FU-Besetzer_innen und Wiener Gäste verurteilen Räumung in Wien


Die Besetzer_innen des Hörsaals 1A der Freien Universität Berlin verurteilen die Räumung des Wiener AudiMax am gestrigen Montag , den 21.12. um 06:30. Obwohl eine politische Lösung in Reichweite war, schreckte das Rektorat vor dieser unnötigen Eskalation nicht zurück. Die Verhältnismäßigkeit dieses Vorgehens kurz vor den Feiertagen war zu keinem Zeitpunkt gewährleistet.

Die zur Zeit in Berlin anwesende Wiener Streikaktivistin Iris Krainer findet hierzu offene Worte: “Ich bin fassungslos, daß rund 100 Obdachlose nun ein paar Tage vor Weihnachten auf der Straße stehen. Ein derart drastischer Schritt wie die Räumung des AudiMax war völlig ungerechtfertigt. Für leiwand, gegen oasch.” Sie schließt sich damit dem Geschäftsführer des Wiener Neunerhauses, einer Anlaufstelle für Obdachlose, Markus Reiter, an, der hierzu fest stellte, daß diese Menschen mutwillig in die Kälte geschickt worden sind.

Trotz eisiger Kälte und vorweihnachtlichem Ferienbeginn fanden sich Montag Abend ca. 600 Studierende zu einer spontan organisierten Demonstration gegen die Räumung des Audimax der Uni Wien ein. FU-Besetzer Pierre erklärt abschließend: “Auch in Berlin hat es heute eine kurzfristig organisierte Spontandemo von 30 Personen gegeben, die mit einer Kundgebung am Potsdamer Platz endete. Wir erklären uns solidarisch mit dem weiterhin besetzten Hörsaal C1 der Uni Wien. Die Bildungsproteste gehen weiter!”

Am Montag war auch bei den Besetzer_innen im Hörsaal 1 A ein Mitglied des Präsidiums und legte auf verklausulierte Weise die Räumung nahel. Formuliert klang das so, dass bis Mittwoch Bedenkzeit für eine Hörsaalfreigabe angeboten würde. Von den Besetzer_innen aus Potsdam haben wir erfahren, dass ihnen ein Angebot in der gleichen Weise gemacht wurde. Es ist davon auszugehen, dass sich zumindest die Präsidien der Freien Universität Berlin und der Universität Potsdam in ihrem Vorgehen abgesprochen haben.

Auf die Ankündigung des Präsidiums haben die Besetzer_innen der FU einen Kompromissvorschlag unterbreitet, der beinhaltet, dass mehr Türen als bisher über die Feiertage geschlossen werden sollen. Bis jetzt war es so, dass die Türen zum Hörsaal unbeobachtet offen standen und somit auch Unbefugte die Uni betreten konnten. Unser Vorschlag  besagt, dass diese Türen geschlossen werden und wir den Umweg über das ständig besetzte Pförtnerhäuschen nehmen. Sollte dieser für alle verträgliche Vorschlag nicht angenommen werden, kann von einer politischen Erwägung des Präsidiums ausgegegangen werden, welche die Absichten offenbar werden ließe.

Wir laden alle Unterstützer_innen der Besetzung des Hörsaals 1A zu einem Besuch ein, mit der die breite Solidarität demonstriert werden soll.

Kontakt:

Presse-Kontakt: 0157-825 577 843

Info-Kontakt: 0175-642 14 28

E-Mail: fuberlinbrennt@gmail.com

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