Polizei räumt Hörsaal in Bonn


Wir wurden gerade geräumt.

Ohne weitere Vorwarnung kam eine Staffel der Polizei, ist in den Hörsaal eingedrungen, hat die schlafenden Studenten geweckt und abgeführt. Es wurde Strafanzeige gestellt. Unser komplettes Material wurde ersteinmal einkassiert, kann wohl Montag bei der Unileitung abgeholt werden.
Trotz Beschluss des Rats der Stadt Bonn, in dem sie sich mit uns solidarisiert hat, und gegen Repressionen ausgesprochen hat, wurden diese Zwangsmaßnahmen durchgeführt.
Die Unileitung ist auf unsere wiederholten Gesprächsangebote nicht eingegangen, und hat uns auch nicht nochmal ausdrücklich gewarnt, dass sie zu diesem Mittel greifen würde. Viel mehr hat sie uns in Sicherheit gewiegt, und darauf gewartet, dass sich die Anzahl der Studenten im besetzten Hörsaal zum Wochenende hin verringert.
Wir werden weitermachen. Der Rückgriff auf polizeiliche Maßnahmen kann keine gerechtfertigte Antwort auf unsere Forderung nach mehr Mitbestimmung im Hochschulbetrieb sein. Knapp 1000 Studenten haben sich in den letzten 3 Tagen mit ihrer Unterschrift hinter unsere Forderungen gestellt, und trotzdem meint die Hochschulleitung uns so mundtot machen zu können.

Wir werden weiter für eine bessere Bildung kämpfen, denn Bildung ist und bleibt ein Grundrecht. Wir werden weiter die Öffentlichkeit einbeziehen, denn das positive Feedback, was wir in den letzten Tagen nicht nur von Studenten und Lehrenden der Uni Bonn, sondern auch von Menschen auf der Straße bekommen haben war überwältigend.
Wir werden weiter mit Aktionen für unsere Sache kämpfen.
Wir werden unsere Sache auch am Dies Academicus lautstark vertreten.
Wir werden weiter dafür arbeiten unserer Stimme am Tag der Kultusministerkonferenz Verhör zu schaffen.
Wir sind die kommende Generation, uns gehört die Zukunft, und wir werden es nicht akzeptieren, dass man uns unser Mitspracherecht, und gute Bildung vorenthält.

  1. #1 by joa on November 28, 2009 - 9:33 pm

    das geht ja wohl gar nicht! wie feige ist das denn? ohne vorwarnung? krasse scheiße!!! und denn wollen die sich noch nicht mal dazu äußern!? da fehlen einem die worte…
    aber macht auf jeden fall weiter!
    studenten aller länder vereinigt euch!!!

  2. #2 by Chris on November 28, 2009 - 9:42 pm

    Macht weiter, es zündet in immer mehr Ländern, jetzt müssen wir durchhalten. Gruß aus Regensburg nach Bonn!

  3. #3 by ragnar on November 28, 2009 - 10:10 pm

    Sprecht mit den Verantwortlichen (nämlich der Universitätsleitung() ür eine funktionierende Universität und tut nicht so als ob wir als Studis mit einem Mal die Weisheit mit Löffeln gefressen haben. Die UniLeitungen stehen zwischen Baum und Borke, will heißen zwischen der Politikern, die Vorgaben formuliert und viel zu wenig Geld dafür geben uns Studenten eine vernünftige Bildung geben zu können, und uns Studis. Die Politiker sind Laienschauspieler der Politik ohne Fachqulaifikation, anders als unsere UniLeitung, die so tun als ob sie alles für uns Studenten tun würden aber sofort im Moment ihrer Worte wissen, daß sie uns verraten……

  4. #4 by Irene on November 29, 2009 - 11:01 am

    Solidarische Grüße aus Münster. Wir geben nicht auf und wenn sie noch so viele Strafanzeigen stellen.

  5. #5 by GeneralStreik on November 29, 2009 - 1:52 pm

    Ich finde es schade, dass die Universitätsleitung den Protest nicht als das versteht was er ist: Es wird Medieninteresse auf die Probleme im Bildungssystem gelenkt wie seit Jahren nicht mehr. Das sollte die Universität nutzen, um ihre Probleme nach außen zu tragen:

    - Die Zuwendungen der Länder werden zurückgefahren, oder nicht erhöht, was aber auf’s Gleiche rauskommt.

    - Die Universitäten sollen BA/MA einrichten und ausführen und das ohne zusätzliches Personal.

    - Die Universität Bonn muss jetzt erneut ca. 100 Stellen abbauen, obwohl die Personallage bereits prekär ist.

    RCDS und Konsorten raten vom Streik ab. Stattdessen solle man lieber in die Gremien gehen, aber:

    - Die Studierenden sind in den Gremien immer nur eine Minderheit (oder wie im Hochschulrat garnicht vertreten) und werden einfach überstimmt. (Siehe Einführung von Studiengebühren, Hochschulrat etc.)

    - Die Einflussmöglichkeiten der Studierenden sind begrenzt, dass muss auch der RCDS zugeben: “In den Gremien auf Fakultätsebene zur Verwendung der Studienbeiträge sitzen zwar mit Mehrheit Studentinnen und Studenten, aber diese Gremien haben nur beratende Eigenschaft und der Dekan kann sich über den Willen des Gremiums hinwegsetzen” Quelle: http://www.rcds-bonn.de/?p=127

    - Die Gebührenverteilung auf Ebene der Institute erfolgt paritätisch (Halb Professoren, halb Studierende) aber: Von den Gebühren kommen lediglich ein Bruchteil zur direkten Verfügung bei den Instituten an (abzüglich Zahlungen an Ausfallfond, Rektorat, Fakultät).

    Also: Lasst euch nicht vormachen Gremienarbeit wäre das Allheilmittel für die desaströse Situation an unsere und an vielen anderen Universitäten.

    Kommt in Hörsaal 1! Führt den Protest weiter! Zeigt der Unileitung wer die größte Gruppe an der Uni ist!

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