Auch in Bielefeld gab es gestern, den 17.11.2009, eine Demonstration im Zuge des bundesweiten Bildungsstreiks. Mindestens 1000 Schüler und Studenten demonstrierten friedlich neben einem Großaufgebot der Polizei. Im Anschluss an den offiziellen Teil der Demonstration versammelten sich etwa 300 Studierende in der Unihalle, um an dem Festakt zur 40-Jahr-Feier und der Einführung des neuen Rektors Gerhard Sagerer teilzunehmen. Durch verschlossene Türen zum Audimax, zahlreiche Sicherheitskräfte und Hundertschaften der Polizei wurde den Studenten jedoch ihr Ausschluss signalisiert. Nach dreistündiger lautstarker Belagerung der Unihalle verließen die 600 geladenen Gäste der Feierlichkeiten vorzeitig, begleitet von Sprechören, unter Polizeischutz die Universität. Nach dem Abbruch der Veranstaltung kam der neue Rektor Sagerer – der fünf Tage zuvor schon die Räumung des Audimax durch die Polizei veranlasste – der Forderung “WIR WOLLEN DEN REKTOR SEHEN” nach und gab eine kurze Stellungnahme ab. Er signalisierte lediglich Gesprächsbereitschaft mit den studentischen Vertretungen des AStA, der Fachschaften und des StuPa. Mit den Protestlern selbst zu kommunizieren lehnte er ab. Darüber hinaus verwies er auf laufende Reformprozesse und machte deutlich, dass er Studiengebühren grundsätzlich für ein geeignetes Mittel zur Verbesserung der Studienbedingungen hält.
Nach heutigen Presseberichten schließt der Rektor ein Zusammenkommen mit der studentischen Vollversammlung nicht mehr aus. Konkrete Termin(vorschläg)e gibt es bisher jedoch nicht.
Der zunehmende studentische Protest zeigt Wirkung; das Rektorat erwägt, die Gala anlässlich des 40-jährigen Bestehens der “Reform”-Universität Bielefeld abzusagen.
Die Demonstranten aus Schülern und Studenten haben gestern eindrucksvoll bewiesen, dass bildungspolitische Reformen nicht länger ohne ihre Stimme durchzusetzen sind.
Bericht aus Bielefeld
Comments are closed.


