Die Aula der Universität Basel ist besetzt!
Im Rahmen der internationalen Aktionswoche unter dem Motto „Our Education Is Not For Sale“ (www.emancipating-education-for-all.org) wurde heute Morgen um 10:00 die Aula des Kollegiengebäudes in Basel besetzt. Bereits in der Nacht auf heute wurden Denkmäler und Brunnen in der ganzen Stadt mit Schärpen geschmückt – ebenfalls Teil unseres Aktionstages! Wir sind eine breite und offene Bewegung von Studierenden verschiedenster Fächer, die alle mit der Situation und Entwicklung der Universität Basel und des gesamten Bildungssystems unzufrieden sind.
Die gegenwärtigen Proteste und Besetzungen an österreichischen und deutschen Universitäten und Hochschulen zeigen, dass die Unzufriedenheit unter StudentInnen gross ist. Viele Studierende setzen sich zur Wehr gegen eine zunehmende Privatisierung des Universitätsbetriebes, gegen eine verstärkte Verschulung des Lehrplans und gegen den Einfluss von VertreterInnen der Privatwirtschaft auf die Ausrichtung der Universitäten.
Die Besetzung der Aula ist kein Endpunkt, steht nicht am Ende einer Entwicklung. Sie soll der Anfang sein für eine studentische Bewegung, die ihre Verantwortung und Mitbestimmung an der Universität zurückfordert. Wir setzen uns für eine demokratische Universität ein, in der die Interessen der Studierenden, Dozierenden und aller MitarbeiterInnen der Universität vertreten
werden.
So wenden wir uns mit unserer Aktion auch direkt gegen die Machtkonzentration im Unirat. Dieses oberste Gremium der Universität Basel besitzt mittlerweile beinahe die gesamte Entscheidungsgewalt. Dies ist umso bedenklicher, als die Mehrheit der Mitglieder VertreterInnen der Privatwirtschaft sind. Die demokratischen Instanzen innerhalb der universitären Struktur hingegen wurden geschwächt und entmachtet.
Unsere Forderungen für eine freie Universität:
•Demokratisierung der Universität und Stärkung der Selbstverwaltung
•Unabhängigkeit von Lehre und Forschung – keine Instrumentalisierung der Hochschulen durch Privatinteressen
•Keine soziale Selektion – Studiengebühren gehören abgeschafft – kein Numerus Clausus
•Eine angemessene Vertretung von Frauen in der Universität
•Faire Löhne für alle im Umfeld der Universität Angestellten – Keine Auslagerung der sozialen Verantwortung
Während der Besetzung werden wir die Aula mit unseren eigenen Ideen beleben. Es werden Workshops und Einführungen in unipolitisch relevante Themen stattfinden, um unsere Forderungen und Kritik gemeinsam zu untersuchen. Die Diskussion zwischen allen Studierenden, Dozierenden und BesucherInnen steht dabei im Zentrum. Gemeinsam wollen wir uns Ziele setzen und Wege finden, wie die Universität „Unsere Uni“ werden kann.
Die Sprayereien heute Abend stammen nicht aus dem unsereuni Bündnis, die Parolen sind nicht mit den Parolen des unsereuni Bündnis identisch.
Wir laden alle Interessierten dazu ein, an der Besetzung und dem Programm teilzunehmen und sich selbst einzubringen, denn Bildungspolitik ist immer auch Gesellschaftspolitik!
Medienschaffende, die sich vor Ort informieren wollen, sind eingeladen, sich am Medien-Infopunkt
vor der Aula zu melden. Weitere Communiqués werden folgen.
Our Education Is Not For Sale – Auch UNSERE UNI nicht!

#1 by Twitgeridoo on November 11, 2009 - 11:31 am
Ach, wie krass…
Sieht es bei den Schweizern also auch nicht besser aus? Diesem Schwarzgeldparadies hätte ich ja mehr zugetraut! Bei all dem Kapital, was dort lagert, sollte doch genügend Asche für’s Bildungssystem übrig bleiben, oder?
Grüße aus Bonn!
#2 by Anna on November 12, 2009 - 5:16 pm
Finde die Forderungen gut, nur würde eine Abschaffung der Studiengebühren die “soziale Selektion” wohl kaum beeinflussen, die fängt in der Schweiz nämlich schon sehr viel früher an (siehe niedrigste Maturandenquote weit und breit).
#3 by lukas on November 12, 2009 - 11:08 pm
#1 twit
danke für nichts. das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. und ja, bei uns sieht es nicht unbedingt besser aus, obwohl grosse unterschiede bestehen.
#4 by Schweizer Jurist on November 17, 2009 - 7:06 pm
@anna
die niedrige maturandenrate hat damit zu tun, dass bei uns die matur (abitur) nicht verscherbelt wird wie anderswo (siehe deutschland und frankreich, wo beinahe jeder idiot durchkommt)..
dafür haben wir dann hohe quoten von deutschen studenten, welche nach dem grundstudium rausfliegen.
und zur info: die protestierenden sind ausschliesslich phil. 1 studenten…null unterstützung von den wirtschafts- und rechtswissenschaftlern…der anführer ist zudem kein student und laut medien (linke baz) erst an einer berufsmaturität dran..
soll mal einer von “basisdemokratie” sprechen…
#5 by Feuer an der FH on November 18, 2009 - 10:16 am
Sehr wohl unterstützung der Wirtschaftsstudenten!!!
auch wir wollen Leben, und nicht den Rest unseres Studiums als Ritalinjunks fristen…