden Schüler, die bereits im gestrigen Bildungsstreik die Missstände des deutschen Bildungssystems kritisierten, haben sich in eine Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, um nun ihre Forderungen zu konkretisieren und ihr weiteres Vorgehen zu koordinieren.
Die aktiven Schüler sehen die Unibesetzung in einem größeren Kontext, der auch ihre Bildungsanliegen berührt. Die von den Studierenden kritisierte Entwicklung im Universitätsbetrieb zeichne sich schon im Schulalltag ab und ist allgegenwärtig. Durch die Ökonomisierung des Bildungsbetriebs sind die Schüler aller Schultypen einem fortschreitendem Konkurrenzkampf ausgesetzt und werden auf pures Funktionieren getrimmt.
Damit entfernt sich die Bildung von Bildung als Selbstzweck hin zur Einordnung in den Produktionsprozess. Aufgrund dieses Zusammenhangs gehört der Schülerprotest in den Hörsaal und umgekehrt.
Es wird erhofft, dass dieser notwendige Protest nicht in dem Maß mit Repressalien überzogen wird, wie sie im Vorfeld zum gestrigen Bildungsstreik angekündigt worden sind. So wurden Schüler in ihren Bildungseinrichtungen eingesperrt, um ihre Mitwirkung am Protest zu verhindern und Schulverweise im hohen Maße angekündigt. Der AK Schule in der Universität Augsburg ächtet dieses Vorgehen und fordert die Verantwortlichen auf, das politische Engagement der Schüler nicht zu bestrafen.
Der Arbeitskreis fordert deshalb die Möglichkeit auf ein selbstbestimmtes Lernen und Leben statt starrem Zeitrahmen, Leistungs- und Konkurrenzdruck. Darunter fallen z.B. mehr Freiheiten in der Fächerwahl und eine größere Ausrichtung des Schulbetriebs auf das Studium.
Des Weiteren wird ein freier Bildungszugang und die Abschaffung von sämtlichen Bildungsgebühren wie Studien-, Ausbildungs- und Kitagebühren verlangt. Es kann nicht sein, dass Bildung in dem gegenwärtigen Rahmen vom Elternhaus abhängt.
Eine Demokratisierung und Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen (wie z.B. die Transparenz der Geldausgaben in den Schulen) wird verlangt.
Auch eine höhere öffentliche Finanzierung des Bildungssystems ohne Einflussnahme der Wirtschaft u.a. auf Lehrinhalte, Studienstrukturen und Stellenvergabe muss Ziel der Politik sein. Sie hat deutlich mehr Raum und Personal zu stellen.
In letzter Konsequenz wird die endgültige Abschaffung der Ökonomisierung und dem damit einhergehenden Konkurrenzdenken und Konkurrenzdrucks gefordert. So wäre eine deutliche Veränderung des achtjährigen Gymnasiums, die dem Bildungsbegriff gerecht wird, unumgänglich.
Der AK Schule ist letztlich auf die Schüler angewiesen, die aufgerufen sind, sich am Bildungsprotest, der momentan primär an den besetzten Universitäten stattfindet, aber sich auch auf die Schulen bezieht, zu beteiligen.
Im Zuge drohender Repressionsmaßnahmen und abhängig vom weiteren Verlauf der Besetzungen wird über weitere Aktionen nachgedacht.
Nachfragen und Informationen sind entweder auf der Website der Unibesetzung http://uniaugsburgbrennt.blogspot.com/ oder unter folgender E-Mail Adresse schuelerplenum ( b e i ) gmx.de zu erhalten, auch Anregungen sind erwünscht.
die Universität Augsburg ist besetzt
Die Universität Augsburg ist besetzt
500 Studenten protestieren für bessere Bildung
Augsburg. In der Universität Augsburg haben die Studenten das Ruder übernommen: Rund 500 Studenten haben heute um 13.45 Uhr den Hörsaal 1 (Audimax) besetzt. Sie fordern bessere Bildung in Bayern.
Zuvor fand eine vierstündige Demonstration mit über 1000 Teilnehmern in der Augsburger City statt, der sich auch Lehrer und Schüler anschlossen. Die meisten Schulen waren von innen versperrt worden, um Schüler an der Teilnahme zu hindern. Einige konnten sich dem Demonstrationszug jedoch anschließen. Sie kletterten aus den Fenstern im Erdgeschoss.
Im Moment bilden sich in der Universität verschiedene Arbeitsgruppen: In den Bereichen Inhalt, Presse, Gestaltung, Recht, oder Uni-Kontakt organisieren sich die Studenten. Die AG Versorgung ist gerade beim Einkaufen: Die Studenten in der Fuggerstadt bereiten sich auf eine längere Besetzung vor. Plakate werden gemalt: „Bildung krepiert, weil Dummheit regiert“ ist das Motto, genauso wie „Lernfabriken abschalten“, „Studiengebühren: Neues Selektionsverfahren des 21. Jahrhunderts“ und „Master of Disaster“.
Um 18 Uhr werden im Plenum die Inhalte und Forderungen besprochen. Themen sollen sein: Transparenz bei der Gebührenverteilung der Studiengebühren, der Bologna-Prozess (Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master), die Qualität der Lehre, Alternativen zum Gebührenmodell, und der Leistungsdruck, unter dem viele Studenten leiden.
Morgen sollen auch Schüler in die Gespräche miteinbezogen werden: Neben den Studiengebühren soll es nämlich auch Diskussionen über das achtjährige Gymnasium geben. „Schüler, Lehrer und Eltern sind herzlich eingeladen, gerade am schulfreien Tag morgen, in die Uni zu kommen“, so die Besetzer.
Weitere Informationen werden in regelmäßigen Zeitabständen folgen.
Für die Uni Augsburg
AG Presse
bei Rückfragen: 0160-98603030
0176/50425469


