Presserklärung der Bonner Universitätsbesetzer
Um etwa 20 Uhr am Abend des 17.11. kam es zur Räumung des Hörsaal 1 der Bonner Uni und damit zur erzwungenen Auflösung der Vollversammlung, die dort im Anschluss an die Bonner Bildungsstreikdemonstration einberufen worden war.
Die Vollversammlung hatte sich in einem nur sechsstündigen Plenum zuvor unter anderen auf folgende Forderungen geeinigt:
- kostenlose Lehr- und Lernmittel!
- freien Zugang zu akademischer Bildung
- mehr Mitbestimmung der Studierenden an der Uni und der SchülerInnen an den Schulen
- Mehr und besser ausgebildete DozentInnen, TutorInnen, und LehrerInnen
- Abschaffung des Bachelor/Master-Systems in seiner derzeitigen Form
- gebührenfreie Bildung. Weg mit den Studienbegühren!
- Gegen soziale Selektion durch das Mehrgliedrige Schulsystem – für eine Schule für alle
Gegen 20 Uhr setzte die Univerwaltung ihre zuvor mehrmals geäußerten Drohungen von polizeilicher Räumung in die Tat um.
Im Angesicht einer drohenden gewaltsamen Räumung des Hörsaals entschied sich die Mehrheit des Plenums für ein Verlassen des Hörsaals ohne Widerstand, um einen friedlichen und gewaltfreien Verlauf zu sichern. Diesem Beschluss leistete das gesamte Plenum Folge.
Mit einer tatsächlichen Räumung am ersten Tag der Vollversammlung stellt damit das Bonner Rektorat das unkooperativste und repressivste Rektorat dar, dass bis jetzt in Nord-Rhein-Westfalen gegenüber einer Universitätsbesetzung aufgetreten ist.
Die Besetzerin Karina Gramitsch sagte hierzu: „Ein deutlicheres Zeichen davon, dass diese Universitätsleitung gegen unsere Interessen ist, hätte uns das Rektorat nicht liefern können.“
Insbesondere Universitätsdirektor Dr. Jürgen Fohrmann wird in Erklärungsnöte geraten, sobald er damit konfrontiert wird. Schließlich hatte ausgerechnet er sich in der Öffentlichkeit bis jetzt als besonders fortschrittlich und solidarisch gegenüber den Forderungen des Bildungsstreiks gegeben.
Die Bonner Besetzer und Besetzerinnen, ebenso wie das Bonner Schülerstreikkomittee (SSK/BJB) und die Bonner Bezirkschülervertretung (BSV), verurteilen die politische Entscheidung zugunsten einer polizeilichen Räumung nachdrücklich und mit Schärfe.
Trotzdem bedeutet die durchgängig gut besuchte Vollversammlung an der Bonner Universität einen bedeutenden Aufschwung für die Studierendenbewegung in Bonn. Auch wenn der Hörsaal geräumt wurde, so stellt dennoch die Auflösung der Vollversammlung keine Niederlage dar, sondern spornt die Bonner Jugend nur zu noch energischeren Protest gegen dieses marode Bildungssystem an.
Insbesondere die Studierendenschaft hat zur Organisation ihres Protestes bereits ein weiteres Treffen am 18.11. vereinbart.
Die Presse-AG der Bonner Universitäts-Besetzerinnen und Besetzern

#1 by Dr. math. Ulrich Hirth on November 18, 2009 - 1:01 am
Siehe dazu meine vor Kurzem geposteten warmen Worte
im Forum unserer StudiVZ-Gruppe “Unsere Uni Bonn” !
#2 by Till on November 18, 2009 - 1:22 am
Schade, dass die Bonner Uni so unkooperativ ist…
#3 by Twitgeridoo on November 18, 2009 - 4:26 am
Echt eine Schande..
#4 by Dana on November 18, 2009 - 11:35 am
Es ist wieder besetzt!!
Hörsaal 1!
#5 by wurbel on November 18, 2009 - 1:12 pm
Plenum läuft!
Rektorat will sich am 4.12. mit den Protestierenden treffen – angekündigt ist eine Besetzung bis dahin!
Livestream:
http://de.justin.tv/bildungsstreik_bonn
#6 by lia tans on November 18, 2009 - 1:48 pm
Ach, in Bonn haben sich die Besetzer doch selbst geräumt.
#7 by Twitgeridoo on November 18, 2009 - 3:01 pm
Livestream der Wiederbesetzung: http://de.justin.tv/bildungsstreik_bonn