Am Montag, den 7.12.09 um 8 Uhr, fand an der Freien Universität Berlin ein runder Tisch von Studierenden, Lehrenden und Verwaltenden statt. Die Initiative wurde von studentischer Seite auf den Weg gebracht und vom Akademischen Senat offiziell eingerichtet. Es waren 6 Professor_innen, 6 wissenschaftliche und 6 sonstige Mitarbeiter_innen sowie 12 Studierende eingeladen. Die Sitzung war komplett offen gestaltet und Redebeiträge aus dem Plenum sollten zugelassen werden. Die Besetzer_innen wollten sich die starre Vorgabe von Prof. Michael Bongardt nicht gefallen lassen und gestalteten den Runden Tisch kreativ nach ihren eigenen Vorstellungen.
Der Runde Tisch wurde von vornherein unter das Thema Studienreform gestellt, obwohl es um weit tiefgreifendere Probleme an der Universität geht. Zuerst wurde das Konzept des Runden Tisches und die Redekultur der Besetzer_innen des Hörsaals 1A vorgestellt. Danach sollten kurz wenige Gesprächsthemen zusammengetragen und die Diskussion begonnen werden. Nach einer Stunde waren zahlreiche Forderungen von allen Statusgruppen gesammelt, wobei erwähnt werden muss, dass auch von Lehrendenseite studentische Forderungen eingebracht wurden. Diese werden in den kommenden Sitzungen diskutiert. Von nun an wird der Runde Tisch jeden Montag von 8-10 Uhr und jeden Freitag von 16-19 Uhr stattfinden.
Leider war es der Zentralen Einrichtung für Datenverarbeitung (ZEDAT) nicht möglich alle Studierenden über einen uniweiten Verteiler zu informieren. Obwohl das Präsidium die Mail genehmigt hatte, wurde diese trotz mehrmaliger Nachfrage nicht verschickt, was die negative Einstellung den Besetzer_innen gegenüber hervorhebt.
Das Präsidium wurde durch Frau Monika Schäfer-Korting vertreten. Sie sprach einige einleitende Worte, doch für die Diskussion schien sie keine Zeit zu haben. “Wir sind an den Ergebnissen des Runden Tisches interessiert”, sagte sie und ging nach einer halben Stunde.
In der Verständigung über die wenigen Themen wurde bereits ersichtlich, dass es einige Übereinstimmungen, aber auch viele Differenzen bezüglich der Interessen der Studierenden und Nicht-Studierenden gibt. Auch die Einschätzungen der Student_innen zum Ergebnis wichen stark voneinander ab. “Wir haben heute einiges für künftige Verhandlungen vorbereitet”, meinte Michael von den Bildungsstreikern. Andreas Eindruck war viel eher: “Diese Sitzung war gegen Ende viel zu undurchsichtig”.
Prof. Peter-André Alt, als Mitglied des Akademischen Senats ebenfalls zum runden Tisch anwesend, spricht sich in einem Zeitungsartikel für einen achtsemestrigen Bachelor mit einem anschließenden zweisemestrigen Forschungsmaster aus. Noch in der Sitzung hatten die Studierenden diesen Vorschlag vehement abgelehnt. Vielmehr war von mindestens vier Semestern für den Master und zwar für jeden Bachelor-Absolventen die Rede.
AG Öffentlichkeitsarbeit der FU Berlin
Weitere Infos zum Bildungsstreik unter
www.bildungsstreik2009.de
Kontakt:
E-Mail: fuberlinbrennt@gmail.com
Homepage: bildungstreik-berlin.de / unsereunis.de
Twitter: fubrennt
Facebook: Fu BrenntPresse
Edit. Trotz aller Divergenzen – bei dem ersten Runden Tisch wurde eine Sammlung zu diskutierender Themen erstellt, die als “TOP-Fahrplan” für die nächsten Termine gilt. Desweiteren hatte man sich auf zukünftig zwei Termine pro Woche geeinigt. Der Runde Tisch tagt ab sofort:
Montags 8-10h im Sitzungssaal des Akademischen Senats (Henry-Ford-Bau, 1. Stock)
sowie am
Freitag, 16-19h (Raumangabe folgt)
Weitere Details: Seite zum Runden Tisch im Berliner Bildungsstreik-Wiki
.
Artikel dazu in Online-Medien: u.a. bei wn030 vom 2.12.09 (sowie auf wn030 vom 30.11., Kurzbericht von der AS-Sitzung, bei der der Runde Tisch beschlossen worden war).
