Studierende wehren sich gegen Missstände
An die Vollversammlung am 11.11.2009 der Studierenden der Universität Bielefeld anschließend, wurde das AudiMax besetzt. Dies geschieht im Kontext einer internationalen Bewegung. So ist das Auditorium Maximum in Wien seit dem 22. Oktober in studentischer Hand. Heidelberg, Potsdam, Duisburg/ Essen und auch London zogen nach. Grund für die Einberufung einer Vollversammlung sind die allgemein herrschenden Missstände sowie eine Solidaritätsbekundung gegenüber den aktiven Hochschulen. Mit diesem Schritt reagierten die Studierenden auf die zunehmende Verschulung und Ökonomisierung des Bildungssystems. Sie fordern das Rektorat auf, mehr Mitbestimmung zu erlangen sowie selbstbestimmtes Studieren. Aktuell stellt sich die Lage so dar, dass in nahezu jeder Veranstaltung Anwesenheitskontrollen stattfinden, viele Studierende müssen zur Studienfinanzierung arbeiten gehen und es gibt in vielen Studiengängen vorgefertigte Stundenpläne. Dies widerspricht den Grundsätzen der studentischen Selbstbestimmung. Mit der Besetzung des Hörsaals wurde ein Freiraum für Diskussionen geschaffen, der für alle offen steht.

#1 by bruce on November 11, 2009 - 3:17 pm
jede Art der Unterstüzung ist willkommen.
#2 by Fachschaft Erziehungswissenschaft on November 11, 2009 - 3:36 pm
Hi,
wir unterstützen den Protest und erklären uns solidarisch mit allen Teilnehmer_innen. Schaut auch bei unserem Blog vorbei,
viele liebe Grüße,
Fachschaft EW
#3 by dr.yang on November 11, 2009 - 4:40 pm
Grandios, dass die Uni Bielefeld das auch gemacht hat. Aber bitte plant nächstes Mal vorher, dass ein Mikro bereitsteht, um nicht potentielle Unterstützer in der Studentenschaft durch schlechte Organisation zu vergraulen. Ich bin da gegenüber sehr tolerant, würde aber nächstes Mal mit Sicherheit viele Freunde mitbringen, wenn man nicht die erste halbe Stunde über das Konsensprinzip diskutieren müsste. Trotzdem: Super Sache, so lange rauszögern wie möglich!
#4 by bruce on November 11, 2009 - 7:38 pm
Weitere Unterstützer_innen für die Abend/ Nachtstunden willkommen. Jam Session, also auch Musik ist da.
#5 by Britta on November 11, 2009 - 8:46 pm
Der Rektor der Universität Bielefeld, Gerhardt Sagerer, hat uns vor einer halben Stunde mitgeteilt, dass er von seinem Hausrecht Gebrauch macht und uns die weitere Anwesenheit im AudiMax untersagt! Bis auf zwei der zu der Zeit Anwesenden sind alle BesetzerInnen geblieben. Mehr als 50 von uns werden auch die Nacht im AudiMax verbringen und auf die angekündigte Rückkehr des Rektors morgen früh um 7 warten. Wenn Du auch Lust auf eine Nacht im AUdiMax hast oder dem Rektor einfach zeigen willst, dass an der Uni einiges im Argen liegt, komm vorbei! Unsere Türen sind die ganze Nacht offen!!
#6 by Norbert on November 11, 2009 - 10:03 pm
Wünsche Euch viel Erfolg und viele , die mitmachen.
Gruß
#7 by Tobi on November 11, 2009 - 11:44 pm
Dann wünsch ich euch viel Erfolg!
Wenn ihr am Wochenende noch drin seid, komm ich mal vorbei.
Grüße aus Münster,
Tobi
#8 by Kev on November 12, 2009 - 11:42 am
Wie ist denn die aktuelle Lage? Hätte ich heute morgen ins Audimax gehen und was lernen können, wäre meine Frau Prof nicht krank gewesen? Oder wäre ich sinnlos zur Uni gekommen und vom Studieren abgehalten worden, weil sich da ein paar Leute unrealistische und unfinanzierbare Forderungen ausdachten?
#9 by testi on November 12, 2009 - 12:09 pm
Unrealistisch weil unfinanzierbar ? Was ist denn mit der knappen BILLION Euro, die den Banken und Versicherungsgruppen gegeben wurden?
Da waren sich schnell alle einig…aber wenn um die wirklichen dinge geht, dann ist ganz schnell kein geld mehr da. Die Verarschung sollte man sich nicht mehr gefallen lassen!
#10 by Kev on November 12, 2009 - 12:53 pm
@ testi: Diese wurden ausgegeben, um den Zusammenbruch des gesamten Wirtschaftssystems zu verhindern. Dass in der Wirtschaft nicht alles glatt läuft und lief ist völlig klar, aber immer auf Bänker zu schimpfen bringt uns nicht weiter.
Und ja, ich finde es unrealistisch zu sagen “Wir wollen keine Zugangsvoraussetzungen, keine Kosten, keine (Anwesenheits)Pflichten, aber wenn wir uns dann doch ins Seminar bequemen wollen, möchten wir kleine Gruppen”.
Ich studiere Germanistik. Beim Eignungstest war das Audimax zu ca. 2/3 voll. Wenn all die Leute, die da saßen, jetzt auch in Bielefeld Germanistik studieren würden, hätte das 2 Folgen.
1: Die Gebäudekapazität der Uni müsste verfielfacht werden, ebenso wie das Personal. Sowas kostet Geld, das der Staat wegen eben dieser (zumeist notwendigen) Bankenrettungen und aus vielen, vielen anderen Gründen leider nicht hat.
2: Die Qualität würde erheblich sinken. Beim Eignungstest waren Leute, die nicht wussten, wann der 2. Weltkrieg begann oder ein Ende fand. Leute, die nicht zwischen Akkusativ und Dativ unterscheiden konnten. Und solche Leute sollen dann Germanistik studieren? Dann könnte man erstmal beim Unterricht der 8. Klasse ansetzen.
Diese ganzen Forderungen passen einfach nicht zusammen und sind realitätsfern. Daher sollten sich Besetzer nicht wundern, wenn man ihnen Unmut entgegenbringt, besonders dann, wenn sie einen davon abhalten, zu studieren…
Gibts denn jetzt wenigstens was neues aus Bielefeld? Ich würde selbst hinfahren und nachgucken, aber nachher zählt man mich aufgrund meiner Anwesenheit noch zu den Sympathisanten, und das wäre mir extrem peinlich…
#11 by bruce on November 12, 2009 - 1:05 pm
Uha, ein Burschi:)
Das Audimax ist weiterhin besetzt- und das bleibt es bis zur Räumung!
#12 by lili on November 12, 2009 - 1:14 pm
@ Kev: ach, du meinst also es wäre alles ok so wie es im Moment in den Unis läuft, alles ist bestens? Also ich seh das ja mal ganz anders. Ich muss neben dem Bafög noch arbeiten um mir das Studium leisten zu können und dann habe ich alleine 35 Wochenstunden in der Uni wozu noch mindestens 15 Stunden an Arbeitspensum durch Pflichtaufgaben, Lernen, Nacharbeiten etc auf mich wartet. Und wieviel Stunden pro Tag macht das wenn du das Wochenende aussenvor lässt, denn irgendwann muss ich ja auch noch arbeiten. Und dann soll man das Studium noch in 3 Jahren durchziehen. Und da fragst du dich warum protestiert wird?
#13 by eike on November 12, 2009 - 1:33 pm
ich bin Sympatisant!
Aber ist jeder der das nicht ist gleich ein Burschi?!
Ein Schwarz-Weiß-Denken, an dem leider viele Aktivisten leiden … Gute Besserung!
Und ich muss Kev auch zustimmen, Uni ohne Zugangsvoraussetzung kann ich mir nur sehr schwierig vorstellen … (könnte man auch durchaus realitätsfern nennen)
Und das man verärgert ist, wenn wegen der Besetzung Vorlesungen ausfallen, kann ich auch verstehen! Da sollte man sich vielleicht was einfallen lassen!
Für mich geht es um mehr Mitbestimmung der Studierenden!
#14 by Kev on November 12, 2009 - 1:38 pm
@ lili: Nein, ich wundere mich nicht darüber, dass protestiert wird. Natürlich ist nicht alles ok. Ich bin immer ewig früh vorm Seminarraum, weil ich gerne einen Tisch haben möchte. Und dafür zahlt man dann 350 € Studiengebühren, das nervt mich auch. Ich habe ein Seminar im AudiMax, mit 250 Leuten, das ist Massenabfertigung pur, und das nervt mich auch. Aber wird das denn dadurch besser, dass mehr Leute an die Uni gehen, diese aber im Gegenzug von den Studenten kein Geld nimmt? Natürlich wäre es sinnvoll, die Regelstudienzeit zu verlängern, da sich so die Lehre eigentlich nur verbessern kann, aber hier sind wir auch gleich wieder beim Geld. Der Staat ist nun mal keine Entität, die unendlich viel Geld hat, es aber nur aus Boshaftigkeit nicht in die Unis pumpt. Eigentlich kann sich der Staat nicht mal eine Büroklammer leisten ohne sich weiter zu verschulden. Dass da nicht alles korrekt läuft, steht völlig außer Frage. Aber dass es nicht korrekt ist, andere Studenten vom Lernen abzuhalten (womit ich mich auf sämtliche Besetzungen beziehe), steht genauso außer Frage, wenn du mich fragst. Dann sollen sie einen Sitzstreik in der großen Halle machen und den ganzen Tag singen und Krach machen, das setzt genauso ein Zeichen, ist aber nicht ganz so asozial…
#15 by eike on November 12, 2009 - 2:04 pm
hmm ja … setzt ein Zeichen …
aber interessiert keine Sau, oder?
#16 by lili on November 12, 2009 - 2:21 pm
@ Kev: meinst du denn durch das Geld was der Staat in die Banken gesteckt hat, hätte sich irgendetwas geändert? Die machen doch auch genau so weiter wie zuvor. Und geben sie dem Staat etwas zurück wenn es ihnen gut geht? Nein, dann heißt es die Politik soll sich da raus halten, aber wenns mal ein wenig schlechter läuft dann halten sie die Hände auf und drohen. Vielleicht kann sich der Staat wirklich nicht mal die Büroklammern leisten, aber was bringt es wenn die Bedingungen der Studierenden auch mit Studiengebühren unzumutbar sind. Wenn sie trotz Studiengebühren vorm Seminar nach hausegeschickt werden weil 30 Leute oder mehr keinen Platz mehr haben. Ich bin auch gegen die Forderungen den NC abzuschaffen, er hat schon seinen Sinn und Zweck. Und meinst du die Studierenden die in der Unihalle sitzen würden, würden in irgendeiner Art und Weise respektiert werden oder deren forderungen akzeptiert werden? Das Rektorat oder auch die anderen Studierenden würden doch dran vorbei gehen und sie belächeln und sagen auch die kleinen die dia da protestieren… Es geht ja auch darum Aufmerksammkeit von der Politk und auch den Medien zu erlangen auf die Bildungssituation aufmerksamm zu machen und das geht nun mal nur wenn man auch etwas Unmut schafft. Denn würdest du deinen Freunden erzählen; ach da sitzen so nen paar Spinner in der Unihalle, oder doch eher das Audimax ist besetzt und ich kann meine Vorlesung nicht besuchen. Auch so werden die mittlerweile über 20 Besetzungen kaum in der Presse oder gar von den Politikern erwähnt, stattdessen wird ein Fussballstar betrauert. Meinst du Sitzstreiks in den Unihallen würden überhaupt mehr Beachtung finden als die der Vorrübergehenden die einmal kurz lächeln?
#17 by Trulla on November 12, 2009 - 2:30 pm
Was bedeutet in Deutschland “freies Recht auf Bildung”? Leute, schonmal drüber nachgedacht, dass Bildung in einem souveränen Staat wie Deutschland genauso dessen Zielen der Reproduktion der Arbeitskraft unterworfen ist? Freiheit, was ist das denn hier? Ihr protestiert und sitzt in einem für die Uni bedeutsamen Raum, was den Tagesablauf etwas durcheinander bringt. Die vom Staat gegebene Freiheit, in diesem Falle die vom Rektor ausgehende, ist es, dort zu sitzen und ein bisschen über die Ungerechtigkeit in diesem Land zu diskutieren. Sollte ihm das zuviel werden, wird er ganz schnell von seinem Hausrecht gebrauch machen und vorbei ists mit der Freiheit. Bravo!
Meint Ihr, das juckt die restliche Bevölkerung, welche selbst mit genug anderem Leid zu tun hat? Überdenkt, wofür bessere Bildungschancen gefordert werden! Damit noch mehr Menschen studieren können zum Zwecke der Schaffung neuen sogenannten Humankapitals?
Das ist doch gar nicht das Ziel unseres Staates, soviele Akademiker brauchen wir auch nicht, wenn dann nur die, welche nützlich fürs Kapital sind!
Es ist doch wohl klar, dass nicht für alle vorgesehen ist, dass sie studieren sollen. Staaten und ihre Funktion an sich sollten kritisiert werden und nicht, ob Bildung in ihnen freier sein muss?
Freier sein um mein Leben lang hier unter beschissenen Bedingungen zu malochen? Nein – danke!
Bitte, denkt weiter bei Euren Protesten und Forderungen!
#18 by lili on November 12, 2009 - 2:38 pm
@ Trulla: Also bist du der Meinung das die Studienbedingen so bleiben können weils dann ja eh nur die Besten schaffen? Und warum wehrst du dich dann nicht gegen die Beschissenen Bedingungen? Muss man alles so hinnehmen wie es ist?
#19 by Kev on November 12, 2009 - 3:28 pm
@ lili: Ich habe nicht behauptet, dass sich bei den Banken was geändert hat oder sich etwas ändern würde. Das Geld wurde aufgewendet, um den Status Quo zu erhalten, auf dem unser Wirtschaftssystem beruht. Ob es positiv ist, dass Staat und Wirtschaft von Banken abhängen, das steht dabei erstmal außen vor.
Es ist ja auch gut, dass Leute gegen unzumutbare (und dazu teuer bezahlte) Bedingungen im Studium protestieren. Und die Tatsache, dass das mittlerweile international geschieht, erkenne ich durchaus an. Trotzdem bleibe ich dabei, dass die Forderungen in ihrer Gesamtheit unrealistisch sind. Und damit, dass hochfrequentiert genutzte Räumlichkeiten besetzt werden, schadet man nicht nur sich selbst, sondern auch seinen Kommilitonen, die vielleicht gerne ihr Studium durchziehen möchten… Alleine schon deshalb würde ich mich nie an dieser Form des Protestes beteiligen.
Ach ja, zum Thema, Hörsaalbesetzungen bringen “mehr” als andersartige Streikformen: Wie viele Forderungen von Studenten, die Hörsääle besetzten, wurden denn bis jetzt akzeptiert und erfüllt? Da wurde nur weiteres Geld für Polizeiaufgebote verpulvert, das wieder an anderen Ecken fehlt. Bravo. Seid stolz auf euch.
#20 by Trulla on November 12, 2009 - 3:52 pm
Es geht gar nicht darum, alles so hinzunehmnen wie es ist. Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren. blabla…
Ich kritisiere nur, dass der Protest sich gegen etwas richtet, was noch nie frei war. Wer definiert denn bitte wie freie Bildung? Freiheit in einem Staat, der ganz klar vorgibt, wen er braucht, um sich wirtschaftlich fortzuentwickeln, hurra! Und die Studierenden protestieren dafür, dass der Staat sie in ihrem Bilden einschränkt? Denkt drüber nach, wofür ihr studiert, und überlegt, ob das so erstrebenswert ist!
#21 by SNu on November 12, 2009 - 4:39 pm
Ich finde das ganze Vorgehen lächerlich und kindisch
#22 by Milo on November 12, 2009 - 5:35 pm
hey kev: also bei uns in österreich wurde das zum thema einer sondersitzung des parlaments, der zuständige minister hat besetzerInnen zum bildungsgipfel eingeladen und uns eine sofortspritze von 35 millionen euro angeboten (wir wollen aber 2 milliarden…jährlich). soviel dazu.
@bielefeld: gibts ne kontaktadresse zu euch??
#23 by soso on November 12, 2009 - 5:38 pm
Eine Uni ohne Zugangsvoraussetzungen wäre in der Tat hoffnungslos und kontraproduktiv überfüllt. Dies rechtfertigt aber in keinem Fall dass die Selektion sich nach sozial ungerechten Maßstäben vollzieht. Durch die Studiengebühren wird nicht nach Leistung sondern nach finanziellem Status ausgewählt. Sinnvolle Eignungstestverfahren sind den Unis aber leider zu teuer.
@ Trulla: checkst du überhaupt was du schreibst? Der Staat braucht nicht so viele Akademiker? Hast du schon mal was von einem enormen Fachkräftemangel gehört, der in der nahen Zukunft auftreten wird? Und wirkt man dem entgegen, wenn nur noch die reiche Oberschicht studieren kann, und Studenten durch das System gehetzt werden? Wo bleibt Raum für Innovation und Profilbildung, die uns für den Arbeitsmarkt qualifizieren soll?!
@Kev: Wie stark wirst du in deiner Studienkarriere gehindert, wenn du einmal nicht die Vorlesung besuchen kannst, und wie stark wirst du behindert, wenn du in einem überfüllten, verschulten System keine Zeit hast das Pensum zu bewältigen weil du nebenher arbeiten musst und es dabei gerade so schaffst oberflächlich Module abzuhaken?
#24 by Trulla on November 12, 2009 - 5:51 pm
@soso : dein Fachkräftemangel kann so hoch kommen wie er will in den nächsten Jahren, dennoch ist deine Kritik zu kurz, weil du nicht drüber nachdenkst, wofür der Fachkräftemangel denn steht – für ein Wirtschaftssystem, welches sich bestimmt nicht an “sozial gerechten” Maßstäben orientiert. Möchtest du denn weiter in einer Gesellschaft leben, in der fleißig Fachkräfte für die wachsende Industrie ausgebildet werden? Drüber nachgedacht, dass der Staat dein Leben mit genau der Ausbildung an Universität in Richtung Arbeitskraft für UnternehmerInnen lenkt? Oder vielleicht magst du ja später nicht gern ein Häuschen, nen Hund und 2 Kinder haben.
#25 by Kev on November 12, 2009 - 6:24 pm
Also, erstmal, 35 Millionen € für alle Unis, naja, ob das jetzt einschneidende Verbesserungen bringt… Und welcher (wirtschaftliche) Schaden ist wohl dadurch entstanden, dass in Österreich seit Wochen Lehrveranstaltungen blockiert werden? Wenn da Leute mit ihren ach so vollen Stundenplänen seit Wochen das Studium ausfallen lassen, müssen die dann nicht deswegen sogar ein Semester dranhängen? Und vielleicht auch schon mal drüber nachgedacht, dass euer Staatshaushalt gerade einfach nicht dazu fähig sein könnte, jährlich dass 57fache ihres Angebots aufzubringen?
Und die Tatsache, dass das Studium momentan nicht das beste ist, wird sicher nicht dadurch verbessert, dass man die zum Teil echt dämlichen Forderungen der Besetzer umsetzt. Müsste ich für den Preis von ein oder zwei Vorlesungen ab dem nächsten Semester nicht mehr in zweierlei Hinsicht um meinen Platz im Seminar fürchten, wäre ich freudig bereit, diese ausfallen zu lassen. Aber daruch, dass man a) jeden ohne besondere Eignung in jeden Studiengang lässt, man b) alles auch noch kostenlos macht und man c) den Anspruch und den “Stress” immer weiter reduziert, wird sich das Studium nun wirklich nicht verbessern.
Sinnvolle Ansätze (die aber auch mit Mehrkosten verbunden sind) wären die Erhöhung der Regelstudienzeit bei gleichbleibender Leistungsanforderung, oder die Zahlung von BAFöG an wesentlich mehr Leute als bisher. Sowas wäre realistischer und durchsetzbarer als die Haribowelt-Vorstellungen so mancher Besetzer…
#26 by soso on November 12, 2009 - 6:52 pm
@trulla und Kev: Ich glaub ihr checkt das Prinzip des Bildungsstreiks nicht. Ich stimme auch nicht in allem mit den BesetzerInnen überein, aber dass was faul ist und dringend geändert werden muss, das sagt ihr ja selbst. Nur wie soll was passieren, wenn Studierende zu wenig Mitspracherecht haben und solche Leute wie Kev die Besetzungen als kindisch und unrealistisch abzutun, anstatt konstruktiv an deren Diskussion teilzunehmen? Aber dazu ist sich der Herr zu fein.
Und dann kämpfe ich lieber mit den anderen für eine Haribowelt, damit wenigstens ein Schritt in die Richtung gemacht wird, als in Lethargie zu verfallen, dann kann ich gleich wie Trulla an sämtlichen strukturellen Problemen zerbrechen und die Herrschaft der “Elite” mit Depressionen in Kauf nehmen.
Es geht auch nicht darum, dass jeder Depp so lange wie er möchte studieren kann, sondern dass die Freiheit erhalten bleibt, Zugang zu Bildung zu bekommen egal aus welchem Milieu man kommt und dass das Studium unter humanen Bedingungen, mit Möglichkeiten zu persönlichen Entfaltung durchgezogen werden kann.
#27 by soso on November 12, 2009 - 6:53 pm
der Bildungsstreik vollzieht sich zwar momentan nur an den Universitäten, spricht aber grundsätzliche gesamtgesellschaftliche strukturelle Probleme in der Bildungspolitik an!!
#28 by Kev on November 12, 2009 - 7:05 pm
Ich finde nicht die Besetzung an sich unrealistisch, sondern einige der Forderungen. Und es ist echt komisch, irgendwie sagt jeder “Ich stimme ja auch nicht mit allen Forderungen überein…” Ich habe bis jetzt mit noch niemandem gesprochen und von niemandem gelesen, die oder der sagt “Ja, hinter diesem Plan stehe ich zu 100%”. Anstatt dass man dann mal ein paar der traumtänzerischen Punkte entfernt und sich auf realistische Sachen konzentriert, wird immer weiter und lauter rumgeschrien.
Ich werde morgen vielleicht mal ins AudiMax gehen (wenn ich da noch wen treffe) und gucken, ob konstruktive Diskussionen da sind, oder ob ich mehr Bierfässer als “Arbeitsgruppen” sehe… Ich befürchte letzteres…
#29 by Johann on November 12, 2009 - 7:40 pm
Das die Studierendenschaft nicht mehr ernst genommen wir wundert mich seit heut morgen nicht mehr. Nach der Vorderung nach mehr Zeit und einem Raum für die Ausarbeitung weiterer Vorderungen huschte über das gesamte Rektorat ein Lächeln. Anstatt das man versucht mit dem Rektorat ein Gespräch zu führen über die Aktuelle Situation in Deutschland und zwar nicht in seiner der Rolle des Rektors sondern als Person um mal klar zu stellen, ob unsere Situation überhaupt verstanden und nachvollzogen wird, wird hingegen von einigen wenigen Idioten gleich der Mittelinger raus geholt und Beleidigungen geäußert. Hier zeigt sich nicht gerade, dass die Studierendeschaft über soziale Kompetenen verügt solche Gespräche zu führen. Vielleicht solllten wir mal über unseren Tellerrand hinaus schauen und nicht nur Missestände unsere Univesität anprangern sondern des gesamten Bildungssystems. Es kann nicht sein das Reformschulen der Kopf abgesägt wird um eigenständig denkende Menschen zu verhindern. Es kann nicht sein, dass das Bildungssystem immer meht ökonomisiert wird damit sich die Menschen besser der Wirtschaft anpassen. Ich denke, wenn wir an unserer Uni bessere Verhältnisse schaffen wollen müssen wir uns mit den anderen Universitäten und Bildungseinrichtungen zusammenschließen um Bundesweit auf uns aufmerksam zu machen und deutlich zu machen, dass wir diese Situation so nicht mehr aktzeptieren.
#30 by Trademark on November 12, 2009 - 9:16 pm
@soso:
Soweit ich Trulla verstanden habe geht ihre Kritik am Bildungsstreik dahin, dass er etwas kritisiert, dass sich sowieso den Marktgesetzen unterwirft. Insofern sollte man nicht den die Studiengebühren kritisieren, sondern den Staat als solches. Insofern gehen Trulla die Studentenproteste nicht weit genug und Kev findet sie in einigen Teilen überzogen.
@Kev:
Einige Forderungen mögen noch immer überzogen sein. Andere sind es nicht mehr. Ein Beispiel wäre, dass nicht mehr die grundelegende Abschaffung des BA/MA Systems gefordert wird, sondern weitergehende Reformen dieses Systems. Das ist eine durchaus realistische Forderung. Was ich damit sagen will ist, dass diese “Bewegung” eine Entwicklung durchmacht. Ich meine wir hatten im Juni deutschlandweite Proteste. Die ersten flächendeckenden Proteste seit Jahren. Ich glaube eine Bewegung, die relaitv jung ist darf auch Fehler machen und muss eine Entwicklung durchmachen.
Wenn man sich die Startforderungen der Gewerkschaften anschaut, dann sind die auch in 90% der Fälle unrealistisch. Am Ende treffen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Mitte und alle sind glücklich. Niemand wirft das den Gewerkschaften vor, auch wenn klar ist, dass nicht ansatzweise alle hinter allen Forderungen der Gesellschaft stehen. Genauso stehen nicht alle hinter den Forderungen Einzelner, auch wenn diese auf Demonstrationen Plakate mit diesen Forderungen vor sich her tragen.
#31 by @ on November 12, 2009 - 9:30 pm
@Kev: Für jemanden, der bis jetzt nach eigenen Angaben nicht einmal im Audimax war, scheinst du ja sehr genau zu wissen, was da abgeht. Menschen, die sich gerade aktiv dafür einsetzen Bildungschancen zu verbessern, und deshalb nicht, wie du die Zeit haben den ganzen Tag den Schlaumeier zu geben, einfach öffentlich als Säufer abzustempeln, ist auf jeden Fall mehr als unfair. Darüber hinaus waren und sind sämtliche Diskussionen im Audimax für alle offen, auch für dich. Wer sich also nicht an der Ausformulierung der Forderungen beteiligt hat, ist schlicht und einfach selber Schuld. Am Zeitmangel kann es zumindest bei dir nicht gelegen haben.
An alle Besetzer: Lasst euch von solchen Leuten nicht unterkriegen und kämpft weiter.
Solidarische Grüße
#32 by Knaster on November 12, 2009 - 10:09 pm
Das late problem an solchen Besetzungen ist: Wenn man realistische Forderungen hat, wird man auch nicht ernst genommen.
Ich könnte mir vorstellen, dass es der Uni Kram passt, wenn da im Rahmen der ganzen 40.Jahres-feierlichkeiten Besetzungen stattfinden. Daher könnte ich mir durchaus vorstellen, dass man in dieser zeit tatsächlich etwas erreichen könnte.
Wenn man aber eigentlich gar nichts fordert, sondern nur einen Raum zum diskutieren will, muss die Uni einen doch irgendwann rauswerfen….
Mal ganz blöd gefragt: Wenn man nur einen Raum zum Diskutieren will, warum muss man dann das Audimax besetzen? Da es sonst die Masse der Studis gar nicht merken würde (mal ganz plakativ gefragt)?
#33 by Knaster on November 12, 2009 - 10:09 pm
streiche “late”
ergänze “keine”
#34 by informativ on November 12, 2009 - 10:11 pm
Der neue Rektor unserer Universtität Bielefeld ist gestern (Mittwoch) Stunden nach der Besetzung im Audimax eingetrudelt und hat uns vorgeschlagen in einen Dialog zu treten.
Anschließend hat das Plenum bis in die späten Abendstunden hinein darüber diskutiert, wie mit diesem “Angebot” des Rektors umzugehen ist. Die Besetzer haben dann nach etlichen Stunden beschlossen, den Dialog in Form eines schriftlich ausgearbeiteten Fragebogens zu beginnen.
Die Ausarbeitung wurde von der Pressegruppe ausgearbeitet, im Plenum diskutiert, korrigiert, neugeschrieben. Die Endfassung dieses Schriftsstücks wurde sodann über den Asta an den Rektor weitergereicht. Dieser ließ uns über den Asta-Vorsitzenden übermitteln, dass er an einer Diskussion mit uns kein Interesse habe.
Ums kurz zu fassen:
Er hat uns nach Strich und Faden verarscht! Welch guter Einstieg für einen Rektor, dessen Amtseinführungsparty am kommenden Dienstag (17.11) – ausgerechnet im Audimax durchgeführt werden soll!
#35 by Jagang on November 12, 2009 - 10:31 pm
@ informativ und eventuell andere mitlesende Besetzer:
Erzählt mal mehr, seid lauter!
Ich hab leider gerade keine Gelegenheit, nach Bielefeld zu kommen, will aber in eure Runde dazustoßen – wenn bei euch denn Produktivität herrscht!
Was aus dem AudiMax in die Öffentlichkeit kam, war eigentlich nur, dass ihr gut findet, was die anderen alle machen, und das es generell irgendwie doof ist.
(mal drastisch formuliert)
Aber was sind *die* Sachen, die grade die Bielefelder zum Besetzen gebracht haben?
#36 by Trademark on November 12, 2009 - 10:39 pm
Naja der Dienstag trifft sich doch ganz gut. Nach der Abschlusskundgebung geht es dann zurück zur Uni und ab zur Party
#37 by Kev on November 12, 2009 - 10:51 pm
@ Trademark: Ja, du hast auf jeden Fall Recht, wenn du das alles relativierst. Trotzdem bin ich noch der Meinung, dass man mit realistischen Forderungen eher ernst genommen wird (wie man auf diese aufmerksam macht ist dann ja auch eine andere Frage), als mit total überzogenen Forderungen. Und damit beziehe ich mich auf “http://unsereuni.at/?p=383″ .
Und @ @
Erstmal, die Tatsache, dass ich heute selber noch nicht im AudiMax war, muss wohl nicht automatisch heißen, dass ich keine Ahnung habe, was da vor sich geht. “Augenzeugen” berichteten mir u.a. von “ein paar Flaschen Wein” während der Abstimmungen. Ich weiß, wegen ein paar Flaschen Wein, die ein paar vereinzelte von mehreren hundert Studenten dabei hatten, sollte ich mich nicht so anstellen. Tu ich auch eigentlich nicht. Aber prinzipiell ist sowas unter aller Würde; jeder der da sitzt hat offensichtlich den Anspruch und die Meinung den Raum auf wichtigere und bessere Art und Weise zu nutzen als es der reguläre Lehrbetrieb tut. Und so ein paar Leute bringen dann die ganze Aktion in Verruf. Das ist unrichtig und ungerecht, weiß ich. Diese Besetzung ist lediglich so lange, wenn überhaupt, legitim, wie das Audimax wirklich aktiv dazu benutzt wird, Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten. Aber wenn jetzt evtl. das ganze Wochenende da Studenten sitzen, dann werden die wohl nicht die ganze Zeit diskutieren, irgendwann artet das einfach in Party und Entertainment aus, was auch irgendwo normal ist. Man hats schon an genug anderen Unis gesehen. Daher stempel ich da niemanden als Säufer ab, sondern gebe nur einen Ausblick auf das, was meiner Meinung nach bald passieren wird.
Und zum Thema Zeitmangel: Ich könnte dir genau erzählen, welche Dinge mich heute davon abhielten, mich stundenlang ins Audimax zu setzen und gelegentlich meine Hand zu heben oder auch nicht. Das wird dich aber wahrscheinlich kaum interessieren, zumal ich hier auch nicht vorhabe, ausführlich über mein Privatleben zu erzählen… Aber insofern da morgen noch etwas sinnvolles stattfindet, werde ich daran nach meinen Lehrveranstaltungen teilnehmen…
#38 by informativ on November 12, 2009 - 10:53 pm
Ja hallo nochmal,
ich gehöre zwar nicht zur Pressegruppe, kann aber hier mal grundsätzlich sagen, dass sich unsere Forderungen von denen, die wir bereits im Juni diesen Jahres aufgestellt haben nicht unterscheiden.
Die Situation in Bielefeld ist aber nicht mit der an anderen Unis vergleichbar. Der “Rektor” steht hier erst kurz vor seiner Amtseinführung. Deswegen sind die Besetzer zunächst einmal auf den Rektor zugegangen und ihm ein ernsthaftes Papier zukommen lassen. Und ich muss wirklich sagen, dass die Ausarbeitung dieses Papiers sehr viel Zeit, Arbeit und Nerven gekostet hat. Voller Unverständnis haben wir dann die lapidare Erklärung des Rektors zur Kenntnis genommen, dass nunmehr keine Kommunikation mehr stattfinden soll. Über diesen Punkt sind die Besetzer nun hinweg.
Da wir nunmehr über Dritte mitgeteilt bekommen haben, dass das Audimax am Freitag Abend polizeilich geräumt werden soll, ist jetzt natürlich die Solidarität aller Mitstudierenden gefragt, um diesen Androhungen Stand zu halten!
Wir bitten um tatkräftige Unterstützung!
Wir fordern die Entökönomisierung und Demokratisierung der Bildung und der Gesellschaft insgemein!
#39 by Trulla on November 12, 2009 - 11:10 pm
@Trademark : Ich glaube, du hast mich im Gegensatz zu deinen VorpostrInnen verstanden.
Der letzte Eintrag von Informativ zeigt doch genau das auf. Dem Rektor ist es piepegal, ob da nun Leute sitzen und sich ernsthaft Gedanken machen um Verbesserungen innerhalb unseres Systems. Er wird von seinem Hausrecht Gebrauch machen – wenns ihm mit den Feierlichkeiten zum 40. nicht mehr ins Bild passt.
Die Forderung nach Entökonomisierung der Bildung kommt meiner Ansicht aber dennoch nicht zustande – Leute, unsere Gesellschaft ist vom Staat durchökonomisiert, da bekommt die Bildung doch keinen Sonderstatus! Den Rektor und alle anderen MachthaberInnen in diesem oder anderen Fällen wohl auch nicht. Es sei denn, Angie plus Schoßhund Guido beschließen den Umsturz unseres Systems. Da wird sie sich aber noch schwertun, denn Obama & Co machen da sicher nicht mit. Warum? Es geht ums Geld – und das vermehrt sich nicht durch protestierende Studierende.
#40 by Bielefeld on November 12, 2009 - 11:18 pm
presse.besetzung-bielefeld@web.de ist unsere kontaktadresse. bei interesse hier melden oder auf besetzungbielefeld.blogsport.de gucken!
#41 by Sam on November 12, 2009 - 11:44 pm
Meiner Meinung nach wird das Audimax nicht erst morgen Abend geraeumt, sondern schon morgen frueh; aufgrund dieser 40-Jahr-Party der Juristen, die ab 17 Uhr stattfindet. Ich gehe davon aus, dass sie uns bereits bis circa 10 Uhr raushaben wollen um zu putzen und zu dekorieren… Heute Morgen im Plenum erwaehnte ja auch einer der Juristen, dass sie das Audimax schon ab 12:30 dekorieren duerfen. Ergo muss vorher ja auch noch sauber gemacht werden. Also, liebe nachtaktive, macht gewissenhaft weiter, was wir um 18 Uhr begonnen haben und haltet die Augen offen. Bis gleich
GEMEINSAM WERDEN WIR ES SCHAFFEN.
WIR BRAUCHEN UNTERSTUETZUNG.
Denkt doch mal nach bzw. lest mal nach, was in 1968 alles geschafft und bewirkt wurde. Ich finde es traurig, dass heute so viele so ignorant, lethargisch und antriebslos sind.
Mensch, Leute, gebt Euch einen Ruck und seid dabei: Schreibt Geschichte-POSITIVE Geschichte.
@Trulla: “…Es geht ums Geld…” -> Genau das ist das Problem; dasstoert ganz viele Menschen auf dieser Welt,; aber kaum einer bewegt seinen Arsch heutzutage, um daran was zu aendern. Wir tun es jetzt und hoffen auf mehr Solidaritaet.
#42 by Sam on November 12, 2009 - 11:48 pm
kleine Ergaenzung:
Che Guevara sagte einmal:
“SEIEN WIR REALISTISCH;
FORDERN WIR DAS UNMOEGLICHE.”
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#43 by Baran on November 13, 2009 - 12:01 am
Wie werden Siegen!
Es lebe die Protestaktion der Studierende!
Es lebe der Wiederstand!
Wir werden Siegen!
#44 by informativ on November 13, 2009 - 12:17 am
Also kurz und knapp: Am Mittwoch hat die Vollversammlung stattgefunden. Eine Asta-Rednerin hat es geschickt verstanden, die allgemein-politischen Forderungen der Studierendenschaft in den Hintergrund zu drängen. Fast zwei Stunden lang haben die Studenten irgendwelche Probleme innerhalb der Universität angeführt. Es ging um Anwesenheitslisten, Datenschutz bzgl. Veröffentlichung von Matrikelnummern, Willkürliche Notenvergaben, usw…
Es wurden etwa 50 solchen, ich sag mal, kleinen Probleme aufgeschrieben.
Zum Ende hin gab es dann aber vermehrt Stimmen, dass die Auflistung dieser Individuellen aber auch generellen Probleme einen gewissen sozio-ökönomischen Hintergrund haben. Auch wurde darauf hingewiesen, dass all diese Probleme der Studenten seit mehreren Jahren bestehen, denen die zuständigen Gremien der Universität keine Abhilfe gebracht haben. Insgesamt gesehen, ging es der Mehrheit der Anwesenden aber nicht nur um diese Einzelprobleme an der Universität selbst. Wie die Proteste im vergangenen Juni gezeigt haben, ist der Bildungsprotest breiter angelegt – geht also über den Uniinternen Bereich hinaus. Insofern hat die überwiegende Mehrheit der anwesenden StudentInnen die Notwendigkeit erkannt, dass die Misere an unserer Uni keine interne ist, sondern eine, die einen gesamtgesellschaftlichen Charakter hat.
Das heisst aber nicht, dass die Besetzer die Einzelforderungen ignoriert hat. Sie wurden z.B. in den an den Rektor gerichteten Fragebogen eingearbeitet und mit den gesellschafts-politischen Ursachen verknüpft.
#45 by Sam on November 13, 2009 - 12:22 am
Die Uni Bielefeld schmueckt sich mit dem Slogan “Raum zum Querdenken”; schon ein Armutszeugnis, dass es propagiert, aber nicht umgesetzt wird. Da wir ihn nicht kriegen, nehmen wir ihn uns einfach:D
Koenen wir es schaffen? JA, wir schaffen es!!! (Auch wenn ein Zitat aus einer Kinderserie fuer einige kindisch klingen mag; ich bin fuer positive Manifestation und selffullfilling prophecies: Wir muessen nur daran glauben und auch was dafuer tun! Alle zusammen.)
Es werden ja wohl noch mehr als 2% drin sein koennen, die sich engagieren…
#46 by Knaster on November 13, 2009 - 12:43 am
Praktisch werden es nicht viel mehr werden. Wir dachten damals auch, wir könnten die FDP übernehmen….
98 % Prozent der Studierenden geht es auch nur um ihr Studium und die kleinen Alltagsproblemchen – das sich da jemand für “sozio-ökönomischen” Hintergründe oder “gesellschafts-politischen Ursache” interessiert, ist Wunschdenken.
So leid es mir tut – als Rektor hätte ich mich glaube ich auch nicht hingesetzt, um Euren Fragenkatalog zu beantworten.
“Insofern hat die überwiegende Mehrheit der anwesenden StudentInnen die Notwendigkeit erkannt, dass die Misere an unserer Uni keine interne ist, sondern eine, die einen gesamtgesellschaftlichen Charakter hat.”
-> Versteh ich nicht, womit Du das belegen willst.
#47 by Kev on November 13, 2009 - 10:05 am
http://www.nw-news.de/lokale_news/bielefeld/bielefeld/3237586_Bielefelder_Studenten_beenden_Audimax-Besetzung.html
Soviel dazu…
#48 by Pascal on November 13, 2009 - 12:40 pm
Das faszinierendste an dem Artikel ist die Tatsache, dass die Unileitung behauptet, den Polizei-Einsatz nur geplant zu haben. Oo
In meinen Augen waren die Beamten, die plötzlich vorm Audimax standen SEEEHR real… von “nur geplant” kann da keine Rede gewesen sein.
#49 by Sam on November 13, 2009 - 3:48 pm
It’s not over yet. It has just begun…
#50 by angryStudent on November 13, 2009 - 5:29 pm
@Knaster#46
Sehr viele der “kleinen” Forderungen, der Änsgte und “Alltagsproblemchen” und Sorgen von Studierenden sind generalisiserbar….und haben dann auch gesellschaftspolitischen Charakter – Das “Alltagsproblemchen”, aufgrund übefrachteter Curricula und der Notwendigkeit das Studium zu finanzieren un durch Leben hetzen zu müssen, die Frage ob anstatt Stipendienvergabe nach Leistung, welche dann zu 80% an Studierende aus Sozioökonomisch besser gestellten Haushalten kommen nicht besser eine Ausweitung und Erhöhung des Bafög-Satzes zu erfolgen habe – ich bitte dich….
Natürlich sind das Gesellschaftpolitische Fragen….